Westfalenhallen

Altes Bunkerhotel für Künstler in Dortmund ist nun ein Lost Place

Im Untergrund vor der Westfalenhalle in Dortmund liegt ein altes Hotel verborgen. Die Lost-Place-Szene ist fasziniert vom früheren Bunker an der B1.

Dortmund - Bilder von bunten 70er-Jahre Tapeten, ein altes Koks-Aggregat und dunkle Gänge: Im Netz finden sich unzählige Aufnahmen aus dem Bunkerhotel an der B1 in Dortmund. Ganz legal hat dort aber schon lange niemand mehr fotografiert. Denn bei dem Tiefbunker handelt es sich um einen „Lost Place“, einen verlorenen Ort, in dem schon lange niemand mehr lebt. Diese oft verfallenen Orte üben auf die Lost Place-Szene jedoch eine gewisse Faszination aus.

Früheres Bunkerhotel für Künstler ist jetzt ein Lost Place in Dortmund

Gebaut 1938, wurde der Luftschutzbunker nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Hotel an der Westfalenhalle umgewandelt. Das „Hotel Fleiter“ diente Künstlern und Prominenten als erste Adresse in Dortmund. Auf 490 Quadratmetern sollten sich in den 45 Gästebetten die Hotelgäste Zuhause fühlen.

Ein riesiges Loch klaffte am Eingang zum Bunkerhotel an der B1 auf.

Als in den 60er-Jahren immer mehr Hotels an der Westfalenhalle entstanden, verlor das „Bunkerhotel“ seinen Reiz und verkam immer mehr zu einer Absteige. Auch die Renovierung im Jahr 1978 half nicht, sodass schließlich 1984 das Hotel endgültig geschlossen wurde. Nach der Schließung wurde letztlich das Hauptportal des Hotels abgerissen, der Eingang zugemauert. Nur noch die alten Tapeten, Teppiche und die Holzvertäfelung zeugen von der damaligen Zeit.

Unbekannte brechen in Hotelbunker an der B1 ein: Stadt verschließt den Bunker wieder

Die Faszination nach dem verlassenen Ort aber bleibt: Am Montag, 12. Februar, verschafften sich Unbekannte erneut Zutritt zum Bunker. Noch ist nicht geklärt, ob die Personen aus der Lost Place-Szene stammen, die Vermutung läge aber nach Polizeiangaben nahe.

Jetzt wurde der Bunker wieder zugemacht, dieses Mal aber so richtig: „Um zu vermeiden, dass noch einmal Unbekannte dort eindringen, wurden alle sechs Deckenplatten mit einer Stahlkonstruktion miteinander verschraubt“, sagt Stadtsprecherin Alexandra Schürmann auf Nachfrage von wa.de.

Denn leider käme es häufiger vor, dass Menschen in die alten Bunkeranlagen einbrechen und sich so wegen der Einsturzgefahr der Anlagen in Lebensgefahr bringen würden. Den Eigentümern der Anlagen obliege deshalb auch die Sicherung vor Unbefugten.

Bei einem Betreten von Lost Places droht eine Strafanzeige

Die verlassenen Orte befinden sich oft in Privatbesitz und dürfen nach Angaben der Polizei nicht erkundet werden. Im Gegenteil: Denn je nach Einzelfall kann schon allein das Betreten der Lost Places strafbar sein.

Auch im Kreis Güterlsloh in NRW gibt es einen Lost Place: Ein altes Freibad liegt mitten im Wald. Früher stürmten die Nazis die Eröffnungsfeier. Eine frühere Brachfläche in Münster verwandelt sich hingegen nach und nach in Bürogebäude, sonst wäre sie ein Lost Place.

Rubriklistenbild: © Markus Wüllner

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