Dienstleister versäumt Fertigstellung

86-jähriger LEG-Mieter wartet seit Sommer auf Fenster-Reparatur

 Seit August wartet der 86-jährige Serif Cerimovic auf den Einbau der Fensterblende in seinem Wohnzimmer mit Küchenzeile. Zwei Säcke mit Glaswolle hat er schon gesammelt.
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Seit August wartet der 86-jährige Serif Cerimovic auf den Einbau der Fensterblende in seinem Wohnzimmer mit Küchenzeile. Zwei Säcke mit Glaswolle hat er schon gesammelt.

Weil seit August 2022 der Rahmen um ein Dachfenster in einer Heessener LEG-Wohnung nicht angebracht wurde, hält nur eine Folie den Wind ab. Jetzt wurde erneut ein Fertigstellungstermin verschoben.

Heessen – Über 30 Grad zeigte das Thermometer am 25. August 2022 an, als von der LEG beauftragte Handwerker am Fenster von Serif Cerimovic arbeiteten. Doch dass er ein halbes Jahr später immer noch auf ein Provisorium schaut und in seiner kleinen Wohnung in der Walter-Arendt-Straße friert, hätte sich der 86-Jährige im vergangenen Sommer nicht vorstellen können.

Denn damals wurde das Dachfenster zwar getauscht, der kaputt gegangene große Rahmen, in dem es eingebettet ist, jedoch nicht. Auch Anfang Februar zog ein weiterer Handwerker unverrichteter Dinge wieder ab. Nun sei nach Angabe des Wohnungsunternehmens für die ersten Märztage der nächste Termin abgestimmt worden.

Dienstleister versäumt Folgearbeiten

In seiner Zwei-Zimmer-Wohnung in Heessen wurden die Dachfenster vor einigen Jahren erneuert. Dabei wurde auch jener Rahmen angebracht. Der hatte sich vor einiger Zeit aus seiner Verankerung gelöst, war auf den Boden gefallen und zerbrochen. Eine Reparatur des Plastikgestells war unmöglich, die Blende wurde mitgenommen. „Die Folgearbeiten sollten initial kurzfristig abgeschlossen werden. Dies wurde von dem beauftragten Dienstleister versäumt“, erklärt LEG-Sprecherin Veronika Böhm auf Nachfrage und entschuldigt sich im Namen des Unternehmens „für die entstandenen Unannehmlichkeiten“.

Cerimovic blickte also in den folgenden Wochen auf das unverkleidete Dach. Der Wind drückte die dämmende Glaswolle ins Zimmer – und draußen wurde es kälter. „Man konnte bis auf die Dachziegel gucken“, erzählt Jürgen Filbert, ein Nachbar der dem schlecht deutsch sprechenden Senior auch bei den Telefonanrufen mit der LEG-Hotline half.

Im alten Jahr kam sogar noch ein Handwerker, doch der fuhr wieder davon, ohne etwas zu unternehmen. „Keine Leute, Corona“, habe der Mann gesagt, so Filbert. Und: Cerimovic solle doch die Heizung aufdrehen, wenn er friere.

Nachbarschaftshilfe: Folie hält wenigstens den Wind ab

Als im Dezember die Minusgrade kamen, hatte Filbert genug und schritt zur Tat. Er befestigte eine Folie mit Klebeband an der Dachschräge, damit die Wohnküche nicht komplett auskühlt und es nicht mehr zieht. „Bei Wind bläst es sich auf“, sagt Filbert. Aber immerhin bläst es nicht mehr ins Zimmer hinein, wenn Cerimovic auf der Couch fernsieht oder etwas isst.

Für den Stillstand der Reparatur entschuldigt sich die LEG. „Erst als der Mieter sich erneut meldete, sind wir auf den Verzug aufmerksam geworden. Daraufhin konnten wir den Mieter jedoch nicht zur weiteren Terminvereinbarung erreichen“, teilt Böhm mit. Um die Arbeiten schnell anzustoßen oder zum Abschluss zu bringen, sei das Unternehmen auf die Kooperation der betroffenen Mieter angewiesen.

So wie im Schlafzimmer sah der Rahmen um das andere Fenster auch aus.

LEG verweist auf großen Aufwand und aktuell schwierige Situation

Letztlich wurde sich auf einen neuen Termin am 1. Februar geeinigt. Der Handwerker hielt ihn ein, geändert hat sich an der Situation allerdings nichts, da er nichts habe tun können. „Diese Arbeiten erfordern einen größeren Aufwand als normalerweise üblich, weshalb hier zwei Monteure benötigt werden“, meint Böhm auf eine erneute Nachfrage.

Die aktuell schwierige Situation mit langen Lieferzeiten, Materialengpässen sowie knappen Handwerkerressourcen würde Reparaturaufträge leider ausbremsen, auch wenn sie in einem vorgesehenen Zeitraum geplant seien. „In dem individuellen Fall verzögern vor allem das hohe Auftragsvolumen und die daraus resultierenden knappen personellen Ressourcen die Arbeiten. Darauf haben wir leider keinen Einfluss. Dennoch verstehen wir natürlich den Unmut unseres Mieters“, so die LEG-Sprecherin.

Sie betont, dass „der Löwenanteil aller Kleinreparaturen, nämlich knapp 70 Prozent, nach der Schadensannahme innerhalb von fünf Arbeitstagen behoben sei, innerhalb von zehn Arbeitstagen seien dies bereits zirka 85 Prozent.

Zuletzt hatte es in Herringen Ärger wegen eines defekten Boilers, aus dem CO2 austrat, gegeben. Ebenfalls in der Friesenstraße war dagegen ein Loch in der Badwand. Immer mal wieder warten Mieter lange auf Reparaturen. Im Dezember war in der Vogelsiedlung in Bockum-Hövel die zentrale Heizungsanlage für ein paar Tage ausgefallen. Die Heizung war auch in der Maximilianstraße in Werries das Problem. In der Spechtstraße in Bockum-Hövel leben die Mieter auch in diesem Jahr noch „mit einem grünen Vorhang“.

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