Freibad-Fritten schlagen Wellen
Pommes-Preise an Freibad-Kiosk lösen hitzige Debatte aus – „Genöle nicht mehr zu ertragen“
Pommes im Freibad – für viele ein Highlight. Doch ein Preis am Kiosk sorgte jetzt für reichlich Zündstoff.
Eisenberg – Für viele gehören Pommes im Freibad untrennbar zum Sommer dazu. Der Duft von Frittierfett in der Luft und die Hände noch nass vom Schwimmen – die salzigen Fritten aus der Pappschale mit Ketchup und Mayo wecken nicht nur Kindheitserinnerungen, sondern sind mittlerweile auch ein festes Ritual. Umso emotionaler wird es, wenn sich an diesem Klassiker plötzlich die Geister scheiden. Im Freibad Eisenberg sorgte der Pommes-Preis nämlich für hitzige Gemüter.
Streit um Freibad-Pommes: Preis sorgt für Ärger und Kiosk-Aus
Laut der Ostthüringer Zeitung (OTZ) sorgten die Pommes-Preise im Freibad Eisenberg für Ärger. 3,50 Euro kostet eine Portion. Für viele Badegäste offenbar zu viel, wie der Betreiber des Freibad-Kiosks Manfred Stiehl der OTZ erzählte. Wegen Anfeindungen seitens der Kundschaft möchte er nach drei Jahrzehnten nun zum Ende der Saison den Kiosk schließen, heißt es.
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Um seine Pommes zum Preis von 3,50 Euro gebe es geteilte Meinungen. „Badegäste aus Jena und Gera sagen, dass wir günstig seien. Hiesige dagegen scheinen zu glauben, dass ich mir von den 3,50 Euro ein neues Auto kaufen kann“, so der Kiosk-Besitzer gegenüber der Tageszeitung. Tatsächlich blieben ihm nach eigenen Angaben nur „zwischen 50 und 70 Cent Gewinn“. Bevor überhaupt etwas übrig bleibe, müssten zahlreiche Abgaben und laufende Kosten gedeckt werden: Beiträge zur IHK und Berufsgenossenschaft, verschiedene Steuern, Strom- und Wasserkosten sowie Ausgaben für Einkauf und Warenlieferungen. Kürzlich sorgte eine Eisdiele mit einem Aushang ebenfalls für gespaltete Reaktionen.
„Zu teuer, zu viel Genöle“ – Pommes-Preis spaltet Meinungen auf Facebook
Auch Online, auf der Facebook-Seite der OTZ, entfachte eine hitzige Diskussion. Dort zeigten sich viele User empört über die lautstarke Kritik am Kiosk-Betreiber. „Gängiger Preis. Nicht günstig, nicht teuer. Der Verkäufer muss auch leben“, schrieb ein User. „Natürlich ist der Preis ok. Aber bei Einheimischen ist das eigentliche Problem nicht der Preis, sondern der Neid. Das einer vielleicht zu viel verdient und eventuell mehr im Monat hat, als der Einheimische selber. Nun zieht er sich zurück. Das kommt vom Gemecker“, kommentierte ein anderer.
Anderen Facebook-Usern platzte hingegen die Hutschnur: „Das Genöle ist nicht mehr zu ertragen. Zu teuer, zu teuer. Viele der Nöler rauchen sicher nach dem Baden eine Kippe aus Ihrer 10/12 Euro-Schachtel. Der Mann steht dort, wenn alle anderen Relaxen und Spaß haben – das auch bei 38 Grad. Keiner will das machen“, schimpfte ein User. „Im Freibad Camburg kosten die Pommes 5 Euro. 3,50 Euro ist doch wohl ein guter Preis“, so ein anderer Nutzer.
Kritik an Schließung und Preisen: „Gastro ist kein einfaches Gewerk“ – User diskutieren
Ein User wiederum glaubt, dass der Kiosk-Besitzer die Freibad-Pommes zu niedrig angesetzt habe und deshalb nicht davon leben könne. „Warum nicht die Preise erhöhen“, wunderte er sich. Darauf hat die Tochter des Betreibers eine Antwort. „Weil jetzt schon gemeckert wird. Was heißt nicht davon leben? Er kommt über die Runden, aber immer wird behauptet, er wäre reich. Das geht gar nicht. Schön wäre es!“
Eine andere Userin hingegen kann die Entscheidung des Kiosk-Besitzers nicht nachvollziehen. „Gastro ist kein einfaches Gewerk. Trotzdem finde ich es nicht richtig, als Pächter den Kiosk in der Hochsaison nicht zu betreiben. Dann eher Preise anpassen. Ein geschlossener Kiosk spricht sich schnell herum und viele weichen dann auf Freibäder aus, wo der Kiosk geöffnet ist (wir auch). Und ganz ehrlich, welcher Angestellter möchte am Wochenende nur 12,82 Euro verdienen? Kein Wunder, dass kein Personal gefunden wird.“
Schwimmbadpreise werden 2025 teurer
Viele Schwimmbäder in Deutschland haben 2025 ihre Preise angehoben. Das ergab eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 113 Betreibern öffentlicher Bäder.
Auch das Statistische Bundesamt bestätigt den Trend: Wer ins Hallen- oder Freibad möchte, muss im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr zahlen. Ein Schwimmbadbesuch verteuerte sich demnach im Mai 2025 um durchschnittlich 5,7 Prozent gegenüber Mai 2024. Auch erhöhte Eispreise sorgen bei vielen Deutschen für Frust – Grüne fordern nun eine Eispreis-Bremse. (vw)
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