Neuer Leerstand in der Innenstadt

Ausgespielt: Intertoys verlässt Hammer Fußgängerzone

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Hamm - Die niederländische Spielwarenkette Intertoys schließt alle ihre Läden in Deutschland. Damit steht auch die Filiale an der Weststraße 42 in Hamm vor dem Aus. Aktuell werben Plakate im Schaufenster mit dem Slogan „Wir räumen auf“.

Wann Intertoys in Hamm das Ladenlokal endgültig abschließt, steht offenbar noch nicht fest, spätestens jedoch soll dies wie an allen anderen Standorten laut Unternehmen zum 31. Januar 2019 geschehen. Mitarbeiter der Filiale gaben weder zum Zeitpunkt der Schließung noch zu ihrer persönlichen Zukunft eine Stellungnahme ab und verwiesen an die Unternehmenskommunikation in den Niederlanden. Von dort gab es im Wesentlichen einen Verweis auf die Inhalte einer vorherigen offiziellen Stellungnahme des Unternehmens.

Betroffen an sämtlichen 23 deutschen Standorten seien insgesamt rund 250 Mitarbeiter und Hilfskräfte, deren Jobs gestrichen würden, hatte am Mittwoch ein Sprecher des Unternehmens in Amsterdam mitgeteilt. Auf Nachfrage teilte eine PR-Agentur für Intertoys mit, in Hamm gebe es einen Mitarbeiter mit einer Festanstellung und elf Teilzeitmitarbeiter.

Standort Hamm gehört zu mittleren Filialen

Hamm zählt mit gut 300 Quadratmetern Fläche nach Auskunft des Unternehmens aus der Eröffnungszeit im Herbst 2012 zu den

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mittelgroßen Filialen. Damals hatte ein Unternehmenssprecher noch mitgeteilt, Intertoys wolle in Deutschland weiter expandieren.
Das Unternehmen begründete die Schließungen jetzt damit, dass die mit dem Geschäftsbetrieb in Deutschland erzielten Umsätze nicht mehr ausreichten, um den Aufwand und die Kosten zu decken. Zu der Frage, ob der Standort Hamm für sich genommen wirtschaftlich den Erwartungen entsprochen habe, gab Intertoys keine Stellungnahme ab.

Neuer Leerstand für die Weststraße

Die Schließung in Hamm bedeutet einen neuen Leerstand für die Weststraße. Ursprünglich wäre der Vertrag zum 31. Dezember 2019 ausgelaufen, teilte Immobilieneigentümer Josef Nottelmann auf WA-Anfrage mit. Er selbst wisse auch erst seit Mittwoch von den Unternehmensplänen und werde nun Gespräche führen. Nach wie vor gelte der Vertrag. Die Größe des Ladenlokals halte er grundsätzlich für attraktiv und vermarktbar.

Kritik an Innenstadtentwicklung

Die Aufgabe von Intertoys bewertet Nottelmann im Übrigen als symptomatisch für Innenstadtentwicklung, gerade auch in Hamm. „Wer Umsatz und Frequenz will, muss Alleinstellungsmerkmale schaffen“, so Nottelmann. So sei es seinerzeit eine große Fehlentscheidung gewesen, den Lippesee nicht zu bauen. „Das hätte die Faktoren Wasser und Einkaufen verbunden, den Standort gestärkt und Kunden nach Hamm geführt.“ Die Auswirkungen des Internets vorauszusehen, sei keine Kunst gewesen; die Politik habe mangelnde Vorausschau bewiesen.

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