„Babyboomer“ gehen in Rente
Run auf Rente mit 63: Viele Anträge auf abschlagsfreie Altersrente in Westfalen
Die „Babyboomer“ gehen in Rente. In Westfalen gibt es eine klare Steigerung bei den Renten-Anträgen. Vor allem die Rente mit 63 ist beliebt.
Hamm - Die sogenannten „Babyboomer“ sind die Generation, die die besonders geburtenstarken Jahrgänge 1950 bis 1964 umfasst. Viele Arbeitnehmer aus dieser Generation sind bereits im Ruhestand, ein Großteil geht jetzt in Rente. Das registriert auch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Westfalen. Es sei eine deutliche Steigerung bei den Anträgen auf Altersrenten zu verzeichnen. Zudem würden viele „Babyboomer“ frühzeitig in Rente gehen wollen.
„Babyboomer“ im Ruhestand: Deutliche Steigerung bei den Renten-Anträgen in Westfalen
In den ersten drei Quartalen seien bereits mehr Anträge eingegangen als im gesamten Jahr 2013, berichtete Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Volker Verch auf der Vertreterversammlung Anfang Dezember in Münster. Den enormen Anstieg innerhalb der vergangenen zehn Jahre lasse sich zum einen auf die demografische Entwicklung zurückführen, zum anderen habe der Gesetzgeber mit dem vollständigen Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen bei Altersrenten umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.
Schon seit Anfang 2023 ist die bisher geltende Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten aufgehoben. Trotzdem fällt die Hinzuverdienstgrenze nicht bei allen Rentnern weg: Bei der Erwerbsminderungsrente müssen Rentner bei Hinzuverdiensten noch besondere Regeln beachten. Beim Bezug einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ergab sich für 2023 eine Hinzuverdienstgrenze von 35.647,50 Euro, bei Renten wegen voller Erwerbsminderung von 17.823,75 Euro.
Rente mit 63: Viele Anträge auf abschlagsfreie Altersrente in Westfalen
In über 30 Prozent der Fälle sei die früher als „Rente mit 63“ genannte abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte beantragt, erklärt Prof. Dr. Volker Verch. Der Trend führe zu abschlagsfreien Renten, so der Vorstandsvorsitzende. „Zusammen mit der Regelaltersrente wurden 2023 bisher über Dreiviertel der Altersrenten bei der DRV Westfalen ohne Abschläge beantragt.“ Im Jahr 2024 kann der Jahrgang 1958 in Rente gehen – allerdings erst mit 66 Jahren.
Deutsche Rentenversicherung Westfalen
Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen ist ein Träger der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie besitzt in NRW Beratungsstellen in Münster, Bielefeld, Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen, Paderborn, Siegen und Bochum.
Die bundesweit steigenden Antragszahlen sowie haushaltspolitische Entscheidungen werden laut Verch Auswirkungen auf die Finanzierung der Rentenversicherung haben. Die letzten Modellrechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund würden gleichwohl bis zum Jahr 2027 einen unveränderten Beitragssatz vorsehen.
Es ist schon längst kein Geheimnis mehr: Das Renteneintrittsalter wird schrittweise angehoben. Ab Januar 2024 kommen nun noch andere Änderungen auf Rentner zu.
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