GDL ruft zum Warnstreik auf
Bahnstreik für 24 Stunden: Deutsche Bahn erwartet „massive Einschränkungen“
Es kommt nicht sonderlich überraschend: Die Gewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder wieder zum Warnstreik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Der Zeitraum steht fest.
Hamm - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) schon Ende November für gescheitert und einen neuen Warnstreik angekündigt. Jetzt steht der Zeitraum des nächsten Bahn-Streiks in Deutschland fest.
Neuer Bahnstreik steht an: Fahrgäste müssen sich auf Tausende Ausfälle einstellen
Wie die Gewerkschaft am Mittwochabend mitteilte, hat sie ihre Mitglieder dazu aufgerufen, von Donnerstag, 7. Dezember, 22 Uhr, bis Freitag, 8. Dezember, 22 Uhr, ihre Arbeit niederzulegen. Fahrgäste müssen wieder mit Tausenden Zugausfällen rechnen. Mitte November fand der letzte Bahnstreik statt. Bei der 20-stündigen Arbeitsniederlegung fielen gut 80 Prozent der eigentlich vorgesehenen Fernverkehrsfahrten aus. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen in manchen Bundesländern noch deutlicher, in einigen Regionen fuhr zeitweise quasi kein Zug und kaum eine S-Bahn.
Zum Streik am 7. bzw. 8. Dezember aufgerufen sind sämtliche Arbeitnehmer unter anderem in den Bereichen Fernverkehr und Regionalverkehr, ebenso die Mitarbeiter der S-Bahnen in Berlin und Hamburg. Im Güterverkehr soll der Streik laut Mitteilung bereits um 18 Uhr am Donnerstagabend beginnen. Zudem sind neben der Deutschen Bahn auch weitere Eisenbahnunternehmen betroffen, etwa der Transdev-Konzern (unter anderem Nordwestbahn). Die GDL bewertet die Tarifverhandlungen sowohl bei der Bahn als auch bei Transdev als gescheitert.
Deutsche Bahn kritisiert Streik-Aufruf: „Verantwortungslos und egoistisch“
Die Deutsche Bahn reagierte noch am Mittwoch mit scharfer Kritik auf den Streik-Aufruf. „Die Lokführergewerkschaft (GDL) vermiest Millionen unbeteiligten Menschen das zweite Adventswochenende. Ein Streik so kurz nach dem Wintereinbruch und so kurz vor dem Fahrplanwechsel ist verantwortungslos und egoistisch“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Abend. „Anstatt zu verhandeln und sich der Wirklichkeit zu stellen, streikt die Lokführergewerkschaft für unerfüllbare Forderungen. Das ist absolut unnötig.“
Laut Mitteilung bedauere die DB sehr, „dass wiederholt die Reisepläne von Millionen Reisenden betroffen sind“. Fahrgäste werden gebeten, während des Bahnstreiks „auf nicht unbedingt notwendige Reisen mit der DB zu verzichten oder die Reise zu verschieben“. Auch für Industrie und Wirtschaft werde es im Schienengüterverkehr zu „massiven Einschränkungen“ kommen.
Bahnstreik für 24 Stunden: DB plant Notfahrplan für den Fernverkehr
Für den Fernverkehr habe die Deutsche Bahn einen Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten. „Für diese Fahrten setzt die DB längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel bringen zu können. Dennoch kann eine Mitfahrt nicht garantiert werden“, heißt es weiter.
Im Regionalverkehr sei es das Ziel, ein stark reduziertes Angebot zu fahren. „In welchem Umfang dies möglich ist, unterscheidet sich regional stark. In jedem Fall wird es auch im Regionalverkehr massive Einschränkungen geben.“ Dies gelte besonders für Bayern, wo die Aufräumarbeiten nach den historischen Schneefällen vom Wochenende noch anhalten. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die Auskunftsmedien zu informieren, ob ihre Verbindung verfügbar ist.
Streik bei der Deutschen Bahn – Rechte für Fahrgäste
Zudem teilt die Deutsche Bahn mit, dass Fahrgäste, die ihre für den 7. oder 8. Dezember geplante Reise aufgrund des Streiks verschieben möchten, ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen können. Die Zugbindung sei aufgehoben und die Fahrkarte gelte dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen könnten zudem kostenfrei storniert werden. Wer seine Reise vorverlegen möchte, könne dies ebenfalls tun und bereits am 7. Dezember verreisen. Eine Ticketerstattung sei unter den entsprechenden Voraussetzungen auch möglich.
Der Tarifstreit zwischen der GDL und der Bahn ist in sehr kurzer Zeit heftig eskaliert. Mit dem nun ausgerufenen Warnstreik bleibt die GDL wie angekündigt auf Konfrontationskurs. Zwischen dem Verhandlungsauftakt und dem Scheitern der Gespräche lagen nur 15 Tage - dazwischen kam es bereits zu einem Warnstreik, zudem leitete die Gewerkschaft eine Urabstimmung über unbefristete Streiks ein. (mit dpa-Material)
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