Auswirkungen für Ruhrgebiets-Städte
Streik bei Bogestra und Ruhrbahn am Dienstag – auch Entscheidung für Mittwoch gefallen
Der Tarifstreit im ÖPNV hat die nächste Stufe erreicht, auch am Dienstag wird in NRW gestreikt. Für Mittwoch gibt es jedoch gute Nachrichten.
- Es gibt wieder Streiks im ÖPNV in NRW. Bereits am Montag wurde im Ruhrgebiet die Bogestra in Bochum bestreikt.
- Am Dienstag stehen Streiks in bei der Bogestra in Gelsenkirchen sowie der Ruhrbahn in Essen auf dem Programm, mehrere Linien dort sind betroffen.
- In der Nacht zum Dienstag (16. April) gab Verdi bekannt, dass die Streikmaßnahmen in NRW fürs Erste ausgesetzt werden, weil es zu einer Schlichtung im Tarifstreit kommt.
Update vom 16. April, 6:41 Uhr: Während es am Dienstag (16. April) in einigen NRW-Städten noch zu ÖPNV-Streiks kommt, sind ab Mittwoch zumindest vorerst keine weiterem mehr zu erwarten. Denn: „In der Nacht zum Dienstag (16. April 2024) sind die Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs in Dortmund ergebnislos beendet worden“, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. „Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV NW) konnten sich trotz intensiver Verhandlungen nicht auf ein Tarifergebnis verständigen“, heißt es in einer Mitteilung.
Das bedeutet: „Nach intensiven Verhandlungen haben wir dem Schlichtungsvorschlag der Arbeitgeber schweren Herzens zugestimmt. Damit werden die Streikmaßnahmen ab Mittwoch ausgesetzt“, so Verhandlungsführer Heinz Rech. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die Verteilung der Entlastungstage auf verschiedene Beschäftigtengruppen. Für die Gewerkschaft stand dabei im Fokus, keine Gruppe auszuschließen. „Die Überlastungssituation trifft alle Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr. Für uns war deshalb nicht denkbar ein Angebot anzunehmen, das Entlastung nur für bestimmte Gruppen vorsieht.“
„Die Streikmaßnahmen werden ab Mittwoch und für die Zeit der Schlichtung ausgesetzt. Das Schlichtungsverfahren wird nun in den kommenden Tagen auf den Weg gebracht“, teilt die Gewerkschaft darüber hinaus mit.
Streik bei Bogestra und Ruhrbahn am Dienstag – was Pendler wissen müssen
Update vom 15. April, 15:27 Uhr: Inzwischen ist klar, auf welchen Linien es in Essen und Gelsenkirchen zu Ausfällen kommen kann. Die Ruhrbahn teilte mit, dass nur die Busse in Essen betroffen sein sollen. „Unsere Straßenbahnen und U-Bahnen fahren, auch das Busangebot in Mülheim ist nicht betroffen“, hieß es am Montag. Allerdings kann im Vorfeld nicht konkret gesagt werden, welche Busse wann genau ausfallen. Es gibt lediglich eine Liste an Buslinien, bei denen „zu Ausfällen und Verspätungen kommen“ könne, so die Ruhrbahn. Das betrifft folgende Linien:
- 140, 143, 145, 146, 154, 155, 160, 161, 166, 170, 172, 173, 183, 185, 186, 196, E25, E26, E27, E29, E38, E39 und E83
- NE1, NE2, NE3, NE8, NE9, NE10, NE11, NE12, NE13, NE14, NE15 und NE16
Man wollte den Fahrbetrieb am Betriebshof Econova-Allee trotz Streik so weit wie möglich aufrechterhalten.
Bogestra-Ausfälle wegen Streik am Dienstag
Der Bogestra-Streik in Gelsenkirchen wird nach bisherigen Angaben wohl „nur“ zwei Straßenbahnlinien betreffen. Demnach soll die Linie 301 wohl komplett ausfallen. Bei der Linie 302 „können sowohl in Gelsenkirchen als auch in Bochum nur einzelne Fahrten angeboten werden“, so die Bogestra.
Neue ÖPNV-Streiks am Dienstag – auch Ruhrgebiet betroffen
Update vom 15. April, 10:51 Uhr: Während die ÖPNV-Streiks in NRW am Montag (15. April) schon laufen, unter anderem in Düsseldorf und Bochum, gibt es bereits neue Ankündigungen für Dienstag (16. April). So ruft die Gewerkschaft Verdi für Dienstag unter anderem die Beschäftigten an einzelnen Betriebshöfen in Gelsenkirchen (Bogestra) sowie Essen (Ruhrbahn) zum Streik auf. „Auf verschiedenen Bus- und Straßenbahnlinien ist mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen“, heißt es in einer Verdi-Mitteilung.
Die genauen Auswirkungen sind noch unklar (Stand: 15. April, 10:50 Uhr). Neben den beiden Ruhrgebietsmetropolen gibt es am Dienstag außerdem noch ÖPNV Streiks in Bielefeld (mobiel), Gütersloh (Stadtbus Gütersloh), Lüdenscheid und Plettenberg (MVG), Mönchengladbach und Viersen (NEW mobil), Geilenkirchen (Westverkehr) und im Rhein-Erft-Kreis (REVG).
Streik bei Bogestra und SWK am Montag – was Pendler wissen müssen
Update vom 14. April, 14:56 Uhr: Am Montag, 15. April, wird in einigen ÖPNV-Betrieben in NRW gestreikt. Betroffen sind die Rheinbahn in Düsseldorf, die SWK mobil in Krefeld sowie die Bogestra in Bochum. Auf verschiedenen Linien der bestreikten Unternehmen ist deshalb mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen, kündigt die Verdi-Gewerkschaft an.
► Streik-Auswirkungen bei Bogestra: Es wird „von Betriebsbeginn bis Betriebsende, in Bochum zu großen Störungen und massiven Fahrtausfällen im Busverkehr kommen“, heißt es bei Bogestra. „Betroffen davon ist sowohl der Linienverkehr, als auch der Einsatzwagenverkehr. Aufgrund von städteübergreifenden Linien, wird es auch zu Störungen im Busverkehr in anderen von Bogestra-Buslinien bedienten Städten kommen. Die Bogestra bedauert die Beeinträchtigungen, die sich durch den von Gewerkschaftsseite ausgerufenen Streik ergeben, und bittet um Verständnis.“
- Im Einzelnen ist damit zu rechnen, dass die Linien 336, 339, 345, 349, 350, 353, 354, 355, 356, 358, 365 und 368 komplett ausfallen.
- Die Linien 344, 346 und 357 werden wohl nur zum Teil fahren.
- Quelle: Bogestra, Anpassungen möglich
► Streik-Auswirkungen bei SWK: Es wird „starke Einschränkungen im Busverkehr der SWK“ geben. „Der erstellte Notfahrplan kann einen Teil des Buslinienverkehrs auffangen – es fahren keine Straßenbahnen!“, heißt es vom Unternehmen.
- So fahren die Linien 045, 047, 049, 053, 055, 056, 059, 062, 927, NE10, NE27, 839 voraussichtlich planmäßig. Dennoch ist mit Ausfällen einzelner Fahrten auf diesen Linien zu rechnen.
- Die Buslinien 041 (SEV 041, St. Tönis – Hbf), 046, 051, 052, 054, 057, 058, 060, 061, 069, NE5, NE6, NE7, NE8 entfallen zu großen Teilen. Es fahren nur einzelne Fahrplanfahrten.
- Die Buslinie 068 entfällt komplett.
- Quelle: SWK, Anpassungen möglich
Streik bei Bogestra und SWK am Montag – was Pendler wissen müssen
Update vom 14. April, 9:37 Uhr: Am Montag, 15. April, wird in einigen ÖPNV-Betrieben in NRW gestreikt. Betroffen sind die Rheinbahn in Düsseldorf, die SWK mobil in Krefeld sowie die Bogestra in Bochum. Auf verschiedenen Linien der bestreikten Unternehmen ist deshalb mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen, kündigt die Verdi-Gewerkschaft an. Außerdem kündigte die Gewerkschaft bereits weitere Streiks in ÖPNV-Betrieben in NRW an.
Streik bei Ruhrbahn, DVG, Bogestra, Stoag droht – was Pendler wissen müssen
Erstmeldung vom 12. April: Essen – Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr von NRW könnten bald wieder von Streiks begleitet werden. Peter Büddicker, der bei Verdi in NRW für den Bereich Busse und Bahnen zuständig ist, erklärte am Mittwoch (10. April): „Wir planen zeitnah mit den Erzwingungsstreiks zu starten, sind aber weiterhin gesprächsbereit“. Das anschließend vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite habe darauf vorerst keine Auswirkungen. Deshalb drohen nun nach wochenlange Pause auch neue Streiks bei der Ruhrbahn (Essen), der DVG (Duisburg), der Bogestra (Bochum und Gelsenkirchen) und der Stoag (Oberhausen).
Ruhrbahn, DVG, Bogestra, Stoag und Co.: Neue ÖPNV-Streiks im ganze Ruhrgebiet drohen
Nachdem die Tarifverhandlungen am 12. März gescheitert waren, sprachen sich 97 Prozent der Verdi-Mitglieder im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen für unbegrenzte Streiks aus. Die Gewerkschaft plant nun, „in den kommenden Tagen erneut Beschäftigte der Nahverkehrsbetriebe zu Streiks aufzurufen“.
Es ist noch unklar, wann und wo genau Arbeitsniederlegungen bei Bus und Bahn genau stattfinden werden. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur beabsichtigt Verdi jedoch, den gesamten Nahverkehr in NRW zu bestreiken. Das würde also auch Ruhrbahn, DVG, Bogestra, Stoag und weitere ÖPNV-Betriebe im Ruhrgebiet betreffen. Obwohl die Streiks nicht alle gleichzeitig stattfinden werden, könnten sie deutlich kurzfristiger angekündigt werden als bisher. Pendler und andere Reisende müssen sich daher täglich auf mögliche Beeinträchtigungen einstellen.
Unbefristete Streiks, also wochenlange Arbeitsniederlegungen am Stück, sind laut dpa jedoch vorerst nicht geplant. Vom einem Streik in Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen oder Oberhausen könnten wieder die meisten Linien von Ruhrbahn, DVG, Bogestra und Stoag betroffen sein. Nur einige Buslinien könnten dann noch in Betrieb sein. Ähnlich sieht es auch in Düsseldorf aus. Dort könnte die Rheinbahn vom erneuten ÖPNV-Streik betroffen sein, berichtet 24RHEIN.
Das sind die Verdi-Forderungen für die ÖPNV-Beschäftigten in NRW
Verdi vertritt bei den aktuellen Tarifverhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) ganze 30.000 Bus- und Bahn-Beschäftigte und fordert Folgendes:
► Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV
► Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende
► Zulage ab dem 1. Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
► Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst
► 100 Prozent Jahressonderzahlung
► Überstunden ab der 1. Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug
► Zulage für Vorhandwerker/Gruppenführer/Teamleiter nach individueller Stufe
Liste: In diesen NRW-Städten und Kommunen drohen ebenfalls neue ÖPNV-Streiks
- In Dortmund könnten die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) bestreikt werden
- In Bielefeld könnte moBiel bestreikt werden
- Im Märkischen Kreis könnte die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) bestreikt werden
ÖPNV-Streiks im Ruhrgebiet könnten noch abgewandt werden
Die Möglichkeit weiterer Streiks im öffentlichen Nahverkehr in NRW ist jedoch noch nicht endgültig besiegelt. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen legte die Arbeitgeberseite am Donnerstag (11. April) ein neues, verbessertes Angebot vor. Laut dem kommunalen Arbeitgeberverband KAV NW beinhaltet dieses Angebot unter anderem bis zu vier zusätzliche freie Tage für bestimmte Mitarbeitergruppen. Damit würde weitgehend auf die Hauptforderung der Gewerkschaften nach Entlastungstagen eingegangen. Darüber hinaus sollen Mitarbeiter, die freiwillig zusätzliche Schichten übernehmen, einen Zuschlag von zehn Prozent erhalten. Auch bei Zeitzuschlägen sind Verbesserungen vorgesehen.
Auf der Grundlage dieses neuen Angebots sind die Arbeitgeber bereit, die Tarifverhandlungen „rasch“ wieder aufzunehmen. Peter Büddicker bestätigte, dass auch Verdi NRW „verhandlungsbereit“ ist und eine Lösung am Verhandlungstisch anstrebt. Arbeitsniederlegungen sind deshalb aber noch nicht vom Tisch. Streiks können weiterhin nicht ausgeschlossen werden und eine Stellungnahme zum Verhandlungsvorschlag aus dem März wird erwartet, so der Verdi-NRW-Experte für den öffentlichen Nahverkehr am Donnerstag gegenüber der dpa. (os mit dpa)
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