Tödliches Gas

Gefährliche CO-Werte: LEG-Mieterin wartet Monate auf neuen Boiler

Rund um die Uhr: LEG-Mieterin Anika Jennebach musste über vier Monate dauerhaft lüften. Der Wasserboiler in ihrem Badezimmer stieß einen gefährlich hohen CO-Wert (Kohlenstoffmonoxid) aus.
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Rund um die Uhr: LEG-Mieterin Anika Jennebach musste über vier Monate dauerhaft lüften. Der Wasserboiler in ihrem Badezimmer stieß einen gefährlich hohen CO-Wert (Kohlenstoffmonoxid) aus.

Mit einer defekten Gastherme ist nicht zu spaßen - im schlimmsten Fall kann sie zur tödlichen Gefahr werden. Trotzdem musste eine LEG-Mieterin aus Hamm ein halbes Jahr auf die Reparatur warten.

Hamm – Anika Jennebach gehört zu den Mieterinnen, die schlechte Erfahrungen mit der LEG gemacht haben. Monate musste sie darauf warten, bis ein Wasserboiler in ihrem Badezimmer ausgetauscht wurde. Das Problem: Mit 1124 ppm lag der Wert des Kohlenstoffmonoxids, das aus dem Boiler ausströmte, deutlich über dem Grenzwert von 200 ppm.

Bereits im Sommer hatte der Schornsteinfeger, der regelmäßig die Boiler in den LEG-Wohnungen an der Friesenstraße kontrolliert, den zu hohen Wert festgestellt. „Er hat gesagt, er kümmert sich darum. Der Boiler müsste repariert werden“, so Jennebach. Bis dahin sollte sie lüften. Wochen hörte sie nichts von der LEG, bis sie beim Schornsteinfeger nachfragte. Der Antrag sei nicht bearbeitet worden, habe dieser ihm mitgeteilt.

Gefährliche Kohlenmonoxid-Werte: Boiler über Monate defekt

Jennebach reichte eine Beschwerde über die LEG-App ein. „Dann kam ein Handwerker, der den Boiler auseinandergebaut hat.“ Was genau er dort gemacht hat, konnte er ihr nicht sagen. Er habe bloß den Auftrag bekommen, den Boiler zu reparieren. „Als er fertig war, hinterließ er Teile des Abzugsrohres in der Badewanne, die nicht abgeholt wurden.“

Diese Feuerstätte ist nicht betriebssicher. Diesen Zettel hinterließ der Schornsteinfeger bei seiner Kontrolle im August. Ende Dezember war die gefährliche Therme immer noch nicht repariert.

Nach einer schriftlichen Beschwerde über den Handwerker kam der Schornsteinfeger noch einmal und stellte fest: Der Boiler müsste nun komplett ersetzt werden.

Abstimmungsprobleme: LEG bedauert lange Bearbeitungszeit

Jennebach versuchte die LEG zu erreichen, doch wirklich weiter kam sie nicht – bis Weihnachten. Einen Tag, nachdem der WA die LEG um Stellungnahme gebeten hatte, bestätigte Jennebach, dass der neue Boiler am gleichen Tag installiert worden sei.

Die LEG vermutet Abstimmungsprobleme mit dem Schornsteinfeger in den Monaten zuvor. Es sei die Beschwerde von der Mieterin eingegangen, aber nicht vom Schornsteinfeger. In der Stellungnahme heißt es weiter: „Da die Zuständigkeiten für die Schadensbehebung somit unklar waren, hat sich die Bearbeitungszeit unnötig verzögert – an dieser Stelle möchten wir noch mal unterstreichen, dass wir dies sehr bedauern.“

Immer wieder Einsätze wegen defekter Gasthermen

Defekte Gasthermen lösen immer wieder Feuerwehreinsätze aus. Erst im Dezember entging eine Familie in Ahlen nur knapp einer tödlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung.

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