Schnee, Wind und Glätte
Kein Chaos in NRW nach Sturmtief Elli – aber Wetterdienst warnt auch am Samstag
Während der Norden im Schnee versank, blieb NRW mit mildem Wind verschont. Einige Probleme gab es dennoch am Freitag – und auch am Samstag bestehen noch Warnungen.
Update vom 10. Januar, 8 Uhr: Am Samstagmorgen liegt vielerorts in NRW eine weiße Schneedecke – das große Sturm-Chaos ist aber ausgeblieben. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wird der Schnee vermutlich noch mehrere Stunden anhalten. Besonders im Sauerland und in den Regionen um Lüdenscheid, Wuppertal und Euskirchen könnte noch einiges herunterkommen. Dort warnt der DWD noch bis zum Mittag vor Schneefall. Im Rest des Bundeslands wird vor leichtem Schneefall gewarnt, teilweise sogar bis 16 Uhr. Danach werde der Schnee langsam abklingen. Dazu kommen teils eisige Temperaturen bis zu -8 Grad.
Update vom 9. Januar, 20.55 Uhr: Nordrhein-Westfalen ist vom Sturmtief Elli am Freitag bislang weitgehend verschont geblieben, während der Zugverkehr in Norddeutschland komplett zum Erliegen kam. Statt Schneechaos wie in anderen Bundesländern erlebte NRW am Freitag Tauwetter mit Temperaturen bis zu 7 Grad. Dennoch spürten Bahnreisende aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland die Auswirkungen deutlich: Wegen des gestoppten ICE-Verkehrs rund um Hannover waren Zugverbindungen nach Berlin und Hamburg unterbrochen.
Die Deutsche Bahn plant, am Samstagmorgen den Fernverkehr schrittweise wieder aufzunehmen. Allerdings müssen Reisende bundesweit weiterhin mit Einschränkungen und Zugausfällen rechnen. Das Unternehmen empfiehlt allen Fahrgästen, sich vor Reiseantritt in der App DB Navigator oder auf der Internetseite über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.
Und das winterliche Wetter ist in Nordrhein-Westfalen noch nicht vorbei. Für die Nacht zum Samstag warnen Meteorologen vor Glätte durch Schnee und gefrierende Nässe, besonders in höheren Lagen. Der Deutsche Wetterdienst hat für den Großteil des Landes allerdings nur die niedrigste Warnstufe 1 vor Windböen, Frost und leichtem Schneefall ausgegeben. Lediglich das Siegerland und kleinere Teile des Sauerlands erhielten die Warnstufe 2 für „markantes Wetter“. Die Polizei ruft Autofahrer landesweit zu besonderer Vorsicht auf.
Sturmtief Elli: Nur vereinzelte Unfälle in NRW – keinen Kilometer Stau
Das Tiefdruckgebiet zog in der Nacht zum Freitag über NRW hinweg. Während Winterdienste im Dauereinsatz waren, um die Straßen freizuhalten, fiel in den meisten Regionen statt Schnee hauptsächlich Regen. Im morgendlichen Berufsverkehr kam es daher nur zu vereinzelten Glätte-Unfällen. Bemerkenswert war auch die Ruhe auf den Autobahnen: Laut WDR-Verkehrsstudio gab es am Freitag sowohl morgens als auch abends keinen einzigen Kilometer Stau im gesamten Bundesland – ein für Werktage äußerst ungewöhnliches Phänomen. Offenbar hatten viele Pendler aufgrund der Wetterwarnungen ihre Fahrzeuge stehen gelassen.
In Ostwestfalen und im Sauerland verzeichnete die Polizei dennoch einige witterungsbedingte Unfälle. An Steigungen blieben Lastwagen stecken und mussten auf Streudienste warten. Im Siegerland kollidierte ein leerer Bus mit einem Baum. In Kalkar am Niederrhein stieß ein Räumfahrzeug beim Abbiegen mit einem überholenden Geldtransporter zusammen.
Das Wochenende bringt auch in Nordrhein-Westfalen noch einmal knackig tiefe Temperaturen. Bis zu minus 13 Grad seien in Ostwestfalen möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst mit.
Sturmtief Elli zieht nach NRW – DWD gibt mehrere Warnungen heraus
Update vom 9. Januar, 18.15 Uhr: Sturmtief Elli zieht langsam von den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen. Zunächst hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Warnstufe für das bevölkerungsreichste Bundesland sogar aufgehoben. Mittlerweile sieht die Lage aber wieder anders aus. Für ganz NRW gelten amtliche Warnungen.
Besonders betroffen sind die südlichen und östlichen Kreise und Städte in NRW. So gilt beispielsweise im Sauerland eine amtliche Warnung vor Schneefall. „Es tritt im Warnzeitraum Schneefall mit Mengen zwischen 8 cm und 15 cm auf. In Staulagen werden Mengen bis 25 cm erreicht. Verbreitet wird es glatt“, heißt es. Die Warnung der Experten gilt zunächst bis Samstag, 10. Januar, 12 Uhr.
Zusätzlich dazu warnen die Experten aber auch vor Windböen in vielen Regionen. Die Warnung gilt zunächst bis Freitag, 9. Januar, 20 Uhr, in einigen Regionen sogar bis Samstag, 2 Uhr. „Es treten oberhalb 600 m Windböen mit Geschwindigkeiten um 55 km/h (15 m/s, 30 kn, Bft 7) anfangs aus südlicher, später aus südwestlicher Richtung auf. In exponierten Lagen muss mit Sturmböen um 70 km/h (20 m/s, 38 kn, Bft 8) gerechnet werden“, heißt es beispielsweise in der Warnung im Kreis Siegen-Wittgenstein.
Sturmtief Elli bringt Wetter-Überraschung: DWD ändert Warnstufe in NRW
[Erstmeldung vom 9. Januar, 11.19 Uhr] Hamm – Das Sturmtief Elli hat Deutschland am Freitag, 9. Januar, fest im Griff. Gerade in Norddeutschland gab es ungeahnte Mengen an Neuschnee. Doch NRW bleibt weitgehend verschont. So schraubt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Warnstufe im nördlichen und mittleren Teil NRWs sogar herunter und hebt somit die Warnlage auf. Deutliche Plusgrade entschärfen die Situation im bevölkerungsreichsten Bundesland.
Das liege, so der DWD, daran, dass das Sturmtief Elli nur langsam von den Niederlanden gen Osten zöge. Daher fließt zur Zeit mildere Atlantikluft nach NRW. Dies sorgt für die verhältnismäßig hohen Temperaturen.
Sturmtief Elli verschont NRW, doch in einigen Regionen gibt es dennoch Schnee
Dennoch bleibt der Tag unbeständig: Bedecktes Wetter mit teils kräftigen Niederschlägen dominiert. Im Tiefland beginnt es zunächst als Regen, während im Bergland in den höchsten Lagen Schnee fällt. Die Höchstwerte werden bereits am Vormittag zwischen 1 und 6 Grad erreicht, sinken aber am Nachmittag wieder ab, so der DWD. Im Bergland herrscht dann bereits wieder leichter Frost. Am Abend kommt es auch vermehrt in tieferen Lagen wieder zu einem Übergang in Schnee oder Schneeregen, heißt es.
Windig wird es besonders in der Südhälfte des Landes: Dort weht mäßiger bis frischer Südwest- bis Westwind mit steifen, im Bergland sogar stürmischen Böen. An exponierten Stellen sind Sturmböen möglich. Im äußersten Norden hingegen herrscht böiger Ost- bis Nordostwind, dazwischen schwacher bis mäßiger Südostwind. Im Bergland besteht Gefahr von Schneeverwehungen.
Einzig im Siegerland, dem bergischen Land und dem Sauerland gelten noch Warnlagen. Es wird vor Wind und starkem Schneefall auf der Warnstufe 2 von 4 gewarnt. In Höhenlagen könne es weiterhin Neuschnee geben, so der DWD. Auch Frost sei örtlich möglich. Aufgrund des Sturmtiefs Elli gilt diese Warnung (Stand: 9. Januar, 10:35 Uhr) bis um 12 Uhr am Samstag, 10. Januar. Es kann auch zu Glätte kommen.
In der Nacht zum Samstag bleibt es stark bewölkt bis bedeckt mit zeitweisem Schneefall. Die Temperaturen sinken weiter auf –2 bis –6 Grad ab. Allenfalls im Nordosten weht noch stark böiger Nordostwind.
Die Wetterlage hat auch Einfluss auf den Bahnverkehr.
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