Deutsche Bahn
Bahnstreik ab Mittwochabend – Bahn erwartet „massive Auswirkungen“
Der Bahnverkehr in Deutschland und NRW wird noch in dieser Woche lahmgelegt. Für 20 Stunden ruft die Lokführergewerkschaft GDL ab Mittwochabend zum Streik auf.
Köln – Jetzt steht es fest: Die Lokführergewerkschaft GDL wird die Deutsche Bahn noch in dieser Woche bestreiken. Laut Angaben der GDL soll der Streik von Mittwochabend (15. November) ab 22 Uhr, bis Donnerstagabend (16. November), 18 Uhr laufen. In diesem Zeitraum dürften also die meisten Züge in Deutschland ausfallen. Betroffen wären dann sowohl der Fernverkehr als auch weite Teile des Regionalverkehrs und der Güterverkehr.
Dieser Text beschäftigt sich mit dem GDL-Streik vom 15. und 16. November 2023. Neue Streiks wurden noch nicht verkündet. Aktuelle Informationen zum Tarifstreit zwischen GDL und Deutscher Bahn finden sie in unserem News-Ticker.
Bahnstreik ab Mittwoch: Die wichtigsten Fakten
Dass gestreikt wird, war seit Dienstagnachmittag klar. Da hatte die Deutsche Bahn bekannt gegeben, dass die GDL einen Streikbeschluss gefasst hat. Unklar war allerdings noch, wann genau gestreikt wird. Jetzt ist klar: Der Streik kommt früher als erwartet und sogar noch vor dem Start der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL.
- Ab wann wird gestreikt? Mittwoch, 15. November, 22 Uhr
- Bis wann wird gestreikt? Donnerstag, 16. November, 18 Uhr
- Welche Züge sind betroffen? Da die GDL bundesweit zum Streik aufruft, dürften die allermeisten Züge im Fernverkehr, Regionalverkehr und Güterverkehr ausfallen
Welche Linien genau ausfallen und welche vielleicht trotzdem fahren können, ist bislang noch unklar. Die Deutsche Bahn hat diesbezüglich noch keine konkreten Angaben gemacht. Man gehe aber von „massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus“. Die Bahn will schnellstmöglich über Ausfälle informieren. Schon im Vorfeld der Verhandlungen hat die Bahn angesichts von drohender Streiks einen Notfallplan erarbeitet.
GDL bestreikt die Deutsche Bahn: Antworten auf die wichtigsten Fragen
Durch den Streik der Lokführergewerkschaft GDL wird es am 15. und 16. November zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr der Deutschen Bahn kommen. 24RHEIN hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Bahnstreik zusammengefasst.
GDL-Chef Weselsky: „Unmut der Beschäftigten ist groß“
Mit der Streikankündigung der GDL folgte auch eine Kampfansage der Gewerkschaft. „Sollten die Arbeitgeber glauben, die GDL am Nasenring durch die Manege führen zu können, haben sie sich geirrt. Die GDL-Mitglieder belehren sie gerne eines Besseren“, hieß es am Dienstagabend von der Gewerkschaft.
GDL-Chef Claus Weselsky, der in seine letzte Verhandlungsrunde mit der Bahn geht, wurde ebenfalls deutlich: „Der Unmut der Beschäftigen ist groß, ihre Anliegen sind legitim“, so Weselsky. „Wer glaubt, zulasten der Mitarbeiter zynisch auf Zeit spielen zu können, befindet sich im Irrtum. Jetzt ist die Zeit, Verbesserungen zu erzielen, das duldet keinen Aufschub.“
Verhandlungen zwischen Bahn und GDL gingen gerade erst los
Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL laufen erst seit dem 9. November. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 16. November angesetzt. Die GDL hat nun also entschieden, noch vor dem Start der nächsten Verhandlungsrunde zu streiken. Ein Entschluss, den die Bahn noch am Dienstagabend scharf kritisierte.
„Das ist eine Zumutung für die Bahnreisenden. Dieser Streik ist völlig unnötig. Wir haben am Donnerstag und Freitag Verhandlungen im Kalender, die wir gemeinsam vereinbart haben. Die Lokführergewerkschaft ignoriert Absprachen und handelt verantwortungslos“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler.
GDL-Forderungen und Bahn-Angebote noch weit auseinander
Für die aktuelle Tarifrunde fordert die GDL unter anderem für ihre Mitglieder mehr Lohn und eine Inflationsausgleichsprämie. Für beides hat die Bahn bereits Angebote vorgelegt, die von der GDL mit deutlichen Worten abgeschmettert worden sind.
Das größte Problem scheint aber ausgerechnet die Forderung zu sein, die GDL-Chef Weselsky im Vorfeld schon als „das Schwergewicht“ und den wichtigsten Kernpunkt der Tarifrunde genannt hat: nämlich eine Senkung der Wochenarbeitszeit für alle Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden – und das bei vollem Lohnausgleich. Das hatte die Bahn bislang kategorisch abgelehnt und als „nicht machbar“ bezeichnet. Die Vorzeichen für eine schnelle Einigung in den nächsten Verhandlungsrunden stehen daher alles andere als gut. (bs)
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