Neues aus der Hammer Fußgängerzone
Nagelstudio statt Friseur im Denkmalschutz-Haus
Hamm - Wohin geht der Weg in der Weststraße? Spätestens Ende dieses Monats gibt es unter der Hausnummer 42 einen neuen Leerstand. An anderer Stelle wird einer schon bald beendet.
Dann wird der niederländische Spielwarenhandel Intertoys sich aus dem Hammer Stadtbild zurückziehen. Intertoys schließt alle 23 deutschen Filialen. Einen neuen Pächter hat Immobilieneigentümer Josef Nottelmann nach eigener Aussage noch nicht gefunden – wohl aber einen Interessenten.
„Es hat Gespräche gegeben“, sagte Nottelmann gegenüber dem WA. In welche Richtung die potenzielle Neuvermietung gehen könnte, wollte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Was Mieteinkünfte für das rund 300 Quadratmeter große Objekt angeht, hat Nottelmann keinen Druck: Der Vertrag mit Intertoys läuft trotz Geschäftsaufgabe noch bis zum 31. Dezember 2019. „Gleichwohl bin ich natürlich interessiert, so schnell wie möglich neu zu vermieten. Leerstand ist nie attraktiv für eine Innenstadt“, so Nottelmann.
An anderer Stelle, im Dabelow-Haus an der Weststraße 26, ist es Nottelmann gelungen, einen Leerstand zu schließen. In das teils denkmalgeschützte Gebäude, in dem sich bis April 2018 zuletzt ein Friseursalon befand, wird ein Nagelstudio einziehen. Der Betrieb verlässt seinen bisherigen Standort in der Ritterpassage. Vorbereitende Arbeiten laufen bereits. Nottelmann ist zuversichtlich, einen langfristigen, in der Stadt etablierten Mieter gefunden zu haben.
Das Unternehmen sei inhabergeführt, und genau dahin gehe die Entwicklung in Innenstädten: „Der Trend führt weg von den Filialisten“, glaubt Nottelmann. „Sie haben wesentlich mehr mit dem Internet zu kämpfen als Betriebe wie der, der jetzt im Dabelow-Haus einzieht. Fingernägel kann man nicht im Internet kaufen. Das sind Trends, mit denen wir künftig weiter rechnen müssen.“
Nottelmann glaubt, dass der westliche Teil der Weststraße auch in Zukunft überlebensfähig ist. „Die Randbereiche hingegen werden es schwer haben“, sagt er. Bereits jetzt gebe es ein Überangebot an gewerblichen Flächen. Daher sei es für ihn nicht nachvollziehbar, dass mit dem neuen „B-tween“ nun zusätzliche Verkaufsfläche generiert werde. Hier sei ein weiterer politischer Fehler gemacht worden.
Für die Hammer Innenstadt gehe es um Image-Gewinn, um Menschen anzulocken. Den Erlebensraum Lippeaue hält er nicht für ein probates Mittel, das auch in die Region strahlt. „Die Chance ist mit der Entscheidung gegen den Lippesee vertan worden“, sagt Nottelmann. „Die Lippeaue ist dagegen nur ein Feigenblättchen.“ Die Politik benutze Steuergelder, um selbst verursachte Fehler zu korrigieren.

