NRW

Kriminelle Kinder: In diesen Städten gibt es die meisten Straftaten an Schulen

In vielen NRW-Städten werden Schulen immer häufiger zum Tatort. Kinder werden geschlagen, erpresst und beraubt. Besonders eine Region ist stark betroffen.

Köln – Erst Mathe und Deutsch, dann Gewalt und Raub: Die Ausmaße der Kriminalität an Schulen in Nordrhein-Westfalen hat ein besorgniserregendes Niveau erreicht. An einer Schule in Gelsenkirchen gingen Kinder in den vergangenen Monaten auf regelrechte Raubzüge. Auch in Oberhausen ist die Kriminalität an Schulen im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Auf Landesebene zeichnen die aktuellen Zahlen ein klares Bild: Knapp 25.000 Straftaten hat die Polizei in und um Schulen im vergangenen Jahr verzeichnet – ein Anstieg um rund 19 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. Eine Übersicht, wo es besonders viele Fälle gab.

Jugendkriminalität in Köln und Leverkusen: Mehr als 1.400 Straftaten in und um Schulen in 2022

Traurige Spitzenreiter sind die Städte Köln und Leverkusen. Das dort zuständige Polizeipräsidium Köln erfasste 2022 über 1.400 Straftaten an der „Tatörtlichkeit Schule“, heißt es in der Antwort auf eine kleine Anfrage im Landtag von NRW. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass dort mit zusammengerechnet mehr als 1,2 Millionen auch die meisten Menschen leben.

Doch auch innerhalb der Städte hat es im vergangenen Jahr einen Anstieg der Jugendkriminalität gegeben. So ist die Menge der Straftaten von unter 21-Jährigen in Leverkusen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um fast 20 Prozent angestiegen, wie aus dem Jahresbericht zur Jugendkriminalität der Polizei Köln hervorgeht.

Welche Bereiche umfasst die „Tatörtlichkeit Schule“?

Die „Tatörtlichkeit Schule“ erfasst die Polizei bei allen Straftaten, die innerhalb eines Schulgebäudes, dem umfriedeten Gelände einer Schule oder im unmittelbaren Umfeld der Schule begangen werden. Schulische Veranstaltungen, wie beispielsweise eine Klassenfahrt, werden in die Statistik nicht mit einbezogen, der Schulweg ebenso nicht. Wichtig ist dabei, dass auch Straftaten dazu gezählt werden, die nicht während des Schulbetriebs begangen wurden.

Besonders Städte im Ruhrgebiet sind stark von Kriminalität an Schulen betroffen

Auffällig: Besonders das Ruhrgebiet ist stark von Kriminalität in und um Schulen betroffen. So entfallen die zweitmeisten Fälle von Straftaten an den Bildungseinrichtungen in den Zuständigkeitsbereich der Polizei Recklinghausen (Kreis Recklinghausen, Bottrop). Dort wurden im vergangenen Jahr knapp 1.200 Straftaten erfasst. Mit leichtem Abstand folgen gleich vier weitere Städte aus dem Revier: Bochum, Dortmund, Essen und Duisburg.

Die Anzahl an Straftaten in und um Schulen in NRW ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. (Symbolbild)

Jugendkriminalität: Durchschnittlich fast eine Straftat pro Tag an Gelsenkirchener Schulen

Auch in Gelsenkirchen mehrten sich in den vergangenen Wochen die Meldungen von kriminellen Kindern, die die Stadt terrorisieren. Die Gewalt hat ein solch großes Ausmaß angenommen, dass die Polizei die Ermittlungskommission König ins Leben gerufen hat – eigens zur Bekämpfung der ausufernden Jugendkriminalität. Sogar im Landtag von NRW waren die kriminellen Kinder aus Gelsenkirchen bereits Thema.

Vor allem zur evangelischen Gesamtschule im Stadtteil Bismarck mussten die Polizisten immer wieder ausrücken. Doch nicht nur dort: Durchschnittlich gab es fast an jedem Tag im Jahr 2022 eine Straftat an einer Schule in der Stadt. Mit 362 Straftaten mit der „Tatörtlichkeit Schule“ liegt Gelsenkirchen im NRW-Vergleich im Mittelfeld.

Jugendkriminalität an NRW-Schulen: Kinder rauben, stehlen und schlagen

Die landesweit häufigsten Straftaten sind Diebstähle, Raub und Körperverletzungen. Die Vorfälle an den Schulen stehen dabei exemplarisch für einen Gesamtanstieg an kriminellen Kindern und Jugendlichen in NRW. Im vergangenen Jahr war jeder fünfte Tatverdächtige in NRW unter 21 Jahre alt. Seit 2015 ist die landesweite Anzahl an Tatverdächtigen unter 14 Jahren um mehr als 50 Prozent angestiegen.

Meist sind dabei auch die Opfer noch sehr jung. Und wie brutal die kriminellen Kinder teilweise mit ihren Altersgenossen umgehen, zeigt ein Fall aus Wuppertal: Dort sucht die Polizei aktuell nach einer Gruppe Jugendlicher, die einen 13-Jährigen mit Schlägen und der Glut einer Zigarette drangsaliert haben sollen. (mg)

Rubriklistenbild: © U. Grabowsky/photothek.net/imago

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