Über 1.000 Erwähnungen
„Ist es unangemessen?“: Mette-Marit fragte Jeffrey Epstein wegen Marius um Rat
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit stand mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Kontakt – sie hatte auch eine Frage zur Erziehung ihres Sohnes.
Oslo – Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) steht im Zentrum eines beispiellosen Skandals. Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums zeigen, dass sie sich mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (66, † 2019) über die Erziehung ihres Sohnes Marius Borg Høiby (29) austauschte.
In einer E-Mail aus dem Jahr 2012 fragte Mette-Marit den Finanzier, ob es für eine Mutter unangemessen sei, ihrem damals 15-jährigen Sohn Marius ein Bild von zwei hüllenlosen Frauen mit Surfbrett als Bildschirmhintergrund vorzuschlagen. Die Enthüllung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das berichtet das US-amerikanische People-Magazin.
Kronprinzessin Mette-Marit räumt schlechtes Urteilsvermögen ein und entschuldigt sich öffentlich
Die Epstein-Akten, die am 30. Januar vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, enthalten fast 1.000 Erwähnungen von Mette-Marit. Die norwegische Tageszeitung VG berichtet, dass die beiden zwischen 2011 und mindestens 2013 in Kontakt standen. In den E-Mails habe Mette-Marit Epstein als sehr charmant bezeichnet und ihm Ratschläge für seine Frauenjagd gegeben. Das schreibt die britische Tageszeitung The Guardian. Besonders brisant: Der Kontakt bestand Jahre, nachdem Epstein schon 2008 wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden war.
Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Dokumente begann am 3. Februar der Prozess gegen Marius Borg Høiby in Oslo. Der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung muss sich vor Gericht wegen 38 Anklagepunkten verantworten, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe. Während seiner Aussage am 4. Februar brach Marius laut Reuters in Tränen aus. Er klagte über die ständige Belästigung durch die Presse, der er seit seinem dritten Lebensjahr ausgesetzt sei. Kronprinz Haakon (52) gab in einer Stellungnahme bekannt, dass er und Mette-Marit dem Prozess fernbleiben werden. Das berichtet das People-Magazin.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr




Die Reaktionen in Norwegen sind heftig. Sogar Premierminister Jonas Gahr Støre (65) kritisierte öffentlich die Kronprinzessin für ihr schlechtes Urteilsvermögen – ein beispielloser Vorgang. Das berichtet die spanische Tageszeitung El País: „Prinzessin Mette-Marit hat selbst eingeräumt, dass sie eine schlechte Entscheidung getroffen hat, und ich stimme ihr zu“, sagte er. Kjetil B. Alstadheim, politischer Kommentator der Zeitung Aftenposten, erklärte: „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Premierminister ein Mitglied der königlichen Familie auf diese Weise kritisiert. Das ist beispiellos.“ Der Palast schränkte die Kommentarfunktionen auf den Social-Media-Kanälen des Königshauses ein, nachdem es zu zahlreichen Verstößen gegen die ethischen Richtlinien gekommen war.
In ihrer Stellungnahme vom 2. Februar räumte Mette-Marit ein: „Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, Epsteins Hintergrund nicht gründlicher untersucht zu haben. Ich bereue zutiefst, überhaupt Kontakt mit Epstein gehabt zu haben. Es ist schlicht peinlich.“ Der Prozess gegen Marius soll etwa sechs Wochen dauern. Bei einer Verurteilung drohen ihm laut NBC News bis zu zehn Jahre Haft. Verwendete Quellen: people.com, elpais.com, theguardian.com, nbcnews.com
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