Wetter-Experte erläutert

Weiße Weihnachten 2024: So stehen die Chancen auf Schnee in NRW

Es ist lange her, dass an Weihnachten in NRW Schnee fiel. Dabei ist die Sehnsucht bei vielen groß. Ein Meteorologe erläutert die Chancen auf weiße Weihnacht in 2024.

Hamm - „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?“ Diese Frage werden sich aktuell wohl die wenigsten stellen. Immerhin können sich die Menschen in NRW derzeit noch über einigermaßen stabiles Herbstwetter mit Temperaturen im zweistelligen Bereich freuen. Und vermutlich bleibt uns das Wetter auch noch bis mindestens Mitte November erhalten – eine düstere Prognose für den Winterbeginn. Doch müssen die Menschen deshalb ihren Traum von Schnee an Weihnachten 2024 aufgeben?

Weiße Weihnachten 2024: So stehen die Chancen auf Schnee in NRW

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net spricht von „wirklich krassen Wetterkarten“, die er derzeit Tag für Tag zu sehen bekommt. Er hält es nicht für ausgeschlossen, dass die aktuelle Hochdruckwetterlage bis weit in den Dezember hinein anhält. Schon länger zeichnet sich laut den langfristigen Vorhersagen der Wettermodelle ein möglicherweise rekordverdächtig milder Winter 2024/25 ab.

Eine solche Prognose bedeutet zwar nicht, dass Kälte, Frost und Schnee gänzlich ausbleiben werden. Doch allzu große Hoffnungen auf weiße Weihnachten sollten sich die Menschen dennoch nicht machen. „Statistisch gesehen stehen die Chancen auf weiße Weihnachten schlecht – besonders in tieferen Lagen Deutschlands“, erklärt Jung bei IPPEN.MEDIA. In Nord- und Mitteldeutschland liege die Wahrscheinlichkeit bei gerade einmal 10 bis 20 Prozent. 

Weiße Weihnachten wünschen sich vielen. Doch die Chancen stehen Jahr für Jahr schlechter. (Symbolbild)

„Die Chancen auf Schnee an Weihnachten sind heute deutlich geringer als noch vor 50 Jahren“, so der Meteorologe weiter. Vor allem Städte und niedrigere Regionen würden immer seltener einen richtigen Winter erleben. Die Anzahl der Schneetage sei in den letzten 30 Jahren drastisch gesunken. Der Grund: Klimawandel.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Weiße Weihnachten in NRW zuletzt vor über 10 Jahren

In NRW liegt das letzte richtige weiße Weihnachten schon über 10 Jahre zurück. Das zeigt eine interaktive Karte der Funke Mediengruppe aus dem Jahr 2021, die auf Grundlage von Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) entstanden ist. Demnach fiel zuletzt 2010 in NRW an allen Feiertagen im Dezember Schnee. Damals war ganz Deutschland am Morgen des 1. Weihnachtstages in einen weißen Mantel gehüllt. Es gab Hunderte Unfälle und ein großes Bahnchaos.

In höher gelegenen Orten wie etwa Winterberg fiel immerhin in den Jahren 2019 und 2020 an einem der Weihnachtstage Schnee. Die Wintersport-Stadt im Sauerland kommt von 1950 bis 2020 auf 17 Jahre, in denen es weiße Weihnachten gab. Hinzu kommen 14 Jahre, in denen es zumindest ein Mal an den Feiertagen geschneit hat. In Städten wie Köln sieht das ganz anders aus. Hier hat es in den letzten 70 Jahren nur vier Mal weiße Weihnachten gegeben. In sieben Jahren gab es zumindest ein Mal Schnee an den Feiertagen. Ähnlich sieht es etwa in Essen im Ruhrgebiet aus.

„Winter könnte plötzlich zuschlagen“: Winter-Prognosen ändern sich ständig

Vielerorts in NRW sind weiße Weihnachten also schon in den vergangenen 70 Jahren extrem selten gewesen – und die Chancen auf Schnee an den Feiertagen sinken von Jahr zu Jahr. Aber: „Es bleibt unvorhersehbar. Der Winter könnte plötzlich zuschlagen – oder ganz mild ausfallen“, so Dominik Jung. „Mildere Winter sind die neue Normalität, aber kühle Überraschungen sind nach wie vor möglich.“ Und langfristige Vorhersagen seien generell „riskant“. Die Wettermodelle würden sich ständig ändern und Prognosen seien oft erst wenige Tage vorher genau. 

Rubriklistenbild: © picture alliance | Karl-Josef Hildenbrand

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