Blindgänger
Bombe in Soest schon entschärft: „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen“
In einem Wohngebiet in Soest wurde ein Blindgänger gefunden. Ein weiterer Verdacht bestätigte sich nicht. Nun ist die Bombe bereits entschärft.
Update vom 17. September, 19.16 Uhr: Am Ende ging es doch recht schnell. „Die Fachleute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe der Bezirksregierung Arnsberg haben die Entschärfung des Blindgängers am Friedrich-Volckmar-Weg erfolgreich abgeschlossen. Von der 500 kg-Bombe geht keine Gefahr mehr aus“, schreibt die Stadt Soest am Abend.
Die Sperrung werde zudem bereits ab 19.15 Uhr aufgehoben. Die rund 2500 Bewohnerinnen und Bewohner der Gebäude in diesem Gebiet können dann in Ihre Wohnungen zurückkehren.
„Uns allen fällt ein Stein vom Herzen, dass dieser schwierige Tag so gut zu Ende geht“, sagt Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer. „Allem voran gilt der Dank von ganz Soest den Einsatzkräften des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, die unter extrem gefährlichen Umständen wieder einmal eine hervorragende Arbeit geleistet haben. Aber auch alle anderen Menschen, die heute im Einsatz waren, können stolz darauf sein, was sie an diesem Tag geleistet haben.“
Bomben in Soest gefunden – Entschärfung könnte sich bis in die Nacht ziehen
Update vom 17. September, 18.30 Uhr: „Erfreuliche Nachricht: Am Verdachtspunkt Goldschmiedeweg ist bis auf das Leitwerk einer Fliegerbombe keine Spur eines Kampfmittels gefunden worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst stellt deshalb die Grabungen im Schacht ein“, teilt die Stadt Soest mit. Aber: „Es bleibt jedoch dabei, dass es eine 500-Kilo-Bombe am Friedrich-Volckmar-Weg gibt. Die Entschärfung dieses Blindgängers wird nun vorbereitet und wird noch an diesem Abend stattfinden.“
Entschärfung der Bombe in Soest dauert an
Update vom 17. September, 18.00 Uhr: Wie der Soester Anzeiger berichtet, erklärte Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, dass derzeit nicht die Möglichkeit besteht, zu sagen, wie lang die Arbeiten am Goldschmiedeweg noch dauern werden. Und: Der Bürgermeister spricht nicht mehr nur von einem Bomben-Verdacht. Im Boden konnte nämlich das Leitwerk des Blindgängers gefunden werden. Die Stadt bittet darum, dass alle Anwohner, dort bleiben, wo sie sich gerade befinden und das Gebiet meiden. Es könnte sein, dass die Evakuierung sich bis in die Nacht oder länger zieht.
Wer keine Anlaufmöglichkeit hat, findet ausreichende Kapazitäten in der Gesamtschule. Dort sollen Betroffene auch Verpflegung bekommen, heißt es. Die Stadt arbeitet derzeit daran, für diesen Fall, denen einen Schlafplatz zu bieten, die keine Alternative haben.
Update vom 17. September, 17.30 Uhr: Das Grundwasser bereitet weiterhin riesige Probleme. Vor Ort wird weiter gepumpt und gepumpt. Ein weiterer zeitlicher Ablauf kann im Moment noch nicht eingeschätzt werden. Das Evakuierungsgebiet darf weiterhin nicht betreten werden. Die Stadt ruft dazu auf, dass Bürger aus dem Evakuierungsgebiet deshalb möglichst noch an ihrem Ausweichquartier bleiben. Die Stadt Soest bittet darum, „sich vorsorglich um private Übernachtungsgelegenheiten zu bemühen“.
Update vom 17. September, 16.00 Uhr: Die Situation mit der Freilegung am Goldschmiedeweg gestaltet sich weiterhin schwierig. Das nachfließende Grundwasser macht den Arbeitern Probleme, an die dort vermutete Bombe heranzukommen.
Bomben in Soest gefunden – Vorbereitungen zur Entschärfung laufen
Update vom 17. September, 13.15 Uhr: Die Entschärfung am Friedrich-Volckmar-Weg verzögert sich noch. Es heißt, dass man mit dieser Entschärfung warten wolle, bis der vermutete zweite Blindgänger am Goldschmiedeweg frei liegt, um beide Bomben zeitgleich zu entschärfen. Dort wird nach aktuellen Informationen weiterhin der wässrige Boden abgepumpt, der die dort vermutete Bombe umgibt.
Update vom 17. September, 12.14 Uhr: Die Evakuierung ist nach Angaben der Stadt Soest seit 11.30 Uhr abgeschlossen. Aktuell sind Experten dabei, die Entschärfung vorzubereiten.
Bomben in Soest gefunden: Häuser evakuiert – Einsatzkräfte angegriffen
Update vom 17. September, 10.27 Uhr: An einem der Hochhäuser nahe dem Aquafun kocht die Stimmung hoch, wie soester-anzeiger.de berichtet: „Wir brauchen hier dringend die Polizei, es eskaliert hier“, riefen Einsatzkräfte plötzlich. Im Haus habe einer der Bewohner im Evakuierungsradius einen Feuerwehrmann angegriffen.
Update vom 17. September, 09.34 Uhr: Nun herrscht Gewissheit: In Soest wurden zwei Bomben in einem Wohngebiet gefunden. Die Behörden haben den Verdacht mittlerweile bestätigt und eine offizielle Warnung über die NINA-App herausgegeben. Demnach handelt es sich im Friedrich-Volckmar-Weg um eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, auch im Goldschmiedeweg liegt eine Fliegerbombe im Erdreich. „Dort wird aktuell noch gearbeitet, sodass hier noch keine Aussage zu einem Kampfmittel gegeben werden kann“, heißt es.
Die Entschärfung seit für den heutigen Sonntag um 12 Uhr geplant.
Sprengstoff, Zünder und Bomben – zu Besuch beim Kampfmittelräumdienst




Bomben-Verdacht in Soest: Die Evakuierungen beginnen
Update vom 17. September, 08.26 Uhr: Wegen des Bombenverdachts hat die Stadt Soest mit der Evakuierung der Wohn- und Geschäftsräume in der unmittelbaren Umgebung begonnen. „Im Soester Westen hat am Sonntagmorgen, 17. September 2023, mit der Räumung der Gebäude in dem festgelegten Evakuierungsgebiet die seit Langem geplante Kampfmittelbeseitigung an zwei Verdachtspunkten in einem Wohngebiet begonnen“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.
Die Evakuierung werde nach Erwartung des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Soest mehrere Stunden dauern. „Sobald diese Maßnahme abgeschlossen ist, wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe der Bezirksregierung Arnsberg mit seiner Arbeit an den beiden Verdachtspunkten beginnen“, heißt es.
Bomben-Verdacht in Soest – möglicher Blindgänger liegt unter einem Wohnhaus
Erstmeldung: Soest - Im Westen der Stadt Soest werden zwei Blindgänger unter der Erde vermutet. Beide Verdachtspunkte befinden sich im selben Wohngebiet: am Goldschmiedeweg und am Friedrich-Volckmar-Weg. Eine der beiden mutmaßlichen Bomben befindet in einem Garten – und die andere unter einem Wohnhaus. „Wir stehen vor der aufwändigsten Kampfmittelräumung in Soest in der Nachkriegszeit“, sagte Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer. Die mögliche Entschärfung steht Sonntag, 17. September, an.
Bomben-Verdacht in Soest – ein möglicher Blindgänger liegt unter einem Wohnhaus
Aufgrund eines privaten Bauvorhabens hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Areal im Soester Westen auf mögliche Kampfmittelreste aus dem Zweiten Weltkrieg überprüft. Bei Messungen im Boden ergaben sich dann Hinweise auf metallische Gegenstände. Dass es sich dabei um Bomben handelt, gilt als sehr wahrscheinlich.
Vor allem die Lage der möglichen Bomben am Goldschmiedeweg ist kritisch, berichtet soester-anzeiger.de. Keine Entschärfung bereitete den Verantwortlichen der Stadt Soest bislang so große Kopfschmerzen wie diese. „So eine Herausforderung hatten wir bisher noch nicht“, sagte Ordnungsamtsleiter Detlef Märte bei einer Info-Veranstaltung für die betroffenen Anwohner.
Bomben-Verdacht in Soest: Evakuierung und mögliche Entschärfung am Sonntag
Die Haushalte im Evakuierungsgebiet sollen am 17. September bis 9 Uhr ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. Wer den Tag nicht bei Freunden oder Verwandten oder bei einem Ausflug verbringt, kann sich zu der eingerichteten Betreuungsstelle der Stadt an der Hannah-Arendt-Gesamtschule, Canadischer Weg 16, begeben. Die Stadt Soest rechnet damit, dass die Evakuierung gegen Mittag abgeschlossen sein wird.
Die Polizei wird im Evakuierungsgebiet verstärkt Streife fahren, damit potenzielle Einbrecher gar nicht erst auf die Idee kommen, die Gunst des menschenleeren Wohngebiets auszunutzen. Polizeisprecher Marco Baffa-Scinelli rät allen von der Evakuierung Betroffenen: „Verlassen Sie Ihr Haus, als würden Sie in den Urlaub fahren.“ Heißt vor allem: Fenster zu, Türen abschließen.
Ablauf für den 17. September
- 8 Uhr: Die Kräfte aller beteiligten Gruppen finden sich an ihren Sammelpunkten ein. Dann ist auch das Bürgertelefon unter 103-2135 besetzt.
- 9 Uhr: Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Soest werden das Evakuierungsgebiet überprüfen und im Einzelfall Personen, die der Aufforderung zur Evakuierung noch nicht nachgekommen sind, aus dem Sperrgebiet begleiten. Die Mitarbeiter des Kommunalbetriebs machen die Zuwege zum Sperrgebiet - von der Hauptstraße bis zum schmalen Fußweg - „dicht“.
- Voraussichtlich am Mittag: Startschuss für den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Die bereits vorbereiteten Gruben werden bis zu den vermuteten Blindgängern ausgehoben. Handelt es sich tatsächlich um Bomben, beginnt die Entschärfung.
„Im Idealfall sind die Bomben am späten Nachmittag entschärft und zum sicheren Abtransport vorbereitet“, erklärt Dr. Ruthemeyer. „Dann könnten wir die Sperrung des Evakuierungsgebietes aufheben und die Menschen können in ihre Wohnungen zurückkehren.“
Mögliche Blindgänger im Soester Westen – mehrere Straßen gesperrt
Gesperrt werden unter anderem folgende Hauptverkehrsstraßen:
- Paradieser Weg ab Kreisverkehr Ardeyweg bis zu der Einmündung Geschwister-Scholl-Straße
- Senator-Schwartz-Ring ab Kreisverkehr Ardeyweg bis kurz vor die Einmündung Boleweg
- Werler Landstraße ab Klaggesgraben bis zu der Einmündung Märkische Straße und Clevische Straße
Der aus Westen kommende Verkehr auf der Werler Landstraße wird bereits ab Ampen auf Höhe des Paradieser Holzwegs umgeleitet. Innerörtlich kann das Evakuierungsgebiet über den Kölner Ring in Fahrtrichtung Süden zur Arnsberger Straße oder Richtung Norden zum Hattroper Weg umfahren werden.
Bomben-Verdacht in Soest: So laufen die möglichen Entschärfungen ab
Nach aktuellem Stand der Planung sollen beide Bomben-Verdachtspunkte parallel geöffnet werden, sagt Stadtsprecher Thorsten Bottin.
Der Verdachtspunkt am Goldschmiedeweg soll durch einen Grabungsschacht im Keller des Hauses freigelegt werden. Der Schacht wird einen Durchmesser von etwa 1,50 Metern haben. Durch ihn sollen die Kampfmittel-Entschärfer senkrecht bis zu dem Punkt der metallischen Messung unter den Gebäuden gelangen, um das gemessene Objekt zu prüfen. Für den Grabungsschacht mussten zwei Reihenhäuser vorab durch ein Bauunternehmen gesichert und ausgesteift werden. Dafür wurden 3681 Kilogramm Stahl stützend im Tragwerk verbaut. Da der Grundwasserspiegel im betroffenen Gebiet hoch ist, wurde dieser von Pumpen abgesenkt.
Rund um den Verdachtspunkt am Friedrich-Volckmar-Weg wurden Übersee-Container aufgebaut und mit Wasser befüllt, um im Ernstfall die Druckwelle einer Explosion abzufangen. Im Jahr 2020 musste eine 500-Kilo-Bombe in Soest gesprengt werden.
Mögliche Bombe unter Wohnhaus in Soest – „eine Seltenheit“
Dass eine Weltkriegsbombe unter einem Wohnhaus liegt, sei „tatsächlich eine Seltenheit“, erklärt Karl-Heinz Clemens vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe. Clemens selbst hatte es bislang einmal mit einer Bombe zu tun, die unter einem Wohnhaus lag – vor vielen Jahren in Kamen. „Der Bomben-Blindgänger lag 2,50 bis drei Meter unter der Bodenplatte.“
Im Jahr 2022 wurden in NRW 239 Bomben mit einer Bruttomasse von 50 Kilogramm oder mehr geräumt, wie aus einem Bericht des Innenministeriums hervorgeht. Nicht immer handelte es sich dabei um Bomben, die die Kampfmittelräumer gezielt gefunden haben, sondern um Zufallsfunde durch Dritte. Wer einen Blindgänger findet, sollte einige Dinge beachten – denn die Bombe könnte zur tödlichen Gefahr werden.
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