Stadt räumt weiter auf
SEG kauft als Bordell geplante Immobilie in der Innenstadt
Die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) hat sich für den Umbau der Innenstadt einen weiteren wichtigen Baustein gesichert.
Hamm - Laut WA-Informationen für rund 800.000 Euro kann die SEG nun mit der Ritterstraße Nummer 40 planen: Renovierung oder Abriss? Aber in jedem Fall nicht mehr wie bisher.
Kein Bordell am Westentor
Wohnen im Obergeschoss, Gastronomie und Gewerbe im Erdgeschoss: Das prägte bisher das Bild. Eine Spielhalle ist inzwischen Vergangenheit, ein Grill-Restaurant ist vor Ort, wie seit Jahrzehnten schon unter verschiedenen Namen. Als Ende 2013 bekannt wurde, dass ein Investor aus dem Münsterland hier einen Bordellbetrieb mit Zimmervermietung, möglicherweise Gastronomie und FKK-Club errichten wollte, reagierte die Stadt zügig.
Über eine Bebauungsplanänderung wurde dem Vorhaben ein Riegel vorgeschoben. Damals war das Objekt von den Eigentümern online vermarktet worden, zur Miete oder für einen Kaufpreis von 1,35 Millionen Euro.
Landesförderung bei 95 Prozent
Nun hat die Stadt die Hand auf dem Objekt und kann fortsetzen, was an anderer Stelle an Stadtreparatur bereits in Arbeit ist. Nach WA-Informationen gibt es für das Projekt eine 95-prozentige Landesförderung. Das liefert für das Vorhaben, an der Ritterstraße aufzuräumen, noch einmal beste Argumente.
Neben dem Bau des „B-tween“, dem Erwerb des Komplexes der ehemaligen Mayerschen Buchhandlung an der Ecke Rödinghauser Straße durch die SEG sowie weiteren privaten Bauherren an der Ritterstraße, der Entwicklung an der Neuen Bahnhofstraße (privat und städtisch), besteht auch hier die Chance, Innenstadt gezielt und nachhaltig neu zu strukturieren. Durch den Erwerb der Ritterstraße 40 ist eine weitere Problem-Immobilie vom Markt.
Innenstadtumbau als Gesamtentwicklung
Nicht zuletzt auch mit Blick auf den Umbau des Westentors und die Gestaltungsoffensive in der Fußgängerzone verdichtet sich erneut das Bild einer schlüssigen Gesamtentwicklung.
Anfang Juni waren an dem Haus Teile der Dachkante abgebrochen und herabgestürzt. Gehweg und Parkbuchten um die ehemalige Spielhalle herum sind noch immer gesperrt.
Bürger zahlen jährlich 5 Millionen Euro ein
Vor fünf Jahren startete die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG): gespeist durch Bürgergelder von jährlich 5 Millionen Euro aus einer Erhöhung der Grundsteuer B. Ausgegeben werden also Gelder der Bürger. Während die Opposition die Verwendung der Mittel heftig kritisiert, argumentieren Stadtspitze und Große Koalition, eine Stadterneuerung wäre sonst in weiten Teilen nicht in dieser Weise möglich.
Aktuell steht beispielsweise der Neubau von 30 Wohnungen mit einem Investor an der Heessener Straße kurz vor dem Abschluss. Die SEG hatte die Schrottimmobilie gekauft und abgerissen.