Jugendbanden

Schon wieder Angriffe und Raubzüge durch Jugendliche in Gelsenkirchen

Am Samstagabend gab es erneut zwei räuberische Erpressungen in Gelsenkirchen. Wieder waren die Täter sehr jung. Eine Entwicklung, die seit Monaten zu beobachten ist.

Gelsenkirchen – Schon seit Monaten sorgen raubende Jugendbanden in Gelsenkirchen für Schlagzeilen. Am Wochenende gab es erneut zwei Vorfälle, die jetzt die Polizei beschäftigen.

Die Polizei Gelsenkirchen ermittelt nach weiteren Raubzügen gegen Jugendliche (Symbolbild).

Jugendliche bedrohen Kinder auf Spielplatz im Schlosspark Horst

Gegen 18:30 Uhr wurden zunächst vier Kinder im Alter von 11 bis 12 Jahren auf dem Spielplatz im Schlosspark Horst von zwei Jugendlichen überfallen. Die Täter sollen die Vierergruppe angesprochen und dann von einem der Zwölfjährigen die Herausgabe von Bargeld gefordert haben. „Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, soll einer der Täter einen Messerknauf in seiner Jackentasche vorgezeigt haben“, teilt die Polizei mit.

Der 12-Jährige weigerte sich. Danach soll einer der Täter ihn geschlagen und ihm einen Kopfstoß verpasst haben. Dann flüchteten die Angreifer ohne Beute. Sie sollen laut Beschreibung 14 bis 16 Jahre alte sein. Einer der Täter wird als dick beschrieben. „Zudem habe er schwarze Haare und eine dunkle Hautfarbe gehabt und eine weiße Jacke getragen“, so die Ermittler. Sein Begleiter, mit dem mutmaßlichen Messer in der Jackentasche, habe braune Locken und trug eine Kappe sowie eine weiße Jacke. Die Polizei sucht Zeugen.

18-Jähriger in Bogestra-Bus bedroht – Polizei stellt Verdächtige

Nur knapp eine Stunde später gab es einen ähnlichen Vorfall in Gelsenkirchen-Schalke. Dort wurde ein 18-Jähriger in einem Bogestra-Bus von einem Jugendlichen angesprochen und bedroht. Der Jugendliche forderte die Uhr des 18-Jährigen und soll eine im Hosenbund steckende Schusswaffe vorgezeigt haben. Der 18-Jährige übergab die Uhr und stieg an der nächsten Haltestelle aus, um die Polizei zu rufen.

Das führte zu einem schnellen Ermittlungserfolg. Die Einsatzkräfte konnten die beiden Tatverdächtigen noch im Bus sitzend antreffen und festnehmen. Es handelt sich um Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. „Bei dem 17-jährigen Gelsenkirchener wurde die Schusswaffe, eine Gas-/Schreckschusswaffe, aufgefunden und sichergestellt“, so die Polizei. Gegen beide wurde Strafanzeige gestellt.

Immer wieder Raubzüge von Jugendlichen in Gelsenkirchen

Das Phänomen der Jugendbanden auf Raubzügen in Gelsenkirchen beschäftigt die Polizei bereits seit einigen Monaten. Immer wieder kommt es zu ähnlichen Vorfällen, teilweise sogar an Schulen. Die Polizei Gelsenkirchen setzt zur Bekämpfung der Taten eine eigene Ermittlungskommission unter dem Namen „König“ ein.

Allein seit September 2022 wurden demnach 165 solcher Straftaten erfasst (Stand: April 2023). „Davon konnten 107 Taten geklärt und 92 Tatverdächtige ermittelt werden“, erklärte im April Polizeisprecherin Merle Mokwa im Gespräch mit wa.de. Der allergrößte Teil der Tatverdächtigen ist zwischen 14 und 18 Jahren alt. In 17 Fällen sollen sogar Kinder unter 14 Jahren an Taten beteiligt gewesen sein.

Rubriklistenbild: © Maximilian Koch/Imago

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