Norwegisches Königshaus

Wirbel um norwegische Königsfamilie: Kronprinzessin Mette-Marit sagt private Reise ab

Eigentlich wollte Mette-Marit während des Prozesses gegen ihren Sohn verreisen. Doch nach neuen Epstein-Enthüllungen ändert die Kronprinzessin ihre Pläne.

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) verschiebt eine geplante private Auslandsreise. Das bestätigt eine Sprecherin des Königshauses am 4. Februar gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Eine Begründung für die kurzfristige Planänderung liefert der Palast nicht. Die Entscheidung fällt in eine Phase beispielloser Belastung für die norwegische Monarchie. Während in Oslo der Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn Marius Borg Høiby (29) läuft, erschüttern neue Enthüllungen über ihre Verbindung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein († 66, 2019) das Königshaus.

Eigentlich wollte Mette-Marit während des Prozesses gegen ihren Sohn verreisen.

Ursprünglich hatte Mette-Marit angekündigt, während des Gerichtsverfahrens gegen ihren Sohn nicht im Land zu bleiben. Kronprinz Haakon (52) erklärte Ende Januar noch, seine Ehefrau habe „für die nächsten Wochen eine private Reise geplant“, wie die Zeitschrift Gala berichtet. Die Kronprinzessin wollte den Prozess „über die Medien“ verfolgen. Doch dann wurden am Freitag, 31. Januar, neue Dokumente zum Fall Jeffrey Epstein vom US-Justizministerium veröffentlicht. Der Name Mette-Marit taucht darin rund 1.000 Mal auf, wie die norwegische Tageszeitung Verdens Gang enthüllt.

Vertrauenskrise für Mette-Marit: Epstein-Mails und Prozess gegen Sohn erschüttern Norwegens Monarchie

Die E-Mail-Korrespondenz zwischen Mette-Marit und Epstein offenbart einen vertraulichen Ton über Jahre hinweg. In einer Mail aus dem Jahr 2012 bedankt sich die Kronprinzessin für Blumen und schließt mit „In Liebe, Mm“, wie unter anderem das deutsche Promi-Portal Promiflash berichtet. Sie nennt den verurteilten Straftäter „so einen Schatz“ und schreibt Sätze wie „Du kitzelst meinen Verstand“. Mette-Marit übernachtete sogar in Epsteins Haus. Gleichzeitig deutet sie in einer Mail von 2011 an, dass sie seinen zweifelhaften Ruf kannte: „Habe dich nach der letzten Mail gegoogelt. Stimme zu, es sah nicht allzu gut aus.“

Die Konsequenzen für Mette-Marit sind dramatisch. Eine aktuelle Umfrage des norwegischen Senders NRK und der Zeitung Dagbladet zeigt: 76 Prozent der Norweger haben aufgrund der Epstein-Verbindung ihr Vertrauen in die Kronprinzessin verloren. Nur 22 Prozent geben an, ihre Meinung sei unverändert. Auf die Frage, ob Mette-Marit künftig Königin werden solle, antworten 44 Prozent mit Nein – nur 22 Prozent befürworten dies. Die Organisation „Sex og samfunn“, Norwegens größtes Fachzentrum für sexuelle und reproduktive Gesundheit, beendet die Zusammenarbeit mit der Kronprinzessin, wie die Adelswelt berichtet.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

„Es ist einfach nur peinlich“, lässt Mette-Marit nach Bekanntwerden der Dokumente erklären. Sie bedauere, „Epsteins Hintergrund nicht besser geprüft“ zu haben. Während ihre Kinder Prinzessin Ingrid Alexandra (22) und Prinz Sverre Magnus (20) ins Ausland reisen, bleibt die unter Druck geratene Kronprinzessin nun offenbar in Norwegen. Der Prozess gegen ihren Sohn, dem unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen wird, läuft bis Mitte März. Kronprinzessin Mette-Marit selbst kämpft zudem seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen. Verwendete Quellen: Adelswelt, Dagbladet, DPA, Gala, NRK, Promiflash, Verdens Gang (nana)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gonzales Photo/Ketil Martinsen

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