Ruhestand

Rentenpunkte kaufen: Gehen Sie früher in Rente ohne teure Abschläge

Wer Abschläge bei der Rente verhindern möchte, kann Rentenpunkte kaufen. So kann man ohne Abzüge früher in Rente gehen. Doch das könnte ziemlich teuer werden.

Hamm – Die sogenannte Rente mit 63 bleibt für viele Menschen ein Traum. Denn: Wer vor 67 in Rente gehen will, der muss unter Umständen teure Abschläge in Kauf nehmen. Zwar gibt es Tipps und Tricks, wie man sich früher abschlagsfrei in den Ruhestand verabschieden kann, viele können es sich aber dennoch nicht leisten. Trotzdem könnte es sich lohnen, sich mit einer Option auseinanderzusetzen: dem Kauf von Rentenpunkten.

Rentenpunkte kaufen – ohne Abschläge früher in Rente gehen

Zunächst einmal sollte man wissen, was ein Rentenpunkt überhaupt ist. Das ist relativ einfach zu erklären. Ein Rentenpunkt heißt offiziell Entgeltpunkt und ist der wichtigste Wert bei der Berechnung der Rente. Jedes Jahr wird der Verdienst eines Arbeitnehmers mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten vergleichen. „Entspricht er exakt dem Durchschnittsverdienst in diesem Jahr, ist das 1 Entgeltpunkt wert“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung.

So wird die Rente berechnet:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

Rentenpunkte bestimmen die Höhe der Rente

Die Anzahl der gesammelten Rentenpunkte bestimmt wiederum maßgeblich, wie viel Rente man im Ruhestand erhält. Denn der Rentenpunkt hat einen Wert – den sogenannten Rentenwert. Der liegt seit dem 1. Juli 2023 bundesweit, also egal ob im Osten oder Westen, bei 37,60 Euro.

Die Deutsche Rentenversicherung multipliziert mit diesem Wert und anderen Rechengrößen – wie dem Zugangs- und dem Rentenfaktor – die gesammelten Rentenpunkte (Entgeltpunkt) und bestimmt dadurch die monatliche Höhe. Fehlen Rentenpunkte, fällt die Rente entsprechend geringer aus. Das kann schnell ziemlich ins Geld gehen. Um dem entgegenzuwirken, lassen sich also Rentenpunkte kaufen.

Mit gekauften Rentenpunkten lassen sich Abzüge bei der Rente vermeiden

Die sorgen dafür, dass man die Abzüge, die bei einem früheren Renteneintritt drohen, ausgleicht. Die monatliche Rente verringert sich nämlich mit jedem Monat, den man früher in Rente geht, um 0,3 Prozent pro Monat – bis hin zu einem maximalen Abzug von 14,3 Prozent. Mit den freiwilligen Sonderzahlungen kann man das verhindern. Allerdings lohnt es sich nicht immer, Rentenpunkte zu kaufen.

Das kann schnell ziemlich teuer werden. Denn: Bei einem verdienten Rentenpunkt zahlt der Arbeitgeber die eine Hälfte. Den zusätzlich gekauften Rentenpunkt bezahlt aber der Rentenanwärter allein. Der Preis für den gekauften Rentenpunkt ergibt sich daher aus dem Durchschnittsentgelt und dem Beitragssatz.

Ruckzuck kommen so einige Tausend Euro zusammen. Das Durchschnittsentgelt liegt 2023 in den alten Bundesländern bei 43.142 Euro und in den neuen Bundesländern bei 41.967 Euro. Daraus ergibt sich ein Preis für die Rentenpunkte von 8.024,41 Euro in den westdeutschen Bundesländern und 7.805,86 Euro in den ostdeutschen Bundesländern. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich selbst am Ende entscheiden.

Voraussetzungen, um Rentenpunkte zu kaufen

Wer Rentenpunkte kaufen will, muss außerdem mindestens 50 Jahre alt sein. Zudem muss eine realistische Chance bestehen, die 35 Beitragsjahre zu erreichen, die für die vorgezogene Rente ab 63 Voraussetzung sind. Wer 50 Jahre als ist, sollte also mindestens 22 Beitragsjahre gesammelt haben, weil man dann noch immer mindestens 13 Beitragsjahre sammeln muss, bis man seine Altersrente frühestens in Anspruch nehmen kann.

Doch Vorsicht: Nur noch die wenigsten dürfen auch wirklich mit 63 Jahren in Rente gehen, weil sich das Renteneintrittsalter schrittweise verschoben hat und noch immer verschiebt. Am besten erkundigt man sich vorher also noch einmal genau bei der Deutschen Rentenversicherung, welche Voraussetzungen man persönlich erfüllen muss, um Rentenpunkte zu kaufen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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