Wetter
Immer seltener gibt es Schnee an Weihnachten – das hat Gründe
Schnee zu Weihnachten – das ist ein Wunsch von vielen. Doch meist bleibt er unerfüllt. Wieso aber fällt gerade an den Weihnachtstagen so selten Schnee?
Hamm - Weiße Weihnachten – die wünschen sich viele Menschen in Deutschland. Blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, fällt jedoch auf, dass die deutschen Städte eher weniger mit Schnee bedeckt waren. Viele denken zurück und glauben, dass es früher viel häufiger Weiße Weihnachten gab. Wie kommt es aber, dass ausgerechnet zu Weihnachten so selten Schnee fällt? Und stimmt das überhaupt?
Weiße Weihnachten – warum es so selten Schnee an den Feiertagen gibt
Eine echte weiße Weihnacht gibt es in Deutschland im Durchschnitt alle sieben bis acht Jahre. Im Flachland ist das etwas seltener, in den Alpen und Mittelgebirgen hingegen etwas häufiger. Und ging dies in den letzten Jahren immer weiter zurück? „Es ist tatsächlich so, dass in den letzten 30 bis 40 Jahren ein Rückgang der Schneedeckentage im Dezember für Deutschland zu verzeichnen ist“, erklärt Johannes Graf, Meteorologe von Q.Met auf Nachfrage von wa.de. Der Höhepunkt dieser Schneedeckentage lag zwischen 1960 und 1980, seitdem gehe es langsam aber stetig bergab.
Man kann laut Graf festhalten, dass es früher häufiger weiße Weihnachten gab, allerdings auch nicht jedes Jahr, wie sich vielleicht der eine oder andere vorstellt. „Häufig erinnert man sich halt eben an weiße Weihnachten besser als an grüne“, so Graf.
Bestimmte Wetterlage für weiße Weihnachten nötig
Damit es Weihnachten in Deutschland kalt ist und schneit, muss eine bestimmte Wetterlage über Europa zur richtigen Zeit entstehen. Günstig für eine weiße Weihnacht: Eine Verteilung von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Diese lassen dann die Kaltluftmassen aus Russland oder dem hohen Norden nach Deutschland einströmen.
Aber: Ausgerechnet an Weihnachten seien diese Wetterlagen besonders selten. Warme Luftmassen können kalte Luft blockieren und lassen Schnee wieder blitzschnell schmelzen. „Dieses milde Zwischenspiel gibt es aber nicht erst seit Beginn des Klimawandels: Aus dem Mittelalter ist überliefert, dass regelmäßig zur Weihnachtszeit Menschen im Rhein bei Schaffhausen schwimmen gegangen sind - von Schnee und Eis weit und breit keine Spur“, heißt es auf wissen.de.
Das „Weihnachts-Tauwetter“ sorgt häufig für grüne Weihnachten
Und es gibt sogar einen Namen für diese „Blockade“ – das sogenannte Weihnachts-Tauwetter. Mitte Dezember bildete sich in der Vergangenheit häufig ein starkes Tiefdruckgebiet über Island, das wärmere Luft nach Europa bringt. Und bei einem solchen Tief können die Kaltluftmassen aus dem Osten Deutschland nicht mehr erreichen. Milde Südwestwinde können dann nämlich sogar Schnee in höheren Lagen zum Schmelzen bringen. Die Wahrscheinlichkeit für das Weihnachts-Tauwetter liegt bei rund 75 Prozent.
Alle sieben bis neun Jahre schwächt sich das Tief aus Island etwas ab. Und dann habe die Kaltluft eine Chance, auch bis nach Deutschland und NRW zu strömen. „Das berühmt-berüchtigte Weihnachts-Tauwetter ist keine erfundene Sache“, erklärt Graf. Es ist dem Meteorologen zufolge auffällig, dass über die Feiertage häufiger mildes Wetter anstatt kaltes Winterwetter herrscht. Allerdings ist dieses Ereignis wissenschaftlich nicht belegbar.
Die Ausgangslage für weiße Weihnachten in diesem Jahr ist aber offenbar gut. Seit Mitte Oktober herrscht in Skandinavien Winter. So schnell sollen Schnee und Frost hier nicht weichen – auch nicht mit ein paar milderen Tagen, die nach Nikolaus kommen. Wie das Wetter letztlich wird, kann man aber erst ein paar Tage vor Weihnachten sagen.
Viele dürften die Gepflogenheit kennen: Weihnachtsschmuck wird erst nach Totensonntag aufgehängt. Was hat es damit auf sich? Und ist es gar verboten, früher dekorieren?
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