Ruhestand

Sinkendes Rentenniveau: Wer jetzt in Rente geht, bekommt weniger Geld

Die fetten Jahre bei der Rente könnten bald vorbei sein. Schon jetzt steht fest: Das Rentenniveau sinkt und Neu-Rentner bekommen weniger Geld.

Hamm – Das Rentenniveau ist immer mal wieder in den Schlagzeilen. Es zeigt laut Deutscher Rentenversicherung „die Relation zwischen der Höhe einer Rente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines durchschnittlichen Einkommens) und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers“. Aktuell sinkt es – und Neurentner erhalten weniger Geld. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch spricht von einer „fatalen Entwicklung“, wie auch fr.de berichtet.

Das Rentenniveau sinkt: Wer jetzt in Rente geht, bekommt weniger Geld

Rentner, die im Jahr 2022 in Deutschland gegangen sind, haben im Durchschnitt 1084 Euro im Monat erhalten. Das sind laut Deutscher Rentenversicherung 15 Euro weniger als Senioren erhalten haben, die schon länger Rente beziehen. Aufgeteilt nach Geschlechtern zeigt sich eine noch deutlichere Kluft bei der Rentenhöhe – die man mit einer Faustregel für die Bedürfnisse im Alter übrigens berechnen kann.

Laut einem Bericht des RND erhält ein männlicher Neurentner mit durchschnittlich 1275 Euro monatlich insgesamt 98 Euro weniger als Bestandsrentner mit 1373 Euro. Bei den Neurentnerinnen in den westdeutschen Bundesländern gab es dagegen einen Zuwachs von 20 Euro pro Monat im Vergleich zu Bestandsrentnerinnen, während in den ostdeutschen Bundesländern die Bezüge der Neurentnerinnen sinken würden – obwohl diese im Durchschnitt eine bessere Rente erhalten als Frauen in Westdeutschland.

Linken-Chef Bartsch kritisiert Zustand der Rente: „Sehr bedenklich“

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nannte den Zustand der gesetzlichen Rente „sehr bedenklich“. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Wenn Neurentner weniger Geld in der Tasche haben als Bestandsrentner, ist das eine fatale Entwicklung.“ Die Entwicklung des Rentenniveaus ist dabei vorhersehbar. Im Rentenversicherungsbericht 2021 ging die Bundesregierung davon aus, dass sich das Rentenniveau wie folgt entwickelt:

JahrRentenniveau (in Prozent), netto vor Steuern
202149,4
202249,4
202350,4
202450,0
202549,2
202649,1
202748,8
202848,4
202947,9
203047,6
203147,2
203246,8
203346,4
203446,0
203545,8

Das Rentenniveau in Deutschland sinkt weiter

Die Deutsche Rentenversicherung stellt aber klar: „Ein Absinken des Rentenniveaus heißt nicht, dass die Renten sinken. Das ist durch die Rentengarantie sogar gesetzlich ausgeschlossen. Sie werden auch künftig steigen, aber nicht so stark wie die Einkommen.“ Die nächste große Rentenerhöhung soll es bereits im Jahr 2024 geben – dann auch für Neurentner.

Dass das Rentenniveau sinkt, ist übrigens keine große Überraschung, sondern dem deutschen Rentensystem geschuldet. „Die Finanzierung der Rentenversicherung erfolgt im sogenannten Umlageverfahren. Das heißt, die laufenden Ausgaben werden zum allergrößten Teil aus den laufenden Beitragseinnahmen und einem Bundeszuschuss finanziert“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Allein aufgrund des demografischen Wandels wird sich in den kommenden Jahren aber die Anzahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu der Zahl der Beitragszahler weiter erhöhen – um dem entgegenzuwirken, wird beispielsweise auch das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht. Zuletzt hat es aber einen regelrechten Ansturm auf die sogenannte Rente mit 63 gegeben.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/blackday/Imago

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