Sanierungsmaßnahme

Hochhaus Spechtstraße: Mieter müssen „grüne Gardine“ noch bis 2023 ertragen

Ein Hochhaus ist wegen Sanierung verhüllt
+
Dieser Anblick bleibt vermutlich noch bis Mitte Februar 2023 erhalten: Die LEG als Eigentümerin macht „unvorhersehbare Umstände“ für Verzögerungen bei der Sanierung des Hochhauses an der Spechtstraße geltend.

Die Bewohner des Hochhauses an der Spechtstraße schauen aus ihren Fenstern weiterhin auf eine „grüne Gardine“: die Plane, die das Gerüst während der Erneuerung der Fassade verhüllt.

Bockum-Hövel - Ursprünglich sollten die Arbeiten, bei denen der alte Waschbeton gegen ein modernes Wärmedämmverbundsystem ausgetauscht wird, im Dezember abgeschlossen sein. Doch daraus wird nichts, wie Mischa Lenz, Pressesprecher der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) als Eigentümerin, auf Anfrage mitteilt: „Die Verzögerung ist durch eine sich ungünstig ergänzende Reihe von Faktoren und unvorhersehbaren Umständen entstanden.“

Nun werden sich die Mieter, die bereits seit November 2021 in einer Baustelle leben, noch bis vermutlich Mitte Februar 2023 gedulden müssen, bis das Schutznetz und anschließend das Gerüst wieder entfernt wird. „Das bedauern wir und möchten uns auch an dieser Stelle dafür entschuldigen“, sagt Lenz mit Hinweis darauf, dass eine ganze Reihe von Gründen gebe, die zur Verzögerung führen und die die LEG nicht habe beeinflussen können.

Lieferengpässe und unvorhergesehene Baumängel

Da habe es zum einen Personalmangel und Corona-bedingte Krankheitsfälle bei den von der LEG beauftragten Handwerkern gegeben. Hinzugekommen seien Materialmangel durch Lieferengpässe. Immerhin: Das falsch gelieferte Dämmmaterial, das monatelang vor dem Hochhaus vor sich hin rottete, ist mittlerweile entfernt. Zum anderen habe es „unvorhersehbare bautechnische Mängel des Altbestandes“ gegeben, die erst nach dem Entfernen der Waschbetonplatten sichtbar geworden seien. Und jetzt sorge das Wetter für weitere Verzögerungen: Es sei einfach zu kalt, um das Wärmedämmverbundsystem zu verkleben.

Eine ganze Reihe weiterer Mängel hatten Mieter im September beklagt – und die LEG hat sie laut Mischa Lenz abzuarbeiten versucht: Der Defekt an der Rauch- und Wärmeabzugsanlage, die auch beim Brandschutz eine wichtige Rolle spielt, sei auf Vandalismus zurückzuführen gewesen. Eine Fachfirma habe die Anlage am 23. September überprüft, die Reparatur sei am 18. Oktober abgeschlossen worden.

Professionelle Räumung des „wilden“ Sperrmülls

„Wilden Sperrmüll“ beklagten die Mieter außerdem im September, der in den Kellerfluren abgestellt worden war – was aus Brandschutzgründen nicht zulässig ist. Laut Lenz wurden die Mieter am 5. Oktober und nochmals am 9. November aufgefordert, ihn zu entfernen. Nachdem das ohne Erfolg blieb, habe die LEG eine „professionelle Räumung“ beauftragt. Derartiges gab es schon vorher und wurde allen Mietern zu gleichen Teilen in Rechnung gestellt.

„Ab einem gewissen Punkt muss auch die Eigenverantwortung einer Hausgemeinschaft zum Tragen kommen. Wir sehen unsere Mieter mit in der Verantwortung, hier im Rahmen einer intakten Hausgemeinschaft miteinander eine pragmatische Lösung zu finden“, sagt Lenz.

Hauskontrolle jetzt einmal pro Monat

Im Zuge der Sperrmüllbeseitigung sei ein offen stehender Keller entdeckt worden, aus dem der Müll auf den Flur „quillt“, der laut Lenz aber keinem Mieter zugeordnet werden kann. Weil es sich rechtlich gesehen um fremdes Eigentum handelt, hätten alle Mieter einen Brief mit dem Hinweis erhalten, dass dieser Keller nach dem Ablauf einer Frist am 16. Dezember ebenfalls professionell geräumt wird. Als Konsequenz zum Thema Sperrmüll soll das Haus nun „mindestens einmal im Monat“ von einem Objektbetreuer kontrolliert werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare