Finanzen
Lohnt sich die Riester-Rente noch? Experte vor anstehender Reform mit klarem Rat
Die Riester-Rente galt lange als beste private Altersvorsorge. Doch mittlerweile lohnt sie sich nicht mehr so wirklich. Ein Finanzexperte gibt einen klaren Tipp.
Hamm – Wer sein ganzes Leben gearbeitet hat, möchte im Alter unbeschwert die Rente genießen können. Da hilft es schon, wenn man nicht jeden Euro einzeln umdrehen muss. Wer früh genug vorsorgt, hat daher im Alter weniger finanzielle Sorgen.
Lohnt sich die Riester-Rente noch? Experte hat klaren Tipp
Lange Zeit galt die Riester-Rente als bestes Modell der privaten Altersvorsorge. Längst bietet sie aber nicht mehr die besten Lösungen für die Herausforderungen der Rente, die im Juli 2023 erst noch erhöht wurde. Das hat unterschiedliche Gründe. Hinzu kommt noch, dass bald eine Reform ansteht. Ein Experte für Altersvorsorge ist sich daher sicher: Wer aktuell noch keinen Riester-Vertrag hat, sollte auch keinen neuen abschließen. Für manche Menschen könnte es sich dennoch lohnen.
Bundesregierung plant eine Reform der Riester-Rente
Wie Finanztip-Experte Martin Klotz erklärt, plant die Bundesregierung eine Überarbeitung der privaten Altersvorsorge, darunter auch eine Riester-Reform. Demnach hat die Regierung eine „Fokusgruppe Altersvorsorge“ damit beauftragt, ihre Empfehlungen für eine Renten-Reform abzugeben. Im Juli 2023 wurde bereits der Abschlussbericht vorgelegen, jetzt müssen die Vorschläge noch umgesetzt werden. Wie und wann genau, ist aber noch unklar. Klotz rät daher: Füße stillhalten, abwarten.
Die Riester-Rente auf einen Blick
Die Riester-Rente ist eine Form der geförderten Altersvorsorge. „Das bedeutet: Du zahlst eigenes Geld ein und erhältst zusätzlich Geld vom Staat“, schreibt finanztip.de.
Als direkte Förderung erhalten Verbraucher, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, 175 Euro im Jahr als sogenannte Zulage, für Kinder gibt es 185 Euro oder 300 Euro, abhängig vom Geburtsjahr.
Die Finanzexperten meinen: „Wegen der staatlichen Zulagen kann sich die Riester-Rente für Geringverdiener und kinderreiche Familien lohnen.“
„Einen Neuabschluss empfehlen wir nur Familien oder Geringverdienern, die stark von den Zulagen profitieren. Aufgrund der anstehenden Reform ist Abwarten zurzeit allerdings die beste Strategie“, sagt der Experte für Altersvorsorge von finanztip.de im Gespräch mit wa.de. Noch sei nämlich unklar, wie sich die Riester-Rente in Zukunft verändert.
Die Riester-Rente hat aktuell mehr Nach- als Vorteile
Wer dennoch über die Riester-Rente zur Altersvorsorge nachdenkt, sollte sich über die Vor- und Nachteile im Klaren sein. Klotz hat für wa.de die wichtigsten zusammengefasst:
| Vorteile der Riester-Rente | Nachteile der Riester-Rente |
|---|---|
| Staatliche Förderung (Zulagen und/oder Steuerersparnis) | Aktuell nur als Versicherungsvertrag oder Fondssparplan mit anschließender Umwandlung in einer Versicherung möglich |
| Staatliche Garantie der Einzahlungen und Zulagen | Verrentungszwang (30% Kapitalauszahlung möglich) |
| Aufbau einer Zusatzvorsorge zur gesetzlichen Rente | Aktuell: schwacher Garantiezins |
| – | Bei Kündigung: Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen |
| – | Im Vergleich zu ETF-Sparplänen hohe Kosten (v.a. bei Versicherungsverträgen, aber auch bei Fonds-Riestern durch aktive statt passive Fonds) |
Klar ist aber schon jetzt: So attraktiv wie einst ist die Riester-Rente schon lange nicht mehr. „Schätzungen der Bundesregierung zufolge wird ein Fünftel aller Riester-Verträge nicht mehr bespart. Die Zahl der Neuabschlüsse ist in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen und laut Statistik des Gesamtverbands deutscher Versicherer 2022 noch einmal um drastische 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Grund dafür ist das Missverhältnis von Wertentwicklung und Kosten“, erklärt der Finanzexperte.
Ältere Riester-Verträge könnten sich noch lohnen
Ältere Verträge seien von dem Problem nicht so stark betroffen. „Je länger ein Vertrag besteht, desto höher ist sein Garantiezins“, erklärt Klotz. Aber nach wie vor gebe es Ausnahmefälle, in denen sich selbst ein neuer oder kürzlich abgeschlossener Riester-Vertrag mit einem niedrigen Garantiezins lohnen könnte. Wer die Riester-Rente für seine Altersvorsorge nutzen möchte, sollte sich daher unbedingt vorher Gedanken machen – und die Reform vielleicht trotzdem noch abwarten.
Wer übrigens früh in Rente gehen möchte, muss Abstriche machen und benötigt einen langfristigen Plan. Doch wie viel Nettogehalt und Ersparnis braucht ein Rentner mit 45 Jahren? Die Antwort könnte den einen oder anderen überraschen.
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