Tag der Inklusion
Buntes Bild auf dem Marktplatz: Viele Vereine und Institutionen bringen sich ein
Der zweite Tag der Inklusion in Stewwert war ein Erfolg. Viele Vereine und Institutionen, die auf vielfältige Weise mit dem Thema Inklusion verbunden sind, kamen zum Marktplatz, um sich einzubringen. Es war ein buntes Bild, das nur durch die drohenden Wolken, die später Regen über den Platz ergossen, getrübt wurde.
Drensteinfurt – 2014 hatte es bereits ein „Café der Inklusion“ im Schloss-Innenhof gegeben. Der Zeitpunkt für den zweiten Tag der Inklusion war gut gewählt, fand doch zeitgleich in Berlin eine Demo statt.
„Wenn Inklusion erfolgreiche stattfinden würde, bräuchten wir nicht so viel Aufwand darum betreiben“, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder. Wohl darum verstehe sich dieser Tag auch als Protesttag der Menschen mit Behinderung, die sich in vielen Lebenslagen nicht gleichberechtigt fühlen. Da brauche man nur versuchen, mit dem Rollstuhl mit der Bahn zu fahren.
Mit verantwortlich für die Organisation war die neue Fachkraft für Inklusion, Silke Russow, die laut Grawunder für das Thema „brennt“ und mit ihrer Idee im Rathaus offene Türen einrennt. „Wir hoffen, mit dem Tag etwas auszulösen. Das soll keine einmalige Aktion sein“, führte der Bürgermeister aus. Der Tag diene auch dazu, Ängste abzubauen und miteinander in Kontakt zu treten, denn jeder könne im Laufe seines Lebens von einer Behinderung betroffen werden. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, machte der Bürgermeister deutlich.
Der eine redet, der andere handelt.
Silke Russow sagte: „Ich bin nicht für große Reden gemacht. Der eine redet, der andere handelt.“ Und doch versäumte sie es nicht, allen Beteiligten zu danken. „Jeder wollte mitmachen, es war einfach wunderbar“, schwärmte sie. Besonders die Kollegen hätten ihr jederzeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Ein besonderer Hingucker war der Stand des Sozialwerks St. Georg in Ascheberg, das zwei prächtige Lachshühner mitgebracht hatte. Auf dem Bauhernhof leben 20 Menschen mit Behinderung in Wohngruppen. Rund 70 Hühner dürfen dort freilaufend leben. Bei der Arbeit mit den Hühnern werden die Manschen mit Handicap mit einbezogen, auch Ziegen und Katzen gibt es dort.
Vertreten war auch die Lebenshilfe Warendorf. Marc Koller, der sich derzeit im Praxissemester für sein Studium der Sozialen Arbeit befindet, warb für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Er selbst habe bei der Lebenshilfe das FSJ absolviert. „Es war schön. Ich habe Vergütung bekommen, habe viele Menschen kennengelernt und konnte andere unterstützen“, sagte er. „Ich kann das jedem nur empfehlen, es ist schöner, als man denkt.“ Petra Henke und Leonie Gräffker sind bei der Lebenshilfe als Ehrenamtliche aktiv. Beide schwärmen von der Arbeit, die sinnvoll sei und viel zurückgebe.
Thomas Volkmar von der SVD-Bouleabteilung „Klack ‘09“ betonte: „Inklusion ist unsere DNA.“ Beim ersten Zusammentreffen mit den Alexianern, die mit einem Cateringstand vertreten waren, habe sie das Virus gepackt. „Wenn man in die strahlenden Augen der Kinder schaut, dann macht man es einfach.“
Die „Ergänzende unabhängige Teilhabe“ (EUTB) hat sich auf die Fahne geschrieben, die Teilhabe zu ermöglichen. „Es ist ein Grundrecht, kommt aber nicht immer an“, gab Heinrich Berkhoff von der EUTB zu.
Der Verein „Sonnenstrahl“, für den Inklusion schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, war mit einem Stand dabei und warb für die „Aktion Mensch“, die deutschlandweit soziale Projekte der Inklusion unterstützt, von denen der Verein „Sonnenstrahl“ ebenfalls schon profitiert hat. Auch der Verein Traberherz beteiligte sich am Tag der Inklusion.
Für die Teilnehmer gab es Reibekuchen, Pommes, ein veganes Catering, einen Stand von Dolce Vita und Erbsensuppe von Andrés Auszeit. Die Kinder erfreuten sich am Karussell, an den fantastischen Seifenblasen des Seifenblasenkünstlers „Roger macht Blau“ und warfen mit einem Ball auf ein Tor, das von den Freckenhorster Werkstätten aufgestellt worden war. Auch die DJK war mit einem Riesenmikado dabei. Bei den Teamschülern bestand die Möglichkeit, mit einer E-Rikscha oder einem Rollstuhlfahrrad zu fahren.
Die Veranstaltung war ein weiterer Schritt in eine Zukunft, in der Inklusion nicht mehr nötig wäre, wenn es keine Unterschiede mehr gäbe.







