„Mindestens drei Tage“
Bahnstreik im Januar 2024 wird enorm – GDL-Chef Weselsky nennt Dauer
Im Januar 2024 müssen sich Kunden der Deutschen Bahn auf enorme Streiks einstellen. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL gibt eine Dauer bekannt.
Hamm - Kunden der Deutschen Bahn müssen sich keine Sorgen machen, dass ihre Reisepläne zu Weihnachten oder an Silvester von Streiks durchkreuzt werden. Doch es ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat für Anfang Januar Streiks angedroht. Und die werden es nach den jüngsten Aussagen von GDL-Chef Claus Weselsky in sich haben: „Wir werden Streiks von drei bis maximal fünf Tagen machen.“
Bahnstreik 2024 wird massiv: GDL-Chef Claus Weselsky nennt Dauer
Immerhin: Auf unbefristete Streiks, wie sie nach der Urabstimmung der GDL-Mitglieder möglich wären, will die Gewerkschaft im Tarifstreit mit der Bahn verzichten. „Einen unbefristeten Streik auszurufen, wäre mit Blick auf die Kunden und die wirtschaftlichen Folgen nicht in Ordnung“, sagte Weselsky der Rheinischen Post. „Da werden wir unserer Verantwortung gerecht.“
Ob der – zumindest vorübergehende – Verzicht auf unbefristete Streiks die Bahnkunden beruhigt, ist fraglich. Denn schon wenn die Züge mindestens drei Tage lang still stehen, ist das für Millionen Menschen in Deutschland ein massiver Eingriff in den Alltag. „Das, was jetzt kommt, wird kräftiger, wird länger, wird härter für die Kunden“, kündigte der Chef der Gewerkschaft nach der Urabstimmung an.
GDL-Chef zum Bahnstreik: „Mindestens drei Tage“
Einen Vorgeschmack darauf, was Bahnkunden ab dem 8. Januar erwartet, gab es bereits bei zwei 20-stündigen Streiks im November und Anfang Dezember. Dabei fielen gut 80 Prozent der vorgesehenen Fahrten im Fernverkehr aus. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen in manchen Bundesländern noch deutlicher, in einigen Regionen fuhr zeitweise quasi kein Zug und kaum eine S-Bahn.
Weselsky bekräftigte kurz vor Weihnachten, dass es bis zum 7. Januar 2024 keinen neuen Ausstand der Lokführer geben werde. Schon sehr bald danach wird mit massiven Arbeitsniederlegungen gerechnet - sofern sich das Management der Bahn und die Gewerkschaft nicht annähern. Die GDL hat folgende Forderungen:
- Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzung
- Mindestens 555 Euro mehr Lohn im Monat (324 Euro für Azubis)
- Erhöhung der Zulage für Schichtarbeit um 25 Prozent
- Inflationsprämie von 3000 Euro für Voll- und Teilzeitbeschäftigte (1500 Euro für Azubis)
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