Ärger um Freibad-Preise
Badegast erklärt öffentlich ihren Freibad-Boykott – „Die haben was gehörig an der Waffel“
Wegen 6 Euro Freibad-Eintritt: Eine Besucherin erklärt öffentlich ihren Verzicht und löst damit eine hitzige Diskussion auf Facebook aus.
Hamm – Im Sommer sind Freibäder für viele ein beliebter Treffpunkt. Doch steigende Eintrittspreise überschatten zunehmend den Badespaß. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten wächst der Unmut – auch bei einer Freibadbesucherin, die nach einer angekündigten Preissteigerung öffentlich Schluss macht. Ihr Facebook-Post löst eine hitzige Debatte aus.
Freibadbesucherin sorgt mit Facebook-Post für hitzige Gemüter
Sommer, Freibad, Pommes – eigentlich ein perfektes Trio. Doch während das Gefühl stimmt, werden Pommes-Preise als auch Eintrittspreise für Schwimmbäder immer wieder zum Reizthema. In einer Facebook-Gruppe, die über 22.000 Mitglieder zählt, machte eine Nutzerin kürzlich ihrem Ärger Luft. Auslöser war die Ankündigung, dass die Preise für zwei Freibäder in Aalen steigen könnten – im Zuge der Eröffnung des neuen Spaßbads.
„Was geht hier ab?“, schrieb sie. Sechs Euro Eintritt ohne Ermäßigung für eine Anlage mit veralteten Umkleiden und Duschen seien jetzt schon zu viel. „Sollen die Badegäste so vertrieben werden?“ Ihre rabattierte Saisonkarte für rund 100 Euro solle ebenfalls wegfallen. Der Frust sitzt tief: „Sorry, die haben was gehörig an der Waffel!“
Zum Vergleich verwies sie auf ihre hessische Heimat: Dort koste der Tagesbesuch in zwei großen Schwimmbädern, eines davon frisch renoviert, gerade einmal vier Euro. Ihr persönlicher Schlussstrich ist deutlich: In das überteuerte Freibad in Aalen werde sie künftig nicht mehr gehen. In einem Freibad zog ein Kiosk-Betreiber aus dem Pommes-Streit ebenfalls Konsequenzen.
Freibadpreise steigen – und mit ihnen der Frust: Viele Facebook-User teilen die Kritik
Der Beitrag blieb nicht unbeachtet. Binnen kürzester Zeit sammelten sich dutzende Kommentare. Viele gaben der Nutzerin recht. „Ich war dieses Jahr einmal und auch das letzte Mal. Bei 6 Euro Eintritt für dieses Planschbecken in Unterrombach“, schrieb ein User und fügte hinzu: „Die Millionenverluste der Stadtwerke muss wohl wieder reingeholt werden. Auf jeden Fall. Das war’s“.
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Auch andere äußern ihren Frust. „Eintrittsgelder im Spiesel und Unterrombach sind Wucher“, kommentierte eine Userin. „Dadurch wird man, mehr oder weniger, gezwungen, das neue Spaßbad zu benützen. Wenn man schon so viel Geld ausgeben muss, dann lieber das Neue“. „Es ist doch verrückt, wie man unser, zum Großteil hart erarbeitetes Geld zum Fenster hinausschleudert. Mich hat keiner gefragt, ob mir eine Sanierung reichen würde. Wir werden sowieso nie gefragt“, moniert eine weitere Nutzerin.
Debatte über Freibad-Preise entfacht – doch es gibt auch Gegenstimmen
Während andere Nutzer den See ohnehin für die bessere Wahl halten, gibt es auch Gegenstimmen: „6 Euro? Personalkosten, Wochenendzuschläge, Steuern in jeder Form, Berufshaftpflicht, Berufsgenossenschaft, Unterhaltskosten des Bades, Wasserfilter etc. Und eventuell Lohnerhöhungen, wie es jeder, der in einer Gewerkschaft ist, bekommt. Soll ich noch weiter machen? Was wollt ihr denn noch für lau großes geboten bekommen? Das Kombibad ist auch nicht mein Ding. Reg ich mich darüber auf, gibt es das Bad trotzdem. Tue ich es nicht, auch“.
Ein anderer User pflichtet ihm bei: „Mit Bädern kann man keine Haushaltslöcher stopfen. In anderen Kommunen gibt es gar kein Bad mehr. Wir können froh sein, in Aalen zu wohnen, wo man sich drei Schwimmbäder und eine Therme noch leisten kann! Das Volk ist dermaßen undankbar. Das ist echt schrecklich!“ Unterdessen sorgte eine Eisdiele mit einem Aushang für gespaltene Reaktionen.
Schwimmbadbesuch wird teurer
Viele Schwimmbäder in Deutschland haben in diesem Jahr ihre Preise erhöht. Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 113 städtischen Betreibern. Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt den Trend: Im Mai 2025 kostete ein Schwimmbadbesuch durchschnittlich 5,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Erhöhte Eispreise sorgen indes bei vielen Deutschen ebenfalls für Frust. Ein Facebook-Post von zwei Eiskugeln sorgte kürzlich für reichlich Gesprächsstoff. (vw)
Rubriklistenbild: © Paul-Philipp Braun/ epd/ Imago
