Urabstimmung

Jetzt droht Bahn-Chaos: GDL-Mitglieder stimmen für unbefristete Streiks

Die GDL darf nun auch zu unbefristeten Bahnstreiks ausrufen. In einer Urabstimmung anlässlich des Tarifkonflikts sprach sich eine klare Mehrheit dafür aus.

Hamm - Die gute Nachricht für alle Bahn-Fahrer: Vor und an Weihnachten gibt es seitens der Lokführergewerkschaft GDL keine weiteren Arbeitsniederlegungen. Die schlechte. Im neuen Jahr – genauer nach dem 8. Januar – ist in Sachen Bahnstreiks alles möglich. Denn die GDL darf jetzt auch zu unbefristeten Streiks aufrufen.

97 Prozent der abstimmenden Mitglieder sprachen sich in einer Urabstimmung dafür aus, wie die Gewerkschaft mitteilte. „Insgesamt gesehen haben die Kolleginnen und Kollegen ein klares Signal gesendet“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky zum Ergebnis.

GDL-Mitglieder stimmen für unbefristete Streiks bei der Bahn

Mindestens 75 Prozent der abgegebenen Stimmen waren notwendig – und die wurden klar übertroffen. Nach Angaben von Weselsky habe die Wahlbeteiligung bei mehr als 70 Prozent. Der GDL-Chef darf jetzt tatächlich unbefristete Streiks als Druckmittel im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn einsetzen. „Das, was jetzt kommt, wird kräftiger, wird länger, wird härter für die Kunden“, kündigte der Chef der Gewerkschaft an.

Aber eben nicht vor dem 8. Januar – das hatte die Gewerkschaft kurz nach dem jüngsten 24-Stunden-Streik Anfang Dezember versprochen.

Was verdienen Lokführer bei der Bahn aktuell?

Als Lokführer oder Lokführerin bei der Deutschen Bahn verdient man im Jahr dem Konzern zufolge je nach Berufserfahrung und Einsätzen im internationalen Verkehr oder als Ausbilder zwischen 45.000 Euro und 56.000 Euro inklusive Zulagen. Sie und die Zugbegleiter gehören zu den am stärksten vertretenen Berufsgruppen in der GDL.

GDL-Chef Weselsky: „Wir werden nicht auf ewige Zeit streiken“

Mit diesem klaren Ergebnis der Urabstimmung ist der Weg für unbefristete Streiks frei. „Wir sind so verantwortungsbewusst, dass wir nicht auf ewige Zeiten streiken werden“, meinte Weselsky bereits einige Tage vor der Bekanntgabe des Ergebnisses. Bei weiteren 24-Stunden-Streiks bleibe es aber eben auch nicht.

Im Januar drohen „längere und intensivere“ Bahnstreiks.

Nach wie vor gibt es im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn keine Fortschritte – er ist festgefahren. Nach der zweiten Verhandlungsrunde Ende November erklärte GDL-Chef Weselsky die Verhandlungen für gescheitert.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Forderung der GDL nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter bei vollem Gehalt. Die Gewerkschaft strebt eine Verringerung von 38 auf 35 Stunden an, was die Bahn als unerfüllbar ansieht.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Martin Wagner

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