Forderungen der Gewerkschaft
„Provokation“: GDL lehnt Bahn-Angebot ab – es könne schon bald zu Streiks kommen
In Deutschland droht der nächste Bahn-Streik. Die Gewerkschaft GDL hat ein erstes Angebot der DB abgelehnt. Streiks sind damit erst einmal nicht augeschlossen.
Update von 9. November, 18.21 Uhr: Nach dem Auftakt der Tarifrunde haben sich die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL am Donnerstag vertagt und wollen ihre Gespräche in der kommenden Woche fortsetzen. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler begrüßte die Gesprächsbereitschaft der Gewerkschaft. Derweil kritisierte GDL-Chef Claus Weselsky das erste Angebot der Bahn jedoch scharf. Die GDL sei „stets bereit, weiter zu verhandeln“, dennoch könne es bald zu Streiks kommen, erklärte der Gewerkschafter.
Die Bahn hatte zum Auftakt der Tarifrunde mit der Lokführergewerkschaft GDL ein erstes Angebot vorgelegt: Sie bietet elf Prozent mehr Lohn sowie eine Inflationsprämie von bis zu 2850 Euro bei einer Laufzeit von 32 Monaten. Die von der GDL geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich – eines der Kernanliegen der Gewerkschaft – sei hingegen „der falsche Weg“, erklärte Seiler.
Daraufhin sprach Weselsky von einer „Provokation“. Die angebotene Gehaltserhöhung sei viel zu niedrig, die Laufzeit viel zu lang, die rasche Auszahlung eines Teils der Inflationsprämie an eine „Friedenspflicht“ zum Verzicht auf Streiks bis nach Weihnachten gebunden. Die GDL lasse sich ihr Recht auf Arbeitskampf „nicht abkaufen“, erklärte der Chef der Gewerkschaft. „Eine Inflationsausgleichsprämie unter diesen Bedingungen wird es mit uns nicht geben.“ Dennoch wurden vier neue Termine im Wochenrhythmus vereinbart mit dem Ziel, noch vor Weihnachten fertig zu sein. Um Streiks in dieser Phase zu verhindern. Ausgeschlossen sind sie damit aber noch nicht.
Bahn-Streik an Weihnachten? GDL lehnt Vorschlag der Bahn ab
[Erstmeldung] Hamm - Finanzierungszoff um das Deutschlandticket, Streikwelle im Frühjahr und immer wieder Verspätungsärger: Kaum ein Unternehmen lieferte 2023 so verlässlich Schlagzeilen wie die Deutsche Bahn, wenn auch nicht immer selbst verschuldet. Zum Ausklang des Jahres droht Pendlern und Bahnreisenden weiteres Ungemach. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) will mehr Geld für ihre Mitglieder und droht mit Streik im November und Dezember.
Bahn-Streik an Weihnachten: Gewerkschaft GDL mit klarer Ansage
Am 31. Oktober lief der Tarifvertrag zwischen der GDL und der Deutschen Bahn aus. Am Donnerstag, 9. November, beginnt die erste Verhandlungsrunde für einen neuen. Die Fronten sind aber schon jetzt verhärtet. „Ich glaube nicht, dass diese Tarifrunde ohne Streik auskommt“, sagt Gewerkschaftschef Claus Weselsky, der schon bei früheren Arbeitskämpfen nicht durch große Milde auffiel.
Um diese Forderungen der Deutschen Lokführer-Gewerkschaft drehen sich die Tarifverhandlungen mit der Bahn:
- Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzung
- Mindestens 555 Euro mehr Lohn im Monat (324 Euro für Azubis)
- Erhöhung der Zulage für Schichtarbeit um 25 Prozent
- Inflationsprämie von 3000 Euro für Voll- und Teilzeitbeschäftigte (1500 Euro für Azubis)
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zudem nur zwölf Monate betragen. GDL-Chef Claus Weselsky kündigte an, erneut auf eine schnelle Urabstimmung zu setzen, um unbefristete Streiks statt Warnstreiks durchführen zu können. „Die Beschäftigten der Bahn haben die Messer schon gewetzt und wollen die Auseinandersetzung“, sagte er der Augsburger Allgemeinen. So etwas nennt man Kampfansage.
Bahn lehnt Forderungen der GDL ab: Es drohen Streiks im November und Dezember
Bahn-Personalchef Martin Seiler bezeichnete die Forderungen als „unerfüllbar“: „Wenn wir die Forderungen der GDL erfüllen würden, würden unsere Personalkosten um über 50 Prozent steigen – und das ist durch nichts, aber auch durch gar nichts zu rechtfertigen“, sagte er. Besonders die 35-Stunden-Woche liegt der Bahn schwer im Magen. Dann müsste man 10.000 neue Mitarbeiter einstellen, so Seiler.
Die Signale zeigen also auf Streik. Wieder einmal. Erst Ende August hatten die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Deutsche Bahn ihren Streit mit einem Tarifabschluss beendet. Nun könnte es für Bahnreisende und Pendler dicke kommen, und zwar bereits im November.
Bahn-Streik an Weihnachten? „Man sagt zwar, dass ich beinhart, aber nie, dass ich bescheuert bin“
Streiks drohen auch in der Weihnachtszeit und in den Weihnachtsferien. Auf die Frage, ob sich die Fahrgäste auch zu Weihnachten auf einen Streik einstellen müssten, sagte Weselsky der Berliner Morgenpost: „Das will ich nicht ausschließen. Wenn Sie sagen an Weihnachten selbst, äußere ich mich nicht dazu. Man sagt zwar, dass ich beinhart, aber nie, dass ich bescheuert bin.“
Die Bahn hat der Gewerkschaft offenbar schon vor Wochen einen „Weihnachtsfrieden“ vorgeschlagen, mit dem Streiks an den Feiertagen nicht möglich gewesen wären. „Das haben wir abgelehnt, weil wir die Entwicklung nicht kennen und weil wir nicht wissen, wie viele Verhandlungen wir bis dahin machen“, sagte Weselsky damals.
GDL gegen Bahn - das ist nicht der einzige Tarifkonflikt im Herbst 2023. Eine Welle von Warnstreiks droht auch im öffentlichen Dienst, diesmal bei den Beschäftigten der Länder. Betroffen sind Schulen, Unikliniken, Polizei oder Justizverwaltung.
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