ASB in finanzieller Schieflage
Trotz Sanierungsverfahrens: Arbeiter-Samariter-Bund stellt Insolvenzantrag
Der Arbeiter-Samariter-Bund ist insolvent. In Hamm sind davon 85 Mitarbeiter betroffen . Der Geschäftsbetrieb geht vorerst jedoch wie gewohnt weiter.
Hamm – Dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Hamm, Soest und Werl steht das Wasser bis zum Hals. Wie Vereins-Vorsitzender Ralf-Dieter Lenz am Mittwoch bestätigte, wurde am Montag, 22. April, vor dem Insolvenzgericht in Dortmund ein Insolvenzantrag eingereicht.
Trotz Sanierungsverfahren: Arbeiter-Samariter-Bund stellt Insolvenzantrag
Die rund 85 Mitarbeiter im in Hamm ansässigen Regionalverband Mittleres Westfalen seien am Dienstag informiert worden. Die Arbeit werde zunächst in allen Geschäftsfeldern fortgeführt, sagte Lenz. Es bestehe zudem die „große Hoffnung“, dass mit dem nun folgenden Insolvenzverfahren nicht das Ende des ASB besiegelt werde, sondern dass der bereits vor eineinhalb Jahren eingeschlagene Reformkurs erfolgreich zu Ende geführt werden könne.
Quasi stündlich wurde am Mittwoch in der ASB-Zentrale an der Chemnitzer Straße damit gerechnet, dass sich ein (zunächst vorläufig eingesetzter) Insolvenzverwalter melden würde. Einer der ersten Schritte dürfte sein, dass Insolvenzgeld beantragt wird und damit die Gehaltszahlungen für die nächsten drei Monate gesichert sind.
ASB: Drohende Zahlungsunfähigkeit
Die drohende Zahlungsunfähigkeit des ASB ist laut Lenz darin begründet, dass laufende Kredite aktuell nicht in der geforderten Geschwindigkeit getilgt werden können. Um wie viel Geld es dabei geht, blieb am Mittwoch unklar.
Der ASB-Regionalverband Mittleres Westfalen bietet in Hamm und Soest ambulant betreutes Wohnen an, unterhält eine Tagesstätte für Menschen mit psychischer Behinderung und einen Fahrdienst für behinderte Menschen. Auch ein Hausnotruf für ältere Menschen zählt zu den Angeboten des ASB.
Arbeiter-Samariter-Bund: Seit einigen Jahren Probleme
Schon Ende 2022 konnten vorübergehend keine Gehälter ausgezahlt werden. Das lag unter anderem an den durch den Ukrainekrieg stark gestiegenen Spritpreisen, die beim ASB-Fahrdienst voll durchschlugen. Ein in dieser Phase mit externer Beratung eingeleitetes Sanierungsverfahren sei bislang durchaus erfolgreich verlaufen, sagte Lenz.
Aktuell steht der Verein ohne hauptamtliche Geschäftsführung da. Der bisherige Geschäftsführer Uwe Klaus war Mitte 2023 beim ASB ausgeschieden. Finanzielle Schieflagen sind beim ASB kein Hammer Phänomen. Der Regionalverband Mittleres Westfalen (Dortmund) hatte 2023 Insolvenz angemeldet.
Ehemaliges Küppersbusch-Gelände an der Werler Straße: Die Stadt Hamm will prüfen, ob die Discounter Aldi und Lidl bei anfallender Altlastensanierung zur Kasse gebeten werden können.