Deutsche Bahn
GDL kündigt Bahnstreik an – Pendler müssen jetzt stark sein
Im Tarifstreit bei der Bahn droht eine frühe Eskalation. Die Lokführergewerkschaft GDL hat bereits nach der ersten Verhandlung Streiks angekündigt.
Update vom 14. November, 18:30 Uhr: Erst wenige Stunden ist die erste Streikankündigung her. Jetzt ist auch klar, wann die GDL zum Streik aufruft. Die Lokführergewerkschaft will die Bahn ab Mittwochabend (15. November) bestreiken. 24RHEIN zeigt alle Informationen zum Streik bei der Deutschen Bahn im Überblick.
Erstmeldung vom 14. November: GDL kündigt Bahnstreik an – Pendler müssen jetzt stark sein
Köln – Was schon seit Wochen befürchtet wurde, kommt nun offenbar sogar schneller als erwartet. Die Deutsche Bahn wird von der Lokführergewerkschaft GDL bestreikt. Einen entsprechenden Beschluss habe die GDL am Dienstagnachmittag (14. November) übermittelt, teilte die Bahn mit.
„Damit ist jetzt schon klar, dass die GDL streiken wird“, heißt es vonseiten der Bahn. Nicht bekannt ist bislang, wann genau die GDL streiken will. Sicher ist aber: Millionen von Bahn-Pendlern brauchen in den kommenden Wochen starke Nerven. Denn die Lokführergewerkschaft könnte mit einem Streik den Bahnverkehr in Deutschland in weiten Teilen komplett lahmlegen.
Streik-Beschluss der GDL kommt zwei Tage vor nächster Verhandlung
Die Verhandlungen zwischen Bahn und GDL um einen neuen Tarifvertrag laufen erst seit dem 9. November. Schnell wurde aber klar, dass eine Einigung noch in weiter Ferne liegt. „Erwartungsgemäß hat uns die Arbeitgeberseite ein Angebot gemacht, das wir ganz klar und eindeutig kommentieren: zu wenig, zu lange und am Ende des Tages nicht ausreichend“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky nach der Verhandlung.
Die GDL hatte daraufhin angekündigt, die Verhandlungen beim nächsten Termin (16. November) fortsetzen zu wollen. Genau in diesen Plan grätscht nun quasi der Streikbeschluss der Lokführergewerkschaft rein. Denn auch wenn die Verhandlungen dadurch nicht vom Tisch sind, ist es ein klares Signal der GDL an die Bahn. Man will offenbar möglichst früh möglichst viel Druck ausüben.
Bahn: „Der Streikbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Unding“
Bei der Bahn stößt das erwartungsgemäß nicht auf Gegenliebe. „Jetzt zeigt die Spitze der Lokführergewerkschaft ihr wahres Gesicht, sie war nie an Lösungen interessiert. Der Streikbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Unding“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Dienstagnachmittag. Die GDL würde laut Seiler „Millionen Menschen in Haftung nehmen und die Sozialpartnerschaft mit Füßen treten“, falls man kurz vor der anstehenden Verhandlungsrunde wirklich noch streiken würde. Dennoch bereitet sich die Bahn bereits auf Streiks vor.
Dass diese Tarifrunde zwischen Bahn und GDL ganz ohne Streiks auskommt, dürften sowieso nur die größten Optimisten geglaubt haben. GDL-Chef Weselsky hat schließlich schon mehrere Wochen vor den Verhandlungen offen mit Streiks gedroht und sogar einen „Weihnachtsfrieden“ abgelehnt. „Die Zeichen scheinen auf Sturm zu stehen“, sagte Weselsky, der in Funktion als GDL-Chef in seine letzte Tarifrunde mit der Bahn geht.
Forderungen liegen noch weit auseinander
Bei der ersten Verhandlungsrunde am 9. November machte die Bahn der GDL zwar ein erstes Angebot, das lehnte die Lokführergewerkschaft aber ab. Die GDL fordert im Tarifstreit unter anderem mehr Geld und eine Inflationsausgleichsprämie. Aber der größte Knackpunkt dürfte die Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden sein – bei vollem Lohnausgleich.
Weselsky bezeichnete Ende September im Gespräch mit Ippen.Media genau diesen Punkt als „das Schwergewicht“ in dieser Tarifrunde. Die Bahn hingegen nannte diese GDL-Forderung „nicht machbar“ und bezeichnete sie als „falschen Weg“. Solange es hier keine Annäherung gibt, dürfte das Streik-Risiko weiter steigen. (bs)
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