Insolvenzverfahren

ASB-Pleite besiegelt: Hunderte Menschen vom Wegfall der Dienste betroffen

Auch die ASB-Zentrale an der Chemnitzer Straße wird geschlossen.
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Auch die ASB-Zentrale an der Chemnitzer Straße wird geschlossen.

Einer der größten und traditionsreichsten Hammer Wohlfahrtsverbände steht vor dem Aus. Wenn kein Wunder geschieht, wird der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) schon am 1. Juli Geschichte sein. 

Hamm – Hunderte Hammer (und Soester) Bürger, die die Dienste des ASB in Anspruch genommen haben, gucken quasi ab sofort in die Röhre. Behinderten-Fahrdienst, Betreutes Wohnen, die Tagesstätte für Menschen mit psychischer Behinderung und der Hausnotruf werden aufgegeben. Nachfolgeregelungen gibt es nur in Teilen. Rund 80 ASB-Mitarbeiter stehen zudem vor dem Job-Verlust.

ASB-Pleite besiegelt: Hunderte Menschen vom Wegfall der Dienste betroffen

ASB-Vorsitzender Ralf-Dieter Lenz bestätigte die bittere Kunde. „Der ASB macht zum 30. Juni endgültig Schluss. Die Betriebsschließung ist von der vorläufigen Insolvenzverwalterin angeordnet worden“, so Lenz. Der Name ASB – es handelt sich um den Regionalverband Mittleres Westfalen e.V. – werde in Hamm und Soest verschwinden, selbst wenn auf den letzten Metern doch noch ein anderer Wohlfahrtsverband die vakanten Geschäftsfelder übernehmen sollte. Anzeichen dafür gebe es allerdings nicht. Entsprechende Gespräche seien in den zurückliegenden Wochen zwar geführt worden, aber ohne Ergebnis geblieben.

Für den Behinderten-Fahrdienst bestand ein Vertragsverhältnis mit der Stadt Hamm. Dieses wurde bereits zum 18. Juni von der Insolvenzverwalterin aufgelöst. Rund 3 500 Fahrten wurden im Jahr 2023 vom ASB in Hamm durchgeführt. Etwa 1 650 waren es in diesem Jahr. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, gebe es aktuell 114 Nutzer des Fahrdienstes. Für 2024 hätten rund 320 Personen einen Berechtigungsausweis zur Nutzung der sogenannten „Blauen Karte“ nach den Richtlinien der Stadt Hamm.

ASB vor dem Aus: „Blaue Karte“ weiterhin gültig

„Private Hammer Fahrdienstleister sowie die DasDies GmbH, eine Tochtergesellschaft der Awo Ruhr-Lippe-Ems, werden ab dem 1. Juli im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Betreuten Fahrdienst für Menschen mit Behinderung in Hamm durchführen“, hieß es weiter aus dem Rathaus. Alle betroffenen Nutzer würden in den nächsten Tagen eine schriftliche Mitteilung zu diesem Verfahren einschließlich einer Übersicht der Fahrdienstleister erhalten. Die „Blaue Karte“ und der Fahrtennachweis 2024 behielten ihre Gültigkeit. In den ersten Wochen könnten die Kapazitäten nicht aufgefangen werden. Rückfragen würden im Rathaus unter Telefon 17 6766 beantwortet.

Die Angebote des Ambulant betreuten Wohnens würden zum 30. Juni eingestellt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sei darüber informiert worden. Nachfolgeregelungen gibt es nach Lenz’ Wissen nicht. Gleiches gelte für die Tagesstätte am Alten Uentroper Weg. Diese werde am Freitag, 28. Juni, schließen.

Caritasverband übernimmt Hausnotruf

Der ASB-Hausnotruf wird zum 30. Juni abgeschaltet. Die 400 Kunden fallen aber nicht in ein Vakuum. Die Dienste werden zum 1. Juli nahtlos vom Caritasverband Hamm übernommen. Das erklärten sowohl ASB-Vorsitzender Ralf-Dieter Lenz als auch Caritas-Vorstand Elmar Marx. „Die Kunden werden im Prinzip gar nichts merken“, sagte Marx. Die Notruf-Geräte müssten in den Haushalten nicht ausgetauscht werden, die Vertragskonditionen blieben die selben und auch das Personal, das den 24-Stunden-Dienst abgewickelt und koordiniert hatte, werde vom ASB übernommen. Über die Übernahme würden die Kunden in Kürze auch vom vorläufigen Insolvenzverwalter und auch der Caritas schriftlich informiert, sagten Lenz und Marx.

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