Auch an Weihnachten?

GDL kündigt weiteren Warnstreik an: Tarifstreit bei der Bahn eskaliert

Für Bahnkunden wird es erneut ungemütlich. Die Gewerkschaft GDL erklärt die Tarifverhandlungen für gescheitert und kündigt einen Warnstreik an. Die Sorge vor Bahnchaos an Weihnachten wächst.

Hamm - Der Tarifstreit zwischen der Lokführer-Gewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Die GDL erklärte die Gespräche bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde für gescheitert. Die Suppe müssen nun Bahnreisende und Pendler in ganz Deutschland auslöffeln. Auf sie kommen jetzt weitere Warnstreiks zu.

Tarifstreit bei der Bahn eskaliert: GDL kündigt neuen Warnstreik an

Die Gewerkschafter um ihren Vorsitzenden Claus Weselsky ließen die Ankündigung neuer Warnstreiks am Freitag, 24. November, drohend in der Luft hängen - Informationen zu Termin und Dauer gaben sie zunächst nicht bekannt. Weselsky sagte lediglich:  „Wann diese stattfinden werden, werden wir der Öffentlichkeit rechtzeitig mitteilen.“

Bereits Mitte November hatte die GDL mit einem 20-stündigen Ausstand den Bahnverkehr in ganz Deutschland weitgehend lahmgelegt.

Für Menschen, die auf die Bahn angewiesen sind, könnte es in den Wochen bis Weihnachten dicke kommen, denn aktuell läuft auch eine Urabstimmung unter den GDL-Mitgliedern über unbefristete Streiks. Das Ergebnis wird Ende Dezember erwartet. Wenn 75 Prozent der Abstimmungsteilnehmer unbefristeten Arbeitskämpfen zustimmen, darf die GDL auch dieses Druckmittel im Tarifstreit einsetzen.

Warnstreik bei der Bahn: Kommt das Chaos an Weihnachten?

Über allem schwebt das Damoklesschwert eines Streiks an Weihnachten. Während Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag sagte, dass die GDL einen dreiwöchigen Weihnachtsfrieden zwischen dem 15. Dezember und dem 7. Januar abgelehnt habe, äußerte sich Weselsky bislang zurückhaltend zum Thema Bahnstreik an Weihnachten. Auch der Kampf um die öffentliche Meinung läuft.

Bei den Tarifverhandlungen im Mittelpunkt steht derzeit die Forderung der GDL nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. DB-Personalvorstand Martin Seiler hält die Forderung für nicht umsetzbar und sieht auch keinen Verhandlungsspielraum: zu teuer.

Warnstreik bei der Bahn: GDL fordert, Deutsche Bahn lehnt ab

Die Forderungen der GDL im einzelnen:

  • Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzung
  • Mindestens 555 Euro mehr Lohn im Monat (324 Euro für Azubis)
  • Erhöhung der Zulage für Schichtarbeit um 25 Prozent
  • Inflationsprämie von 3000 Euro für Voll- und Teilzeitbeschäftigte (1500 Euro für Azubis)

Die Bahn hat bisher eine elfprozentige Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von 32 Monaten sowie die geforderte Inflationsausgleichsprämie angeboten.

Ein Ausweg aus der aktuellen Lage könnte eine Schlichtung sein, also Verhandlungen mit einem oder mehreren Vermittlern. Die Bahn hatte ein solches moderiertes Vorgehen schon vor Beginn der erste Verhandlungsrunde vorgeschlagen, bereits in Erwartung eines harten Tarifkonflikts mit der GDL. Weselsky lehnte den Vorschlag damals mit klaren Worten ab. Am Freitag legte er nach: Er sehe auch jetzt für eine Schlichtung „keinen Raum“.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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