Abriss begonnen, Konzept verändert
Mehr Büros, weniger Handel: So soll das "B-tween" funktionieren
Das erste Betonteil für das neue „B-tween“ in der Hammer Innenstadt ist noch lange nicht gegossen, da hat sich das Vermietungskonzept schon deutlich verändert.
Hamm - Weniger Einzelhandel, mehr Büro lautet der Plan, den Axel Funke, Vorstandsvorsitzender der Fokus Development AG, jetzt beim Ortstermin verkündete. Gestern begannen vorbereitend für den Neubau offiziell die Abrissarbeiten zweier Schrottimmobilien an der Ritterstraße.
Zwölf Mieter aus dem Einzelhandel und fünf gastronomische Betriebe sollen nach jetzigem Stand im „B-tween“ angesiedelt sein – und zwar im Erdgeschoss. Ursprünglich war einmal vorgesehen, einem großen Mieter auf zwei Etagen auch Flächen im 1. Obergeschoss anzubieten, doch das ist nun passé. „In der jetzigen Situation des Einzelhandels ist Vorsicht geboten, auch bei großen Namen“, sagte Funke.
Mieter-Namen bleiben noch geheim
Das größte Ladenlokal werde rund 1000 Quadratmeter Fläche haben. Das entspricht in etwa der Fläche, die TK-Maxx (davor Rewe Krummenerl) im Allee-Center aktuell belegt. Den Namen des Mieters wollte Funke nicht nennen, das Unternehmen sei bisher aber nicht in Hamm vertreten. Der Vertrag sei unterzeichnet, die Bekanntgabe erfolge im Paket mit allen anderen Mietern.
Zwölf Einzelhandels- und fünf Gastronomiebetriebe: Damit soll im Erdgeschoss eine Art Fußgängerzone entstehen. Einige Betriebe gehören schon zum jetzigen Bestand: Rieker, Vertigo, C&M Friseur und der City Juwelier. Darüber werden auf drei Etagen rund 7500 Quadratmeter Büroflächen liegen. Dort sind Einheiten ab 400 Quadratmeter Größe zu mieten.
Funke wertete das als „Bereicherung für die Stadt“, weil auf diese Weise Arbeitsplätze nach Hamm kämen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann hält die Nachfrage nach Büroflächen für groß genug. Auch die Stadt will mit einem Investor gerade Büroflächen hinter dem B&B-Hotel entwickeln. Wohnraum wird im „B-Tween“ nicht entstehen.
OB mahnt Investor zur Disziplin
Bevor der OB am Montag selbst in den Bagger stieg, um symbolisch den Abriss einzuleiten, machte er gegenüber dem Investor deutlich: „Wir legen Wert auf Einhaltung des Zeitplans, denn städtische Projekte sind daran gekoppelt.“ Damit spielte er auf Verzögerungen und den Umbau des Westentors an.
Funke kündigte die Gesamtfertigstellung des „B-tween“ für 2022 an. Der Abbruch des Westflügels erfolge im 4. Quartal 2020. Zuvor werde die Zahnarztpraxis Saiczek in den Ostflügel umziehen. Während der Umbauarbeiten werden Rieker, Vertigo und der Friseursalon in die Eckladenlokale des Ostflügels ziehen (vormals VIP und Peacock). Sie bleiben als einzige geöffnet, während auf der Westseite gearbeitet wird. Der Durchgang zum Allee-Center soll zum Weihnachtsgeschäft 2021 wieder frei sein.
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