Jubiläum

Fulminantes Jubiläumsfest in Grün-Weiß: Spielmannszug feiert drei Tag lang

75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt
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75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt

Die Farben Grün-Weiß dominierten am Wochenende im Schlosspark Drensteinfurt. Von Freitag bis Sonntag präsentierte der Spielmannzug Grün-Weiß eine fulminante Jubiläumsfeier, die keine Wünsche offenließ. Kommersabend, Jubiläumskonzert, Umzug durch die Innenstadt, das Zusammenspiel aller Musikvereine im Innenhof von Haus Steinfurt und die „Tanz in den Mai“-Party boten tolle Stimmung und fantastische Musiker – und das bei Traumwetter.

Drensteinfurt – „75 Jahre ist eigentlich nix“, eröffnete Bürgermeister Carsten Grawunder seine Rede auf dem Kommersabend mit einem Augenzwinkern und dem Blick auf die Bürgerschützen, die 2018 auf 425 Jahre zurückblickten. Und doch ist der Spielmannszug aus Drensteinfurt nicht mehr wegzudenken: Unzählige Feste hat er in den Jahren bereichert.

Die feierliche Messe in der St.-Regina-Kirche am Freitagnachmittag mit musikalischer Begleitung des MGV Drensteinfurt und des Kolpingblasorchesters Rinkerode war eine wunderbare Einstimmung in das Wochenende. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal fand der Kommersabend statt. Gekommen waren rund 260 Gäste – Vereine, Institutionen, Politiker, Sponsoren und Freunde. Sie alle zeigten durch ihre Anwesenheit die große Wertschätzung, die dem Spielmannzug im Ort verdient entgegengebracht wird.

Ein kleiner, aber umso aktiverer Verein

Die Eröffnungsrede hielt der 1. Vorsitzende und Tambourmajor René Krämer. Dank 20-jähriger Mitgliedschaft im Verein hatte er einige lustige Anekdoten parat, mit denen er die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln brachte. Der Spielmannszug mit rund 40 aktiven und einigen passiven Spielern sei zwar ein kleiner, aber umso aktiverer Verein. Das Thema Nachwuchssuche, Beteiligung und Fortbestand des Spielmannszugs beschäftigt das Ensemble nicht erst seit heute. „Wir werden wohl keinen Preis für unsere musikalische Darbietungen bekommen, aber darum geht es nicht“, resümierte Krämer. Seit bei der Gründung 1948 stehen Spaß, Geselligkeit und Freundschaft im Mittelpunkt. Auch habe der eine oder andere den Partner fürs Leben im Verein gefunden.

Hielt die Festrede am Kommersabend: René Krämer.

Spielfähigkeit ist ein Begriff, der alle Spielmannszüge umtreibt. „Wenn wir wollten, könnten wir von Mai bis September jedes Wochenende irgendwo spielen, soviel Mangel gibt es“, berichtete Krämer.

Nicht vergessen wollte er den befreundeten Schützenverein Lütker Heide. „Wir kennen uns schon so lange, dass viele Freundschaften entstanden sind.“ Die stehenden Ovationen nach seiner Rede sprachen für die Qualität seines Vortrags.

Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023

Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023
Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023
Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023
Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023
Spielmannszug 75. Jubiläum: Kommersabend und Galakonzert 2023

Das Kolpingblasorchester sorgte zwischen den einzelnen Programmpunkten für gute musikalische Unterhaltung.

Musikalische Töne sind ein Genuss, so auch dann, wenn der Spielmannzug Grün-Weiß aufspielt.

Carsten Grawunder, Bürgermeister

Bürgermeister Grawunder hob in seiner Rede hervor: „Der Verein lebt davon, dass die Begeisterung innerhalb der Familie weitergegeben wird. Musikalische Töne sind ein Genuss, so auch dann, wenn der Spielmannzug Grün-Weiß aufspielt.“ Für die Bereitschaft, sich immer im Ort einzusetzen, aber auch die Gemeinde im Umkreis würdig zu vertreten, könne er nur Danke sagen.

Blickten zurück: Monika Unkhoff und Beo Wältermann.

Beo Wältermann und Monika Unkhoff von der Rentnerband gaben einen Rückblick auf 75 Jahre Spielmannszug Drensteinfurt, der 1948 mit 13 Mitgliedern seinen Anfang nahm. Damals waren Notenkenntnisse nicht erforderlich und Instrumente mussten selbst mitgebracht werden. Seitdem: Heute ist der Spielmannszug selbstverständlich auch digital. Eine besondere Erwähnung fand Karl-Heinz Schlüter, der 53 Jahre an Pauke und Becken am längsten im Spielmannszug spielt.

Zum 30-jährigen Bestehen des Spielmannszugs gründeten ehemalige Spielmannzug-Mitglieder die Rentnerband. Mit einem Gedicht von Alfred Leschnikowski, dass er anlässlich des 40-jährigen Jubiläums geschrieben hat, verabschiedeten sich die beiden Mitglieder der Rentnerband. „Es war schön, dass langjährige und verdiente Mitglieder ausgerechnet an diesem Abend geehrt wurden“, hieß es von Besuchern.

Jubiläumskonzert mit Marschmusik und Filmmusik im Festzelt

Am Samstagabend hatte der Spielmannszug unter dem Motto „Großes Kino auf dem Schützenplatz – Filmmusik trifft Marschmusik“ zum Jubiläumskonzert ins Festzelt geladen. Gekommen waren rund 280 Gäste, die mit dem Blasorchester Everswinkel unter der Leitung von Thomas Beumers einen unvergesslichen Abend erlebten. „Wir haben den Bürgerschützen schon so manchen Marsch geblasen“, stellte Vorsitzender Burkhard Serries, der als Moderator durch den Abend führte, augenzwinkernd fest. Jedes Stück leitete er mit einer kurzen, oft amüsanten Einführung ein, ehe die 52 Musiker loslegten. Seit Februar habe sich das Blasorchester auf das Konzert vorbereitet.

75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt

75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt
75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt
75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt
75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt
75 Jahre Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt auf Haus Steinfurt

Filmmusik wie „König der Löwen“, „Fluch der Karibik“, „Spiel mir das Lied vom Tod“, und die Marschmusik unter anderem der „Bozener Bergsteigermarsch“, die heimliche Hymne Südtirols, „The way of old friends“ von Abba, ein Medley von Ennio Morricone, bei dem das Wiehern eines Pferdes von einer Trompete perfekt imitiert wurde, oder „Sound of Silence“ von Simon und Art Garfunkel gehörten dazu. Besonders gut kam das 80er-Jahre-Medley an, das für verzückte Gesichter sorgte.

Absoluter Höhepunkt war die Soloeinlage des Everswinkler Bürgermeisters Sebastian Seidel, selbst Mitglied im Blasorchester: Mit Bravour zeigte er einen „wilden Ritt“ auf dem Xylophon im Stück „Galopp – Erinnerung an Zirkus Renz“. Eine Premiere gab es beim gemeinsamen Spiel von Blasorchester und Spielmannszug mit der Polka „Böhmischer Traum“.

Zwei Stunden Programm

Nach gut zwei Stunden Programm wollten die Zuhörer, die sich von ihren Plätzen erhoben hatten und begeistert applaudierten, die Musiker gar nicht gehen lassen, was ihnen drei Zugaben bescherte.

Boten ein imposantes Bild: 16 Gastvereine im Innenhof von Haus Steinfurt.

Zwölf Musikvereine und vier Schützenvereine zogen am frühen Sonntagnachmittag gemeinsam mit dem Spielmannszug durch die Drensteinfurter Innenstadt. In der malerischen Atmosphäre im Innenhof von Haus Steinfurt, bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel harmonierten alle Vereine. Viele Zuschauer waren gekommen, um das Schauspiel zu genießen. Nach der Vorstellung aller Vereine bedankte sich René Krämer bei den Sponsoren, aber auch beim Grafen von Meran für die Nutzung von Innenhof und Schlosspark. Im letzteren wurde anschließend groß gefeiert.

Für die Kinder gab es eine Hüpfburg und mit Gas gefüllte Luftballons. Im Festzelt spielten alle Musikvereine abwechselnd zwei Musikstücke. Bei Kaffee und reichlich Kuchen konnte die Musik genossen werden. Der Nachmittag war ein voller Erfolg, der mit der „Tanz in den Mai“- Party am Abend unter der Überschrift „Best of 75 Jahre“ noch einmal gekrönt wurde.

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