Vereine hadern mit Kostenerhöhung
„Sicherheitskosten gravierend erhöht“: Stehen Karnevalsumzüge in NRW auf der Kippe?
Verschärfte Sicherheitsauflagen machen Karnevalsumzüge in NRW immer teurer. Vereine stehen vor finanziellen Problemen. Stehen Umzüge in NRW auf der Kippe?
Hamm - Die Karnevalssession erreicht an Rosenmontag in Nordrhein-Westfalen ihren Höhepunkt, doch die Jecken und Narren stehen vor einem Dilemma. Während Karneval traditionell von Ausgelassenheit und Gemeinschaftsgefühl geprägt ist, kämpfen Vereine hinter den Kulissen mit einer bitteren Realität. Die verschärften Sicherheitsauflagen für Karnevalsumzüge treiben auch die Kosten in die Höhen – und bringen so manche traditionsreiche Gemeinschaft an ihre Grenzen. Was bedeutet das für die anstehenden Umzüge in NRW?
Hans-Peter Suchand, Pressesprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval e.V. (CC), erklärt auf Nachfrage von wa.de: „Fakt ist, dass sich die Sicherheitskosten für den Straßenkarneval in den letzten Jahren gravierend erhöht haben. Dadurch wurde der finanzielle Spielraum der Veranstalter erheblich eingeschränkt, was wiederum zur Absage einzelner Rosenmontagszüge führte.“
Die allgemeinen Kostensteigerungen sowie verschärfte Auflagen haben dafür gesorgt, dass die Kosten um 10 bis 15 Prozent gestiegen sein dürften. Obwohl das CC in Düsseldorf von den Kostensteigerungen betroffen ist, wird der Straßenkarneval 2026 in Düsseldorf einschließlich des Rosenmontagszuges in gewohnter Weise stattfinden, erklärt Suchand weiter.
Karneval in NRW: Millionen-Kosten für Sicherheit bei Umzügen
Eine der größten Karnevalshochburgen in NRW ist auch Köln. Ein Sprecher der Stadt Köln erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Für die Sicherheit und Sauberkeit am 11.11. und dem Straßenkarneval setzt die Stadt Köln ein umfangreiches Konzept um. Hierfür kalkuliert die Stadt Köln mit Kosten in Höhe von fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr“.
Für den Rosenmontagszug kämen 237.011 Euro hinzu, für Schull- und Veedelszöch 81.880. Diese Vorlagen befinden sich allerdings noch im Gremienlauf und seien noch nicht beschlossen. Zudem kämen 90.000 Euro Zuschuss für die Veedelszüge in den Stadtteilen (10.000 Euro pro Stadtbezirk) hinzu. „Der Betrag ist in den letzten Jahren gleichgeblieben“, erklärt der Stadtsprecher.
Fotos vom 11.11.: So feiert Köln den Start in den Karneval




„Individuelle Sicherheitsvorkehrungen“: Ministerium äußert sich zu gestiegenen Kosten
Auch ein Sprecher des NRW-Innenministeriums erklärt auf Nachfrage, wie es um die Sicherheitskosten an Karneval in NRW steht. Ob bereits Gespräche mit den Bürgermeistern oder Veranstaltern größerer Karnevalshochburgen in NRW zu den Sicherheitskosten und Karnevalsumzügen liefen, sei nicht bekannt. „Aus der Vergangenheit ist aber bekannt, dass sich Veranstalter, Kommunen und Polizei bereits frühzeitig zusammensetzen und über die individuellen Sicherheitsvorkehrungen sprechen“, so der Sprecher.
Darüber hinaus gebe es eine Fördermöglichkeit für Karnevalsvereine, die unter den gestiegenen Sicherheitskosten leiden, so der Sprecher des Ministeriums. Das Land NRW fördere mit Fördermitteln neue interkommunale Kooperationsprojekte – auch im Bereich Veranstaltungssicherheit – wenn alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind.
Finden Umzüge in NRW 2026 dennoch statt?
Im vergangenen Jahr sorgten zu hohe Sicherheitskosten bereits dafür, dass Events abgesagt werden mussten. So auch ein Stadtfest in Essen. 2025 sorgte derweil eine Bombendrohung dafür, dass der Karnevalsumzug in Essen-Kupferdreh abgesagt wurde. In diesem Jahr sorgen die Sicherheitsanforderungen dafür, dass der Rosenmontagszug einen Tag vorgezogen wird und somit bereits am Sonntag, 15. Februar, stattfindet – damit nicht zwei Umzüge gleichzeitig in Essen laufen und beide so sicher wie möglich stattfinden können, so der Festausschuß Kupferdreher Karneval e.V. in einem Facebook-Posting.
Absagen von diesjährigen Rosemontagsumzügen in Nordrhein-Westfalen aufgrund von zu hohen Sicherheitskosten sind noch nicht bekannt (Stand 21. Januar).
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