moBiel betroffen
Streik im ÖPNV in Bielefeld – Kaum Busse und Bahnen am Dienstag
Keine Stadtbahnen, keine Busse: Verdi hat die Beschäftigten von moBiel in Bielefeld zum Streik aufgerufen. Am Dienstag kommt es zu Ausfällen und Verspätungen.
Update vom 15. April, 8.53 Uhr: Nachdem Verdi am Montag mit den ersten Streikmaßnahmen im Nahverkehr in einigen Städten losgelegt hat, sind am Dienstag, 16. April, die nächsten Verkehrsbetriebe in NRW an der Reihe. Darunter: Bielefeld. Wie die Gewerkschaft mitteilt, sind die Beschäftigten von moBiel mit Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.
Kein Bus, keine Bahn: Streik im ÖPNV am Dienstag in Bielefeld
Der Bielefelder Verkehrsbetrieb teilt mit, dass der Streik demnach von 4 Uhr am Dienstagmorgen bis 4 Uhr am Mittwochmorgen anhält. Es werden keine Stadtbahnen und keine Busse von moBiel fahren. Auch „meinAnton“, der abrufbare Kleinbus ist vom Streik betroffen. Allerdings: „Die Fahrten von Privatunternehmern finden statt“, heißt es.
Neben Bielefeld sind zudem Geilenkirchen (Westverkehr), der Rhein-Erft-Kreis (REVG), Mönchengladbach und Viersen (NEW mobil), Gelsenkirchen (Bogestra), Essen (Ruhrbahn), Lüdenscheid und Plettenberg (MVG) sowie Gütersloh (Stadtbus Gütersloh) vom Streik am Dienstag betroffen.
[Erstmeldung] Bielefeld - In Ostwestfalen ist Bielefeld die größte Stadt. Unzählige Menschen fahren jeden Morgen mit dem Bus oder der Stadtbahn zur Arbeit. Vielleicht müssen sich diese aber bald schon eine Alternative suchen, um pünktlich am Schreibtisch zu sitzen, denn im Nahverkehr in NRW droht ein unbefristeter Streik.
- Was? Streik bei Bussen und Bahnen
- Wo? Bielefeld, moBiel
- Wann? Termin steht noch nicht fest
Keine Busse, keine Bahnen: moBiel droht unbefristeter Streik
Am Mittwoch, 10. April, verkündete die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi das Ergebnis ihrer Urabstimmung: 97 Prozent der abstimmenden Mitglieder unter den etwa 30.000 Beschäftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben von NRW sprachen sich für einen unbefristeten Arbeitskampf aus.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Donnerstag, 11. April, plant Verdi NRW den kompletten ÖPNV in NRW zu bestreiken, allerdings nicht immer zeitgleich. Wenige Tage später kam dann die erste Ankündigung: Am Montag, 15. April, gehen in ersten NRW-Städten die Streiks los. Bielefeld war zunächst nicht dabei.
Privatunternehmer könnten in Bielefeld fahren
Aber es gibt auch gute Nachrichten: So dürften Fahrten, die durch Privatunternehmer im Auftrag von moBiel durchgeführt werden, in der Regel planmäßig stattfinden. Darüber hinaus könnte der öffentliche Nahverkehr in diesen Bereichen nicht betroffen sein:
- Deutsche Bahn
- BVO: Linien 350/351
- TWV-Bus: Linien 48, 61/62, 80.2, 83, 88, 157
- WestfalenBahn: RE70
- NordWestBahn: RE74, RE75
- Eurobahn: RE61, RE67, RE69, RE71, RE73, RE78, RE82
Unbefristeter Streik im Nahverkehr droht – es gibt noch Hoffnung
Ein unbefristeter Streik könnte aber noch abgewendet werden, wenn der kommunale Arbeitgeberverband (KAV) NRW auf die Forderungen von Verdi für die Beschäftigten des ÖPNV eingeht. Schon am Tag nach der Verkündung des Urabstimmungsergebnisses unterbreitete die Arbeitgeberseite Verdi ein verbessertes Angebot. Das sieht unter anderem bis zu vier zusätzliche freie Tage für bestimmte Beschäftigtengruppen vor.
Damit werde auf die von den Gewerkschaften erhobene Hauptforderung nach Entlastungstagen in weitreichendem Umfang eingegangen, hieß es. Die Forderungen von Verdi für die Beschäftigten des ÖPNV lauten:
- Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV
- Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende
- Zulage ab dem ersten Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
- Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst
- 100 Prozent Jahressonderzahlung
- Überstunden ab der ersten Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug
- Zulage für Vorhandwerker, Gruppenführer, Teamleiter nach individueller Stufe
Auch Verdi sei verhandlungsbereit und wolle eine Lösung am Verhandlungstisch suchen, sagte Büddicker. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag für die Beschäftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben nach der dritten Runde Mitte März für gescheitert erklärt und zu der Urabstimmung über unbefristete Streiks aufgerufen.
Im März war es dagegen voller im Bielefelder Bahnhof. Das Fußball-Derby gegen Preußen Münster hielt die Bundespolizei in Bereitschaft.
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