Ehemalige Luftschutzbunker

In Essen gab es einst viele Bunker – heute ist davon fast nichts übrig

In NRW gibt es immer noch Luftschutzbunker, wenngleich diese nicht mehr ihren ursprünglichen Nutzen erfüllen. Auch in Essen haben Bunker inzwischen andere Funktionen.

Essen – Dass in NRW Luftschutzbunker aktiv genutzt wurden, ist schon viele Jahrzehnte her. Nicht verwunderlich also, dass viele von den ehemaligen Bunkern inzwischen entweder aufgefüllt oder anderweitig genutzt werden, wie 24RHEIN beispielsweise über den Bilker Bunker in Düsseldorf berichtet.

Essen hatte mal 1.300 Bunker – jetzt sind es nur noch 19

Es gibt keine einsatzbereiten öffentlichen Bunker mehr in NRW.

In Essen, in der es einst 1.300 Luftschutzanlagen dieser Art gegeben hat, sind inzwischen nur noch 19 übrig. Von diesen 19 Hochbunkern befänden sich nur noch zwei in städtischem Eigentum und auch diese seien nicht mehr intakt, erklärte die Stadt. Die meisten wurden über die Jahre verkauft und befinden sich nun in Privatbesitz. Essen wurde aufgrund der Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg massiv bombardiert.

Viele ehemalige Bunker in NRW wurden umfunktioniert

Dieser ehemalige Bunker in Essen-Altendorf wird seit 2022 zum Wohnhaus umgebaut.

Manche wurden aber auch zum Denkmal erklärt: So wie der Hochbunker Könerstraße oder der Hochbunker Helenenstraße, beide im Stadtteil Altendorf. In der Körnerstraße wird der ehemalige Bunker seit vergangenem Jahr zum Wohnhaus umgebaut.

In Gelsenkirchen ist ähnliches mit einem ehemaligen Bunker geplant, und auch in Münster hat man Bunker inzwischen umfunktioniert. Beim Hochbunker Wolfsbankstraßein in Essen-Bochold ist aus einem einstigen Bunker ebenfalls ein Wohnhaus entstanden und in einem ehemaligen Tiefbunker in Frohnhausen befindet sich inzwischen das Berufskolleg West.

Noch sieht der leerstehende Bunker in Gelsenkirchen nicht besonders einladend aus – das soll sich jedoch in Zukunft ändern.

NRW hat keine einsatzbereiten Schutzräume

Im Falle eines Krieges gäbe es in NRW derzeit jedoch keine einsatzbereiten Schutzräume, so die Bewertung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die für Deutschland die Bunkerimmobilien verwaltet und gegebenenfalls verkauft. Solche Schutzräume mit sogenannter Zivilschutzbindung müssen im Krisenfall vom Eigentümer für den Bund bereitgestellt werden.

Ein Hochbunker in Gladbeck.

Laut dpa befänden sich von den 48 potenziellen Schutzräumen in NRW 18 im Regierungsbezirk Düsseldorf, zwölf im Bezirk Arnsberg und zehn im Regierungsbezirk Köln. Deutschlandweit sollen es insgesamt 579 sein.

Betreten von nicht genutzten Bunkern birgt Lebensgefahr

Genaue Adressen von öffentlichen Schutzbunkern gibt die BIMA aus Sicherheitsgründen nicht heraus. Wie ein Sprecher gegenüber wa.de mitteilte, seien die Anlagen größtenteils Privateigentum.

„Das Bekanntwerden von Anlagenadressen führt erfahrungsgemäß zu einem erheblichen Anstieg von Aufbrüchen und rechtswidrigem Betreten. Da die Anlagen anschließend bis zum Bemerken des Einbruchs unverschlossen bleiben, ist eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gegeben.“ So könnten Personen beim Betreten der Bunker sich verlaufe, verletzen oder gar ersticken.

2007 hatten sich Bund und Ländern einvernehmlich darauf geeinigt, das bisherige Schutzbaukonzept einzustellen und Bunkerräume aus der Zivilschutzbindung zu entlassen. Doch im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hatte der Bund eine eventuelle Reaktivierung der noch vorhanden Bunker überprüfen lassen. (mr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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