Sturmtief „Elli“

Extrem-Wetter in Deutschland: Blizzard-Bereich zieht jetzt nach Süden – nächstes Bundesliga-Spiel abgesagt

Der Winter zeigt in Deutschland seine volle Macht. „Elli“ verursacht Schneechaos und Verkehrsprobleme. Zahlreiche Schulen reagieren. Aktuelle Prognosen zeigen das Ausmaß.

Update vom 9. Januar, 16.50 Uhr: Wie die DFL mitteilt, wird auch das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim nicht stattfinden. „Die derzeitige Wetterlage hat zu flächendeckenden Vereisungen und erheblichen Schneeverwehungen in weiten Teilen des Stadionareals geführt, die eine sichere Durchführung des Spiels nicht ermöglichen“, heißt es.

Update vom 9. Januar, 13.28 Uhr: Wie die Bild berichtet, wird das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig abgesagt. Zu groß sind die Schneemengen in Hamburg, außerdem müsste die Leipziger Mannschaft sowie deren Fans mitten durch die am stärksten betroffene Region reisen.

Update vom 9. Januar, 13.10 Uhr: „Teilweise kommen zwei bis drei Zentimeter Neuschnee pro Stunde zusammen“, sagte ein DWD-Meteorologe über die bis zum Abend erwarteten Schneemengen von der Nordsee bis Ostdeutschland. „Also, da ist ganz ordentlicher Neuschneezuwachs.“ Im Laufe des Nachmittags lasse der Schneefall zwar etwas nach, halte regional aber an.

Im Südwesten dürften die aktuellen Schauer am späteren Nachmittag und Abend ebenfalls in Schnee übergehen. Vor allem in den Mittelgebirgen werden kräftige Schneefälle erwartet. Gleichzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst im Südwesten vor Sturm mit Böen von 70 bis 80 Kilometern pro Stunde, in höheren Lagen teils darüber.

Der DWD rechnet durch Schnee, Verwehungen und Sturm weiter mit erheblichen Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr. Entsprechende Warnungen vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen gelten weiterhin. Im Laufe der Nacht sollen sich die Schneefälle dann zunehmend in die Südhälfte des Landes verlagern.

Update vom 9. Januar, 11:55 Uhr: Das Winter-Wetter beschert nun sogar Regionen Schnee, die ziemlich lange keinen Schnee in diesem Ausmaß verzeichnet haben. Der Focus berichtet unter Berufung auf Meteorologe Jan Schenk von „The Weather Channel“, dass sogar Ostfriesland am Freitag rund 15 Zentimeter Schnee erwarte. Dies sei in dieser Intensität zuletzt 1991 in Aurich verzeichnet worden.

„Wir haben es hier also mit einem Rekordschneefall zu tun, zumindest in der Tagesmenge an Schnee. In diesem Jahrtausend haben wir das noch nicht gesehen.“ Und auch für Hamburg ist die aktuelle Schneemenge keine Regelmäßigkeit. Wie Schenk weiter erklärt, habe es dort zum letzten Mal vermutlich 2013 in diesem Ausmaß wie am Freitag geschneit.

Update vom 9. Januar, 11:30 Uhr: Vermutlich wegen des Winter-Wetters ereignete sich in Niederbayern im Landkreis Dingolfing-Landau ein schwerer Unfall, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Die beiden Autos sind frontal zusammengestoßen. Wie ein Polizeisprecher sagte, war eines der Autos auf einer Staatsstraße bei Reisbach ins Schleudern geraten. Das Fahrzeug geriet daraufhin auf die Gegenspur, es kam zum Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto. Ein Fahrer und sein Beifahrer erlitten tödliche Verletzungen, der Fahrer des anderen Wagens wurde laut Polizei schwer verletzt.

Auch in Baden-Württemberg sorgt Sturmtief „Elli“ für Auswirkungen. Bahnreisende müssen sich auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die Deutsche Bahn kündigte auf ihrer Internetseite an, dass voraussichtlich bis Samstag mit witterungsbedingten Einschränkungen zu rechnen sei.

Aufgrund der Wetter-Warnungen änderte ein Kreuzfahrtschiff sogar seine Route, ein Zwischenstopp wurde gestrichen. Die Aida veröffentlichte nun Hinweise für Urlauber.

Deutschland versinkt im Schnee: Die Bilder vom Wetter-Chaos im Januar

Das Winter-Wetter hat vor allem den Norden Deutschlands fest im Griff.
Schneesturm „Elli“ fegt über Deutschland und bedeckt vor allem den Norden des Landes mit einer dicken Schneeschicht, wie hier in Bremerhaven.
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Freitagvormittag (9. Januar) vor orkanartigen Böen im Schwarzwald und auf Helgoland. Schwere Sturmböen drohen auf dem Brocken. Vielerorts, vor allem im Norden, wird vor Schneeverwehungen und starkem Schneefall gewarnt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in den Mittelgebirgen vor Glatteis. Auch in Bayern bestand am Freitag (9. Januar) die Gefahr von Glatteisregen mit unwetterartigen Auswirkungen.
Deutschland versinkt im Schnee: Die Bilder vom Wetter-Chaos im Januar

Update vom 9. Januar, 9:30 Uhr: Die Lage im Norden spitzt sich weiter zu, nun hat die Deutsche Bahn erklärt, den Fernverkehr in Norddeutschland bis mindestens Mittags einzustellen. Aufgrund der Witterungsbedingungen sei der Schienenverkehr im Großraum Hannover „bis mindestens heute Mittag“ unterbrochen. Damit sei eines der bundesweit wichtigsten Drehkreuze betroffen „und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich“.

Update vom 9. Januar, 8:35 Uhr: Vor allem im Straßenverkehr hat sich das winterliche Wetter am Freitagmorgen bemerkbar gemacht. In Osthessen sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert: die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren.

Zahlreiche Regionen versinken im Schnee, auf vielen Autobahnen herrscht Chaos.

Die A4 ist zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) blockiert, die A5 vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost (Vogelsbergkreis), die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld. Laut einem Sprecher sei das Problem der Schwerlastverkehr. Schwerpunkt ist nach Angaben des Sprechers aktuell die A4. Dort haben sich gleich vier Sattelzüge „neben der Fahrspur eingegraben“. Auf der A7 war schon am frühen Morgen ein Lkw umgekippt und auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Auf der A5 rutschte ein Sattelzug von der Fahrbahn. 

Zunächst kamen Autos noch mit langsamer Geschwindigkeit voran, später bildeten sich überall Staus. Wie lange diese andauern, hängt nach Einschätzung der Polizei zum einen von der weiteren Witterung ab, zum anderen davon, wie lange es dauert, bis die Rettungskräfte die Lastwagen freibekommen.  

Update vom 9. Januar, 7:54 Uhr: Die ersten Regionen können aufatmen: Der angekündigte Schneefall bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in weiten Teilen Brandenburgs und Berlin nun aus. Es werde in der Nordhälfte Brandenburgs und in Berlin deutlich weniger Schnee herunterkommen als vorhergesagt, sagte ein DWD-Sprecher. Die Unwetterwarnung vor starkem Schneefall sei für Berlin und Brandenburg aufgehoben. „Wir sehen keine Gefahr für Leib und Leben“, betonte der Sprecher.

Am Nachmittag soll es dennoch leicht schneien, jedoch nicht in der zunächst vorhergesagten Intensität. Von den schlimmsten Befürchtungen bleibt Berlin und die Nordhälfte Brandenburgs verschont. Kalt werde es aber weiterhin. Bei teils starken Böen könne die gefühlte Temperatur bei Minus 20 Grad liegen. Der Süden Brandenburgs soll wie angekündigt mehrere Zentimeter Neuschnee bekommen.

Update vom 9. Januar, 6:10 Uhr: Der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen. In der Nacht kam es bereits zu ersten Unfällen aufgrund der Glätte. In Baden-Württemberg rutschte ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus.

Die Lagezentren in den Bundesländern sprachen in den frühen Morgenstunden allerdings insgesamt von einem bis dahin ruhigen Verlauf auf den Straßen mit eher kleinen Unfällen. Mancherorts wurde für Freitag vorsichtshalber der Busverkehr eingestellt oder schon vor Einschränkungen gewarnt. 

Update vom 9. Januar, 5:40 Uhr: Winter-Sturmtief „Elli“ ist angekommen und den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen in Offenbach am Freitagmorgen prognostizierten. Auch Italien wurde von einer Kältewelle erfasst, sogar Strände wurden in Schnee gehüllt. Besonders die Adriaküste bietet ein seltenes Bild.

Ansonsten fallen laut Vorhersage bis zum frühen Nachmittag zwischen 5 und 10 Zentimetern, „regional um die 15 Zentimeter in einem Streifen von Ostbayern über die Mitte und die Norddeutsche Tiefebene bis zum Emsland“. Und: „Ein Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden, gebietsweise Unwetter!“, heißt es im Wetterbericht von 5.00 Uhr. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen, dann werden nur noch wenige Zentimeter Neuschnee erwartet.

Doch weil es in einem Streifen vom Nordwesten über den Norden bis in den Osten Deutschlands stürmt, kann es regional zu unwetterartigen Schneeverwehungen kommen, erst in der Nacht auf Samstag soll der Sturm langsam nachlassen. Auch viele Gehwege werden unter der dicken Schneeschicht verschwinden. Was viele dabei nicht bedenken: bei Schnee und Eis herrscht Räumpflicht vor der eigenen Haustür. Wer sich nicht daran hält, riskiert hohe Strafen und Schadensersatz.

Update vom 8. Januar, 21.35 Uhr: Auch im niedersächsischen Oldenburg gibt es Konsequenzen aufgrund des Winterwetters. Die Menschen müssen sich auf Einschränkungen im Busverkehr einstellen. „Aus verkehrs- und sicherheitsrelevanten Gründen sehen wir uns gezwungen, den Busverkehr im gesamten Bedienungsgebiet der VWG ab morgen früh (Freitag, den 09.01.2026) und dann zunächst bis auf Weiteres ruhen zu lassen, um Gefährdungen für Fahrgäste, Fahrerinnen und Fahrer sowie Einsatzkräfte zu vermeiden“, teilt die Verkehrsgesellschaft VWG auf ihrer Website mit.

In Teilen Deutschlands schneit es am Donnerstagabend heftig.

Update vom 8. Januar, 20.50 Uhr: Ab der Nacht erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) „von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle“, die sich bis zur Elbe ausbreiten. In der Mitte und im Süden Deutschlands werde gefrierender Regen erwartet. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann, warnte der Wetterdienst. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee – bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind – bis Freitagfrüh rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr.

Update vom 8. Januar, 19:25 Uhr: Trotz extremer Wetterverhältnisse zog es heute Menschen auf die Straßen. „Um so ein paar Sachen einkaufen zu gehen, bevor alles vollgeschneit ist“, erklärt ein Passant in Hamburg der Tagesschau. Doch die Glätte fordert ihren Tribut: Allein die Asklepios-Klinik im Stadtteil St. Georg behandelte in den vergangenen Tagen bereits über 20 Knochenbrüche infolge von Glätteunfällen. Nils Proksch, Chefarzt der Unfallchirurgie, berichtet: „Wir sehen aber auch Patienten mit Gehirnerschütterungen und leider zum Teil auch Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen.“

Update vom 8. Januar, 17:58 Uhr: Derzeit gilt in mehreren Regionen Deutschlands eine rote Unwetterwarnung der Stufe 3 des DWD (Stand: 8. Januar, 17:54 Uhr). Betroffen sind weite Teile Niedersachsens, Bremens und Bremerhavens, Hamburgs, ein Großteil von Schleswig-Holstein, in Bayern die Regionen westlich von Bad Neustadt a.d. Saale und östlich von Bayreuth. Warnstufe 3 gilt auch im Südosten Bayerns von Regensburg bis runter nach Bad Reichenhall sowie in Baden-Württemberg nördlich von Freudenberg, in Freiburg sowie den angrenzenden Regionen östlich der Stadt im Breisgau.

Schnee-Chaos legt Deutschland lahm, vor allem der Norden ist betroffen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat im Sender Welt dazu geraten, bei den zu erwartenden enormen Schneemengen und drohendem Glatteis „auf alles zu verzichten, was nicht unbedingt nötig ist“. Gleichzeitig bekräftigte der Schnieder, dass es keinen Grund zur Panik gebe. Zwar seien Anzeichen vorhanden, „dass es in Bereichen wirklich sehr gefährlich sein kann“, fügte er hinzu. „Das sollte man wissen und es deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber man sollte eben auch nicht übertrieben reagieren.“

Wegen des erwarteten Sturmtiefs „Elli“ bleiben die Schulen auch in Teilen Schleswig-Holsteins am Freitag (9. Januar) geschlossen. Das betrifft allgemein- und berufsbildende Schulen in den Kreisen Dithmarschen, Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg, Segeberg, Steinburg und Stormarn, wie das Bildungsministerium mitteilte.

An den von Schließungen betroffenen Schulen soll es für die Jahrgangsstufen eins bis sechs aber eine Notbetreuung geben. Die Schülerinnen und Schüler können dort nach Ministeriumsangaben auf Aufgaben zurückgreifen, die ihnen Lehrkräfte bereits im Rahmen des regulären Unterrichts gegeben haben. Schulen könnten zudem über ihr Lernmanagementsystem Unterrichtsmaterial bereitstellen.

Update vom 8. Januar, 16:20 Uhr: Wegen des Winterwetters bleiben die Schulen in ganz Niedersachsen am Freitag für den regulären Schulbetrieb geschlossen. Während es an einigen Schulen Distanzunterricht geben soll, fällt der Unterricht an anderen aus, wie aus einer Übersicht der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen und Mitteilungen der Landkreise und Städte hervorgeht.

Update vom 8. Januar, 14:10 Uhr: Bereits am gestrigen Mittwoch, 7. Januar 2026, ereignete sich in Mölln ein tragisches Unglück. Ein 12 Jahre altes Mädchen war mit seinem Hund an der Anlegestelle des Schulsees unterwegs, als beide auf die nicht tragfähige Eisfläche gerieten und einbrachen. Das Mädchen konnte durch Hilfeschreie auf sich aufmerksam machen.

Wie die Polizei mitteilt, eilte ein Paar dem Mädchen umgehend zu Hilfe. „Während der Mann das schon fast vollständig unter Wasser befindliche Kind unter enormem Kraftaufwand aus dem See herausziehen konnte, verständigte die Frau die Rettungskräfte“, so die Polizei weiter. Für den Hund kam leider jede Hilfe zu spät. Das Mädchen wurde stark unterkühlt in eine Klinik gebracht.

Update vom 8. Januar, 13.35 Uhr: Das Winter-Wetter legt immer mehr Landkreise nahezu lahm. Wegen des erwarteten Sturmtiefs „Elli“ bleiben am Freitag in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in großen Teilen Niedersachsens die Schulen geschlossen. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es Notbetreuung und teilweise Distanzunterricht. Schon am Donnerstag sind Schulen in der Region und auch auf den nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr geschlossen geblieben. Auch andernorts stehen Schulschließungen im Raum, in Sachsen etwa sollen die Schulen selbst darüber entscheiden.

„Das wird schon eine extreme Lage“, sagte ein Meteorologe des DWD in Potsdam zum Winterwetter am Freitag. In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 oder regional bis zu 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Für die Region von Ostfriesland bis Hamburg sowie große Teile Schleswig-Holsteins hat der DWD aktuell eine Unwetterwarnung (Stufe drei von vier) ausgesprochen.

Auch die Gefahren im Straßenverkehr spitzen sich in vielen Regionen zu. Mehrere Polizeistationen meldeten bereits eine größere Zahl an Unfällen und Verkehrsbehinderungen. Wegen des Winterwetters und vielerorts starkem Schneefall sind Streusalz und andere Taumittel in zahlreichen Baumärkten vorübergehend ausverkauft. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei großen Baumarktketten.

Update vom 8. Januar, 12:45 Uhr: Das Winter-Wetter spitzt sich in zahlreichen Regionen weiter zu. Der DWD hat nun im Norden für erste Regionen die Warnstufe auf Unwetterwarnung Stufe 3 erhöht. Die DWD-Wetterkarte färbt sich damit in den ersten Regionen rot. Betroffen sind unter anderem auch Hamburg und Bremen. Es drohe Gefahr für Leib und Leben durch eine stark erhöhte Schneedecke bis hin zu blockierten Verkehrswegen. Der Aufenthalt im Freien solle vermieden werden.

In Baden-Württemberg ist ein 86-Jähriger nach einem Unfall mit einem Schneepflug gestorben. Er starb einige Stunden nach dem Unfall am Mittwoch in einem Krankenhaus, wie die Polizei in Konstanz am Donnerstag mitteilte. Der Mann war demnach in Villingendorf im Landkreis Rottweil auf einem Gehweg unterwegs, als er von einem abbiegenden Räumfahrzeug erfasst wurde.

Der von einem 60-Jährigen gesteuerte Schneepflug hatte nach Angaben der Beamten einen gemeindeeigenen Parkplatz geräumt und wollte auf eine Straße einbiegen. Der schwer verletzte 86-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo er am Mittwochabend starb. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, ein Sachverständiger wurde hinzugezogen.

Update vom 8. Januar, 11:15 Uhr: Wegen des erwarteten Sturmtiefs Elli bleiben am Freitag in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in Teilen Niedersachsens die Schulen geschlossen. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es Notbetreuung und teilweise Distanzunterricht. Welche Regionen und Gebiete genau von aktuellen Warnungen betroffen sind, lässt sich auf der IPPEN.MEDIA Wetter-Karte live verfolgen.

Update vom 8. Januar, 10:39 Uhr: In Deutschland kommt es angesichts des Wetters zu erheblichen Einschränkungen. So gab es bereits am Frankfurter Flughafen wetterbedingte Verzögerungen. 29 Maschinen durften am Mittwoch ausnahmsweise nach 23.00 Uhr starten, wie das hessische Wirtschaftsministerium mitteilte. Normalerweise gibt es Nachtflugbeschränkungen.

Zudem gab es bereits zwei Todesfälle. Ein 59-jähriger Lastwagenfahrer kam bei einem Unfall auf der A2 bei Herford ums Leben. Das meldete die Polizei in Bielefeld. Bei einem weiteren Unfall am Donnerstagmorgen in Gehrde (Landkreis Osnabrück) starb ein Autofahrer. Laut Polizei kam der Wagen von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Baum. Die Beamten schließen nicht aus, dass der Fahrer aufgrund von Glatteis die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.

Besonders schwer trifft es den Norden des Landes. In Hamburg ist der öffentliche Nahverkehr stark beeinträchtigt, Busse und Bahnen fahren unregelmäßig oder fallen aus. Wie die Polizei mitteilte, ist zudem eine wichtige Verkehrsader gesperrt. „Aufgrund des starken Schneefalls und der Glätte ist die Köhlbrandbrücke aktuell in beiden Richtungen gesperrt“, hieß es beim Onlinedienst X. Schulen bleiben in der Hansestadt heute geschlossen.

Wetter-Achterbahn in Deutschland: Sturmtief „Elli“ sorgt für Schneechaos

Erstmeldung: München – Deutschland rüstet sich für eine meteorologische Achterbahnfahrt der besonderen Art. Sturmtief „Elli“ nimmt Kurs auf die Bundesrepublik und bringt eine explosive Mischung aus Schneemassen, orkanartigen Böen und tückischem Glatteis mit sich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bereits vor einem „echten Wetter-Krimi“, der ab Donnerstagabend (8. Januar) seinen Höhepunkt erreichen soll.

Während im Nordosten weiterhin arktische Kaltluft dominiert, strömt vom Atlantik milde Luft heran. Diese Kollision der Luftmassen wird Deutschland in eine Wetterlage versetzen, die Meteorologen nur alle zehn bis 15 Jahre beobachten. Besonders brisant wird die Situation durch den stürmischen Wind, der die Schneemassen zu Verwehungen aufwirbeln kann. „Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr“, sagt Wetterexperte Dr. Karsten Brandt am Dienstag zur Bild.

Sturmtief Elli verwandelt Deutschland in ein Schneechaos: Extreme Windgeschwindigkeiten erwartet

Bereits der Donnerstag beginnt gebietsweise mit leichtem bis mäßigem Schneefall mit ein bis fünf Zentimetern Neuschnee, im Schwarzwald und den Alpen auch mehr. Ab dem späten Donnerstagabend ziehen von Südwesten her kräftige Schneefälle auf, die sich rasch nordostwärts ausbreiten, so der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Vom Nordwesten über die mittleren Landesteile bis nach Bayern rechnen die Meteorologen mit Neuschneemengen zwischen drei und zehn Zentimetern innerhalb von neun bis zwölf Stunden. In Staulagen können sogar bis zu 15 Zentimeter zusammenkommen. Am Freitag (9. Januar) setzt sich der Schneefall im Norden und Osten fort, später auch in den westlichen Mittelgebirgen. Dabei sind erneut drei bis zehn Zentimeter, lokal sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

Ab der Nacht zum Freitag frischt der Wind im Norden sowie im Westen und Südwesten stürmisch auf. Die Böen erreichen dabei Geschwindigkeiten um 55 km/h, an den Küsten und in höheren Lagen gibt es Sturmböen zwischen 70 und 85 km/h. Auf Helgoland und im Hochschwarzwald werden sogar Orkanböen zwischen 105 und 130 km/h erwartet. „Zu Fuß kann man die Orientierung verlieren und einschneien. Man kühlt sofort aus, verliert die Kraft und erfriert“, warnt Experte Dr. Brandt bei der Bild.

Verkehrschaos und Schulausfälle prägen den Alltag in weiten Teilen der Republik

Im Bergland sowie im Allgäu herrscht noch Dauerfrost. Am Donnerstag liegen die Höchstwerte in Bayern bei minus 4 und plus 2 Grad. Der Wind bleibt dabei stark. Im Süden und im Westen soll der Schnee laut DWD in gefrierenden Regen übergehen. Autofahrer müssen sich in der Nacht auf Freitag auf Glatteis einstellen. Am Freitag liegen die Temperaturen zwischen minus 6 Grad an der Oder und plus 8 Grad am Oberrhein.

Die Deutsche Bahn hat vorsorglich Einschränkungen im Fernverkehr angekündigt. Betroffen sind Verbindungen nach Norddeich-Mole, Kiel, Westerland/Sylt, Rostock, Binz/Rügen und Kopenhagen. Auf den Schnellfahrstrecken zwischen Wolfsburg und Berlin, Hannover und Würzburg sowie Frankfurt und Köln fahren die ICE-Züge mit reduzierter Geschwindigkeit von maximal 200 km/h, was zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten führen kann.

Bereits am Donnerstag fällt dem NDR zufolge in mehreren niedersächsischen Regionen der Schulunterricht aus. Einrichtungen in Wilhelmshaven, Emden und im Landkreis Aurich stellen auf Distanzunterricht um. Andere Bundesländer könnten folgen. Hausarztpraxen sowie Krankenhäuser rechnen zudem mit einem Anstieg an Verletzungen durch witterungsbedingte Unfälle.

Winterdienste und Behörden kämpfen gegen Personalengpässe und Materialknappheit

Die Herausforderungen für die Winterdienste sind immens. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) versichert zwar gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass „alle verfügbaren Kräfte auf den Straßen, Bahnhöfen und Schienen unterwegs“ seien, doch die Realität sieht teilweise anders aus. In Mecklenburg-Vorpommern könnte ein Streikaufruf laut einer Pressemitteilung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr zu personellen Engpässen beim Winterdienst führen.

Besonders prekär ist die Situation in Hildesheim, wo der Winterdienst wegen Lieferengpässen beim Streusalz seinen Einsatz einschränken muss. Hamburg hat als Reaktion auf die extreme Wetterlage das normalerweise geltende Verbot von Streusalz auf Gehwegen bis zum 21. Januar aufgehoben, um älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen das sichere Fortkommen zu ermöglichen.

Das Sturmtief „Elli“ wird Deutschland mindestens bis zum Wochenende im Griff behalten. Erst zum Sonntag soll sich die Wetterlage langsam wieder beruhigen. Bis dahin heißt es für Millionen Deutsche: Vorsicht walten lassen und möglichst zu Hause bleiben. (Quellen: dpa, Bild, Deutscher Wetterdienst, Deutsche Bahn, NDR, Tagesschau Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern) (jaka)

Rubriklistenbild: © Montage Moritz Frankenberg/dpa und Jens Kalaene/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare