24. bis 29. Januar
GDL ruft zu sechsttägigem Bahnstreik auf - von Mittwoch bis Montag
Der nächste Bahnstreik sollte „härter und länger“ werden. Das wird nun Realität. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will zwischen Mittwoch und Montag den Bahnverkehr lahmlegen.
Update vom 22. Januar, 6.35 Uhr: Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte „längere und härtere“ Bahnstreiks angekündigt. Jetzt wird der Plan Realität. Die GDL hat die Beschäftigten der Deutschen Bahn zu einem fast sechstätigen Streik vom 24. bis 29. Januar aufgerufen - von Mittwochmorgen um 2 Uhr nachts bis Montagabend um 18 Uhr. Das teilte die Gewerkschaft in der Nacht mit. Bahnreisende und Pendler müssen sich auf massive Auswirkungen einstellen - auch in NRW. Bei den bisherigen Streiks fielen jeweils gut 80 Prozent der vorgesehenen Fahrten im Fernverkehr aus. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen in manchen Bundesländern noch deutlicher. Die Gewerkschaftsmitglieder bei der für Güterverkehr zuständigen DB Cargo sind bereits ab Dienstag, 18 Uhr, zum Streik aufgerufen.
GDL ruft zu neuem Bahnstreik auf - von Mittwoch bis Montag
[Erstmeldung] Hamm - Drei Tage lang ging auf deutschen Gleisen kaum noch etwas. Der bundesweite Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL vom 10. bis 12. Januar war der vorläufige Höhepunkt des aktuellen Tarifstreits mit der Deutschen Bahn. Die Betonung liegt auf „vorläufig“, denn die nächste große Arbeitsniederlegung bahnt sich an. „Vom Prinzip her wird es länger und härter“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Das klingt wie eine Drohung – und ist als solche auch gedacht.
GDL will nicht lange mit nächstem Bahnstreik warten – jetzt legt DB neues Angebot vor
Kurz vor der Eskalation geht die Bahn aber einen Schritt auf die Gewerkschaft zu und hat im Tarifstreit mit der GDL ein neues Angebot vorgelegt. Die DB bietet der Gewerkschaft darin unter anderem ein weiteres Wahlmodell zur Arbeitszeit an. DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte in Berlin, dass gemäß dem Angebot Beschäftigte eine Stunde weniger Arbeit bei vollem Lohn ab dem 1. Januar 2026 wählen könnten. Wer sich gegen die Absenkung entscheide, bekomme 2,7 Prozent mehr Geld. In Summe erhielten die Beschäftigten in diesem Fall ab dem 1. Januar 2026 fast 13 Prozent mehr Entgelt als aktuell. Das Wahlmodell ab 1. Januar 2026 richtet sich an Lokführer und das Zugpersonal.
Der jüngste Streik im Januar war bereits der dritte im laufenden Arbeitskampf zwischen GDL und der Bahn – und wird eventuell nicht nicht der letzte gewesen sein. Zu Datum und zur Dauer eines erneuten Bahnstreiks war zuletzt nichts bekannt. Nach den Worten Weselskys wird es aber wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis sich Pendler und Bahnreisende wieder um Beförderungsalternativen kümmern müssen. „Ich glaube nicht, dass ich mir viel Zeit lasse“, sagte Weselsky jüngst der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Ob das neue Angebot der DB etwas daran ändert, bleibt abzuwarten.
Bahnstreik in Deutschland: Massive Auswirkungen für Pendler und Reisende
Schon im Dezember 2023 hatte der mächtige GDL-Chef mit Bahnstreiks zwischen drei und fünf Tagen gedroht. Es ist daher nicht auszuschließen, dass ein weiterer Streik vier oder sogar fünf Tage lang werden könnte. Aktuell liegen die Verhandlungen auf Eis. Es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein.
Die bisherigen Streiks im November und Dezember 2023 sowie im Januar 2024 haben einen klaren Eindruck davon vermittelt, was Bahnkunden bei einem neuerlichen Ausstand erwartet. Es fielen jeweils gut 80 Prozent der vorgesehenen Fahrten im Fernverkehr aus. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen in manchen Bundesländern noch deutlicher, in einigen Regionen fuhr zeitweise quasi kein Zug und kaum eine S-Bahn. In Nordrhein-Westfalen waren die Züge privater Anbieter wie Eurobahn, Westfalenbahn und National Express jedoch unterwegs.
Im festgefahrenen Tarifstreit hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Deutsche Bahn deutlich kritisiert. Er rechne mit einer „massiven Streikwelle“ und sogar mit einem „unbefristeten Streik“, wenn die Bahn ihren Kurs nicht ändere, sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Tarifstreit: Deutsche Bahn lehnt Kernforderung der GDL ab
Die GDL fordert im aktuellen Tarifstreit:
- Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzung
- Mindestens 555 Euro mehr Lohn im Monat (324 Euro für Azubis)
- Erhöhung der Zulage für Schichtarbeit um 25 Prozent
- Inflationsprämie von 3000 Euro für Voll- und Teilzeitbeschäftigte (1500 Euro für Azubis)
Die Deutsche Bahn lehnt weiter die Kernforderung der GDL nach einer Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich ab.
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