Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Festgefahrene Wetterlage in Deutschland: Minus 22 Grad gemessen – Schnee und Glätte drohen

Arktische Kälte legt Deutschland lahm, mit Rekordfrost bis minus 22 Grad, überraschend viel Schnee und Glätte. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Deutschland erlebt einen Kälteeinbruch von seltener Schärfe. Polare Luftmassen fluteten das Land und drückten die Temperaturen in Regionen, die man sonst nur aus Hochlagen kennt. Messwerte bis nahe minus 22 Grad am Montagmorgen (5. Januar) markieren die Spitze einer Frostserie, die Nächte klar und Tage eisig machte.

Die Temperaturanomalien in Europa am Montag (5. Januar). Es ist für die Jahreszeit deutlich zu kalt.

Besonders bemerkenswert ist die räumliche Verteilung: Während der Süden traditionell als Schneelager gilt, blieb die Kälte dort trocken. Im Norden dagegen setzte sich die Kaltluft mit Feuchte durch, was Schneefälle begünstigte und den Wintercharakter sichtbar machte. Straßen, Gewässer und Böden froren tief, Energieverbrauch stieg spürbar, und selbst erfahrene Winterregionen meldeten ungewöhnliche Belastungen für Infrastruktur und Alltag.

Wetter in Deutschland: Schnee dort, wo man ihn kaum erwartet

Der Schnee überrascht noch mehr als der Frost. In den Hochalpen fallen die Messlatten niedrig aus, während Mittelgebirge und Norddeutschland winterlich glänzen. Auf der Zugspitze liegen nur 97 Zentimeter, deutlich unter dem langjährigen Mittel, der Feldberg meldet magere 22 Zentimeter. Gleichzeitig melden Orte wie Braunlage oder Bad Berleburg beachtliche Schneehöhen zwischen 25 und 30 cm, und selbst Metropolen im Norden erreichen um zehn Zentimeter.

Ursache ist die Strömung: Kalte Luft traf auf feuchtere Nordseeeinflüsse, während der Süden unter Hochdruck und Trockenheit blieb. Diese Konstellation kehrte übliche Muster um und verschob Wintersportchancen, Verkehrsprobleme und Räumdienste in bislang ungewohnte Regionen. Kommunen reagieren mit Sperrungen, Prioritäten und erhöhten Kosten.

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Gefahr durch Glätte und blockierte Wetter-Lage

Die Lage bleibt angespannt. Glätte und Rutschgefahr betreffen das ganze Land, von Nebenstraßen bis zu Autobahnen, von Gehwegen bis zu Bahntrassen. Behörden raten zu Vorsicht, angepasster Fahrweise und Zeitreserven, Betriebe zu flexiblem Arbeiten. Meteorologisch spricht vieles für eine festgefahrene Wetter-Lage: Blockierende Hochdruckgebiete halten die Kälte gefangen, klare Nächte verstärken die Auskühlung.

Entspannung kommt erst mit einer Umstellung der Strömung. Bis dahin ist Winterdisziplin gefragt, denn kleine Unachtsamkeiten können große Folgen haben. Schulen, Pendler und Lieferketten müssen planen, Heizungssysteme stabil laufen, und Kommunen dauerhaft räumen, um Sicherheit und Versorgung aufrechtzuerhalten. Der Winter hat sich festgebissen und fordert Geduld in allen Regionen für die kommenden Tage landesweit.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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