Es gibt Abzüge

Wegen Postbank-Chaos? Weniger Bonus für Vorstände der Deutschen Bank

Das Debakel bei der Postbank hat offenbar finanzielle Folge für den Vorstand der Deutschen Bank. In einem Bericht geht es um Bonuskürzungen.

Hamm – Das Debakel der Postbank hat nun offenbar auch Auswirkungen auf den Vorstand der Deutschen Bank. Wie die SZ berichtet, müssen für 2023 einige Vorstände mit deutlichen Einschnitten bei ihrer Erfolgsprämie rechnen – ganz ohne Bonus auskommen muss demnach aber niemand.

Postbank kämpft mit Servicedebakel – Weniger Bonus für Vorstände der Deutschen Bank?

Seit Wochen kämpft die Postbank mit einem Servicedebakel. Zahlreiche Kunden beschweren sich darüber, dass Nachlässe nicht ausgezahlt würden und es kein Herankommen ans Erbe gebe. Auch seien bei vielen die Zugriffe auf sogenannte P-Konten nicht gewährleistet. Doch laut SZ hatte das Chaos nicht nur Folgen für die Kunden. Auch die Postbank trafen die Probleme offenbar hart. Bis zum Ende des ersten Quartals 2024 soll das Debakel um die 80 Millionen Euro zusätzliche Kosten verursachen.

Weiter heißt es in dem Bericht, der sich auf Informationen von „Insidern“ beruft, dass Karl von Rohr, der frühere Vizekonzernchef und Ex-Privatkundenvorstand, von der Bonuskürzung am stärksten betroffen sei. Dessen Bonus dürfte sich ungefähr halbieren, heißt es. „Aber auch Vorstandschef Sewing und Rebecca Short, die im Vorstand unter anderem für Kosten zuständig ist, sowie Privatkundenchef Claudio de Sanctis müssen mit Einschnitten rechnen“, berichtet die SZ.

Gutachten sei Grundlage für Bonuskürzungen bei Deutsche Bank

Grundlage sei demnach ein Gutachten, das der Aufsichtsrat Ende des Jahres beim eigenen Konzern-Wirtschaftsprüfer EY in Auftrag gegeben habe, um die Verantwortung für das Servicedebakel zu prüfen. Das Ergebnis sei nicht besonders gut ausgefallen. Den Vertrag von Privatkundenvorstand Karl von Rohr ließ der Aufsichtsrat ohnehin im Oktober auslaufen. In dem Bericht wird aber auch klargestellt: Ob die Postbank-Probleme dabei eine Rolle spielten, sei unklar.

Die Postbank, mittlerweile eine Marke der Deutschen Bank, rechtfertigt die Probleme mit einer „Überführung von 12 Millionen Kundinnen und Kunden der Postbank auf die IT-Plattform der Deutschen Bank“. Die Begründung eines Postbank-Sprechers gegenüber wa.de: Dies sei eines „der größten IT-Migrationsprojekte im europäischen Bankensektor“ gewesen und sei „entscheidend, um die Grundlage für digitale Angebote der Deutschen Bank und der Postbank zu schaffen“. Dass es nun noch immer zu diesen massiven Problemen komme, liege daran, dass Komplexität und der Umfang des Programms „immens“ waren.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

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