ASB-Regionalverband Mittleres Westfalen insolvent
ASB-Pleite: Was aus Hausnotruf und Betreutem Wohnen wird
Die rund 80 Mitarbeiter des Hammer Wohlfahrtsverbandes ASB erhielten in den vergangenen Monaten ihr Gehalt übers Insolvenzgeld. Diese Zeit endet bald. Für einzelne Bereiche gibt es nun Hoffnung auf eine Übernahme.
Hamm – Mehr als 400 Kunden, die beim insolventen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Hamm und Soest einen Hausnotruf-Vertrag abgeschlossen hatten, fallen nun doch nicht in ein Vakuum. Die Dienste werden zum 1. Juli 2024 nicht abgeschaltet, sondern nahtlos vom Caritasverband Hamm übernommen. Das erklärten am Mittwoch sowohl ASB-Vorsitzender Ralf-Dieter Lenz als auch Caritas-Vorstand Elmar Marx.
ASB-Pleite: Was aus Hausnotruf und Betreutem Wohnen wird
„Die Kunden werden im Prinzip gar nichts merken“, sagte Marx. Die Notruf-Geräte müssten in den Haushalten nicht ausgetauscht werden, die Vertragskonditionen blieben die selben und auch das Personal, das den 24-Stunden-Dienst abgewickelt und koordiniert hatte, werde vom ASB übernommen.
Über die Übernahme würden die Kunden in Kürze auch vom vorläufigen Insolvenzverwalter und auch der Caritas schriftlich informiert, sagten Lenz und Marx.
ASB-Pleite in Hamm: Ambulant Betreutes Wohnen
Lösungen zeichnen sich auch für das Ambulant Betreute Wohnen ab. 90 Klienten mit einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung aus Hamm und weitere 70 aus dem Kreis Soest wurden bislang vom ASB betreut und versorgt. Auch in diesem Segment fällt nun zum 1. Juli 2024 der Vorhang. Der ASB wird die Betreuung einstellen. Finanziert wurden die Maßnahmen über den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Auch dieser wurde über die ASB-Insolvenz informiert.
„Wir verschaffen uns aktuell einen Überblick, welche Bedürfnisse die Klienten haben“, sagte am Mittwoch LWL-Sprecher Markus Fischer. „Mit einem Leistungsanbieter befinden wir uns bereits in konkreten Gesprächen. Wir werden aber auch noch mit anderen Anbietern sprechen“, so Fischer. Ob eine lückenlose Übernahme gelingen könne, sei derzeit noch unklar. Für die ASB-Tagesstätte in Werries, die bereits an diesem Freitag schließt und von zuletzt 27 Klienten besucht wurde, gebe es drei Übernahme-Interessenten. Ob einer davon den Zuschlag erhalte, sei noch nicht entschieden.
ASB hat Insolvenzantrag gestellt
Der ASB-Regionalverband Mittleres Westfalen e.V., zu dem Hamm und der Kreis Soest zählen, hatte im April einen Insolvenzantrag gestellt. Die rund 80 Mitarbeiter hatten in den letzten drei Monaten ihr Gehalt übers Insolvenzgeld erhalten. Diese Zeit endet nun; ab Juli droht vielen die Arbeitslosigkeit.
Rubriklistenbild: © Reiner Mroß
