Putin ist schuld
Rentner haben zu wenig Geld für Essen - es liegen konkrete Zahlen vor
Oft haben es Rentner finanziell nicht leicht. Die Folgen der Inflation treffen sie mitunter hart. Eine Studie liefert nun aber überraschende Erkenntnisse.
Hamm – Das Leben wird immer teurer. Das ist doch schon längst keine Überraschung mehr. „Als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine stiegen 2022 die Preise für Energie, Verkehr und Nahrungsmittel erheblich“, bestätigt nun das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) erneut in einer neuen Studie und wirft einen interessanten Blick auf die Rentner und deren Konsequenzen durch die Inflation.
Weniger Geld für Essen: Armen Rentner fehlen im Schnitt 324 Euro
Die gute Nachricht: Die wirtschaftliche Lage der Senioren scheint im Vergleich zu anderen Haushalten weniger schlecht als landläufig gedacht. Die schlechte Nachricht: Bei vielen reichte die Rente zuletzt nicht aus, um sich vernünftige Lebensmittel kaufen zu können. Die Rentenerhöhung im Juli 2024 nützt da nichts, auch Spar-Tipps helfen wenig in diesem Fall. Arme Rentner hatten schlichtweg kein Geld für gutes Essen übrig. Es liegen sogar konkrete Zahlen vor.
Zunächst einmal hat die Studie ergeben, dass die erhöhten Energiekosten zwar die Rentnerhaushalte besonders stark belasteten, „doch da sie seltener ein Auto fahren und daher weniger tanken müssen als andere Haushalte, glich sich die Gesamtbelastung höherer Preise im Jahresdurchschnitt 2022 aus und war nicht höher als für andere Haushalte“, erklärt das IW.
Ein ähnliches Bild zeichnete sich demnach auch im Jahr 2023. Trotzdem hatten Rentner oft Probleme. „Die Inflationsrate von 5,9 Prozent wurde im vergangenen Jahr maßgeblich durch höhere Lebensmittelpreise getrieben“, heißt es in der Studie. Die Leidtragenden waren in diesem Fall Haushalte mit geringem Einkommen. Der Grund: Diese würden einen größeren Teil für Nahrungsmittel ausgeben.
Rentnern fehlten durchschnittlich 324 Euro
Der Studie zufolge „fehlten den unteren 20 Prozent der Rentner im Jahr 2023 durchschnittlich 324 Euro, um sich die gleichen Waren und Dienstleistungen wie im Jahr 2018 leisten zu können“. Mögliche Anpassungen im Konsumverhalten seien dabei nicht berücksichtigt worden. Gut möglich, dass der Einkauf im Supermarkt oder Discounter bei einigen Verbrauchern einfach spärlicher ausgefallen ist.
Die schlimmste Zeit der Inflation scheinen die Rentner mit geringem Einkommen nun aber hinter sich zu haben. „Rentner sind ähnlich stark von der hohen Inflation betroffen gewesen wie sonstige Haushalte in der Bevölkerung“, sagt IW-Ökonom und Studienautor Maximilian Stockhausen. Insbesondere die einkommensschwachen Haushalte, wozu auch ein Teil der Rentnerhaushalte gehört, waren durch die hohen Lebensmittelpreise im letzten Jahr noch besonders belastet. „Zielgenaue Entlastungen einkommensschwacher Haushalte wie durch die Wohngeld-Plus-Reform 2023 waren daher richtig.“ Weil die Inflation seit einigen Monaten wieder sinkt, seien vorerst keine weiteren Entlastungen notwendig.
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Wenn das Geld aber eh schon knapp ist, wollen Rentner natürlich auch unnötige Steuerzahlungen vermeiden. Zum Glück gibt es nützliche Tipps rund ums Thema Rente und Steuern. Eine Tabelle mit wichtigen Grenzen kann ebenfalls dabei helfen, Geld zu sparen – damit am Ende des Monats mehr für Lebensmittel übrig ist. In diesen Zeiten ist das ohnehin schon schwer genug für viele Rentner. Anders als für Pensionäre – sie hat die Inflation nicht zu hart getroffen.
Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa