Königshaus wankt

Marius vor Gericht, Epstein-Affäre um Mette-Marit: Norweger stellen Monarchie infrage

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit steckt in der größten Krise ihres Lebens. Ihr Sohn steht vor Gericht, ihr Epstein-Kontakt sorgt für Ärger.

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) erlebt die schwersten Tage ihrer royalen Karriere. Ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby (29) steht in Oslo wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht. Gleichzeitig erschüttern neue Enthüllungen über ihre Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (66, † 2019) das skandinavische Königshaus. Eine aktuelle Umfrage des norwegischen Nachrichtenportals ABC Nyheter zeigt: 45 Prozent der Norweger haben mittlerweile ein negativeres Bild von der Monarchie – im August waren es noch 36 Prozent.

Mette-Marit wird von einigen Norwegern aufgrund der Epstein-Geschichte nicht mehr als künftige Königin akzeptiert.

Mette-Marit muss sich für ihre Kontakte zu Epstein rechtfertigen. Ihr Name taucht mehr als 1.000-mal in den freigegebenen Ermittlungsakten auf. Besonders brisant: 2013 wohnt sie vier Tage lang in Epsteins Anwesen in Palm Beach (US-Bundesstaat Florida). Der norwegische Hof bestätigt gegenüber dem Sender NRK, dass Mette-Marit das Haus über einen gemeinsamen Freund gemietet habe. Die Kronprinzessin entschuldigte sich in einer Stellungnahme und räumte ein, sie habe ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen. Der Fakt bleibt jedoch bestehen, dass die dreifache Mutter zwischen 2011 und 2013 mehrfach E-Mail-Kontakt mit Epstein hatte.

Vertrauen der Bevölkerung in Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit schwindet dramatisch

Gleichzeitig begann am 3. Februar der Prozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby am Osloer Bezirksgericht. Der 29-Jährige, Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, muss sich wegen 38 Anklagepunkten verantworten – darunter Vergewaltigung in vier Fällen, häusliche Gewalt, Drogendelikte und weitere Vergehen. Kurz vor Prozessbeginn wurde er erneut festgenommen, weil er gegen ein Kontaktverbot verstoßen und mit einem Messer gedroht haben soll. Bis zum 2. März bleibt er in Untersuchungshaft, seine Anwälte wollten möglicherweise Berufung einlegen.

Im norwegischen Parlament stimmten die Abgeordneten am Dienstag über die Zukunft der Monarchie ab. Das norwegische Nachrichtenportal Dagbladet berichtet von dieser historischen Wahl: 26 Parlamentarier votieren für die Abschaffung des Königshauses, 141 stimmen dagegen. Der Parlamentsabgeordnete Per Willy Amundsen von der Fortschrittspartei erklärte von der Rednertribüne: „Die mediale Aufregung, in der sich das Königshaus derzeit befindet, ist nicht der Grund für diese Abstimmung. Es mag so aussehen, als hätte die Kronprinzessin das norwegische Volk getäuscht, aber das darf nicht die Verdienste schmälern, die der König seit vielen Jahren für Norwegen erworben hat.“ Demgegenüber sagt ein Norweger bei „Brisant“ kurz vor Prozessbeginn: „Wir werden diskutieren müssen, ob wir uns überhaupt noch eine Monarchie leisten können.“

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Die Meinungen mögen verschieden sein, doch die Krisen um Mette-Marit hinterlassen Spuren. König Harald (88) und Königin Sonja (88) stehen loyal zu ihrer Schwiegertochter. Alle wünschen sich einen fairen Prozess. Doch die eigentliche Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet. Eine im „RTL Nachtjournal“ befragte Norwegerin bringt es auf den Punkt: „Es ist eine traurige Geschichte: Dieser Junge hatte jede Chance, etwas aus seinem Leben zu machen, und er hat es komplett vermasselt.“ Verwendete Quellen: abcnyheter.no, dagbladet.no, nrk.no, aftenposten.no, ARD („Brisant“), RTL („RTL Nachtjournal“)

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