Oberhausen & Gelsenkirchen
Immer mehr Gewalttaten in Oberhausen – Die Täter sind oft noch Kinder
Immer öfter werden Kinder und Jugendliche in Oberhausen zu Tatverdächtigen: Dabei geht es meist um Gewalt und Raub. Berichte der Polizei sind besorgniserregend.
Oberhausen – Jeder fünfte Tatverdächtige in Nordrhein-Westfalen war im vergangenen Jahr unter 21 Jahre alt – manche von ihnen waren mit 12 oder 13 Jahren fast noch Kinder. Immer wieder kommt es zu Diebstählen, Bedrohungen und Gewalt – zuletzt etwa in Gelsenkirchen. Ein besorgniserregender Trend, der jetzt auch in Oberhausen deutlich zu beobachten ist.
Mehr Gewalt von Kindern und Jugendlichen an Schulen in Oberhausen
So haben Kinder und Jugendliche im vergangenen Jahr deutlich häufiger andere bedroht, geschlagen und beraubt als in den Jahren zuvor. Insgesamt 331 Delikte passierten an Schulen und dem jeweiligen Umfeld, wie Maik Podlech, Sprecher der Polizei Oberhausen, gegenüber wa.de erklärt. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 (2020 und 2021 bieten sich aufgrund der Corona-Lage nicht als Vergleich an) waren es noch 291 Fälle.
Die Polizei Oberhausen schlüsselt die Vorfälle auch nach dem Kontext auf. Bei Taten mit Bezug zur Schule deutlich zu erkennen: 165 Fälle mit unmittelbarem schulischen Bezug gab es im vergangenen Jahr. 2019 haben die Polizistinnen und Polizisten noch 123 Delikte verzeichnet – ein Anstieg um 35 Prozent. Dabei handelte es sich meist um Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstahlsdelikte, wie der Sprecher erklärt.
Teenie-Banden auf Raubzügen in Gelsenkirchen unterwegs
Auch in Gelsenkirchen hat die Polizei das Phänomen Jugendkriminalität im Fopkus. An der Evangelischen Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck etwa gingen Teenie-Banden auf regelrechte Raubzüge. „Gleich mehrere Schüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gaben an, beraubt, bedroht oder erpresst worden zu sein“, teilte die Polizei dazu mit. Gegen vier Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren ermittelt die Polizei.
Doch damit nicht genug: Zum Beginn des Jahres wurde ein Zwölfjähriger von drei Jugendlichen in Gelsenkirchen-Buer bedroht und um seine Bauchtasche beraubt. Eine Woche später wurde ein 14-Jähriger von Minderjährigen beraubt. Nur einen Tag später fielen zwei 13-Jährige räuberischen Tennie-Banden zum Opfer.
Auch am Centro Oberhausen gab es zuletzt häufiger Gewalt- und Raubdeliokte. Die Täter und Tatverdächtigen: meist Jugendliche, manche von ihnen noch sehr jung. Die Centro Oberhausen hat bereits reagiert und die Sicherheitsvorkehrungen im Shoppingcenter verstärkt.
„Wir beobachten dieses Phänomen seit rund einem halben Jahr“, sagte ein Sprecher der Polizei Gelsenkirchen gegenüber wa.de. In diesem Zeitraum gab es bereits mehr als 100 Fälle von Teenie-Räubern in Gelsenkirchen. In der Folge hat die Polizei sogar eine eigene Ermittlungskommission eingerichtet.
Tatverdächtigen werden in NRW immer jünger
Die Entwicklung beschäftigt auch das NRW-Innenministerium: „Bei Betrachtung der differenzierten Altersstufen zeigt sich jedoch eine Signifikanz bei jugendlichen Tatverdächtigen und tatverdächtigen Kindern“, erklärt Christoph Wickhorst, Sprecher des Innenministeriums, gegenüber wa.de. (mg)