Ruhestand

Tipps gegen hohe Abzüge beachten und früher in Rente gehen

Wer früher in Rente gehen möchte, muss mit Abzügen leben. Aber es gibt Tricks, um diesem Renten-Problem entgegenzuwirken. Ruheständler sollten sie kennen.

Hamm – Ende 2023 hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz noch vehement gegen ein höheres Renteneintrittsalter, das schrittweise angehoben wird, ausgesprochen. Das gesetzliche Rentenalter sei auf 67 Jahre festgesetzt worden. „Danach, finde ich, ist auch mal gut“, betonte Scholz in einer Diskussionsrunde der Heilbronner Stimme in Heilbronn. Wer mit 17 die Schule verlasse und eine Ausbildung starte, habe 50 Arbeitsjahre vor sich, bevor er in Rente gehe. „50 Jahre ist eine ganz schön lange Zeit“, sagte er. Wer früher in Rente gehen möchte, kann das allerdings auch tun – um teure Abzüge zu vermeiden, sollte man aber ein paar Tricks kennen.

Wer sich früher mit der Rente beschäftigt, hat einen Vorteil

Früh übt sich – das gilt auch für die Rente. Denn wer sich schon frühzeitig um seine Altersvorsorge kümmert, hat im Alter weniger Sorgen. Das ist ja schließlich auch der Sinn dahinter. Natürlich hat nicht jeder viel Geld auf der hohen Kante und sicherlich kann auch in Deutschland nicht jeder Arbeitnehmer jeden Monat viel Geld zur Seite legen. Wer aber die Möglichkeit hat, sollte sie unbedingt nutzen.

Eine kluge und frühzeitige Finanzplanung kann bei einem früheren Renteneintritt helfen – dann könnte man vielleicht sogar Abzüge bei der Rente in Kauf nehmen und sie durch Kapitalerträge oder Vermögenswerte ausgleichen. ETF-Sparpläne eignen sich beispielsweise bestens, um für das Rentenalter vorzusorgen. In manchen Fällen bietet sich auch die Riester-Rente an, um im Alter finanziell besser aufgestellt zu sein.

Tipp: Rente rechtzeitig beantragen

Wer eine Rente beziehen möchten, muss einen Antrag stellen. „Damit Sie Ihre Rentenleistung pünktlich zum Rentenbeginn erhalten, stellen Sie Ihren Antrag rechtzeitig. Wir empfehlen, den Antrag rund drei Monate vor Rentenbeginn zu stellen“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung.

Abzug von maximal 14,4 Prozent bei Rente möglich

Wer vor Erreichen der eigentlichen Regelaltersgrenze in Rente geht, muss mit Abzügen leben. Pro Monat Differenz werden 0,3 Prozent der Rente abgezogen, pro Jahr also 3,6 Prozent – bis zu einem maximalen Abzug von 14,4 Prozent. Da kommt schnell ziemlich viel Geld zusammen, dass den Rentnern am Ende fehlt.

Mithilfe von den bereits erwähnten angesparten Vermögenswerten könnte man diese Abzüge ausgleichen. Eine andere Möglichkeit ist, Rentenpunkte zu kaufen, um Abzüge zu vermeiden. Das ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  • mindestens 50 Jahre alt
  • realistische Chance vorhanden, die 35 notwendigen Beitragsjahre zu erreichen
  • die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht

Früher in Rente nach einer Versicherungszeit von 45 Jahren

Die Deutsche Rentenversicherung weist außerdem darauf hin: „Nach einer Versicherungszeit von 45 Jahren können Sie grundsätzlich früher in Rente gehen.“ Diese Altersrente für besonders langjährig Versicherte wird im Volksmund oft noch „Rente mit 63“ genannt, weil alle vor 1953 Geborenen ohne Abschläge mit 63 Jahren in Rente gehen konnten – zuletzt haben auch wieder mehr Menschen diese Art von Rente beantragt.

Nicht mehr mit 63 Jahren in Rente gehen können alle, die zwischen 1953 und 1963 geboren sind. „Da das Rentenalter schrittweise angehoben wird, verschiebt sich auch das Eintrittsalter mit dem Geburtsjahr nach oben. Ist Ihr Geburtsjahrgang 1964 oder später, können Sie mit 65 Jahren in Rente gehen“, heißt es. Bestimmte Altersrenten können allerdings auch vor dem Erreichen der regulären Altersgrenze in Anspruch genommen werden – ein Rechner der Deutschen Rentenversicherung hilft dabei, Höhe und Beginn der Rente zu bestimmen.

Arbeitslos melden vor dem Renteneintritt

Wichtig ist hierbei aber auch zu beachten: „Wenn Sie 35 Jahre an anrechenbaren Zeiten in der Rentenversicherung haben, profitieren Sie von der Altersrente für langjährig Versicherte. Alle Versicherten der Jahrgänge 1949 bis 1963 können noch vor ihrem 67. Geburtstag ohne Abschläge in Rente gehen.“

Es gibt sogar einen Trick, um früher in Rente zu gehen – man könnte sich arbeitslos melden in den letzten zwei Jahren vor der Rente. Auch diese Zeit wird nämlich angerechnet. Die Rente fällt dann nur etwas niedriger aus. Wer früher in Rente gehen möchte, sollte sich vorher also genau informieren – sonst könnte es zum Renteneintritt eine böse Überraschung geben.

Rubriklistenbild: © Daniel Ingold/Imago

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