Wohlfahrtsverband in Nöten
ASB hat Zahlungsprobleme - auch wegen Corona und Spritpreisen
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Hamm befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten. Unter den Beschäftigten kam Unruhe auf, als die Gehaltsüberweisungen für November ausblieben.
Hamm – Beim in Hamm ansässigen ASB-Regionalverband Mittleres Westfalen e.V. gebe es kurzfristig aufgetretene Liquiditätsprobleme, sagte Geschäftsführer Uwe Klaus. Die Mitarbeiter haben bisher nur einen Teil ihrer November-Gehälter erhalten. Die Versorgung der Kunden ist Klaus zufolge gesichert.
Der ASB beschäftigt in Hamm und im Kreis Soest zusammen rund 130 Mitarbeiter, hauptsächlich im ambulanten Pflegedienst und im Behindertenfahrdienst. Unter den Beschäftigten kam Unruhe auf, als die Gehaltsüberweisungen für November ausblieben. Mittlerweile habe man einen Abschlag gezahlt, sagte Klaus. Man arbeite zusammen mit dem Landesverband und Nachbarverbänden intensiv an einer Lösung der Probleme. Der Geschäftsführer betonte, dass dem Hammer ASB keinesfalls eine Insolvenz drohe.
Keine großen Gewinne erwirtschaften
Die Liquiditätsprobleme sind Klaus zufolge nicht zuletzt auf die aktuelle Krise zurückzuführen. Als Wohlfahrtsverband dürfe man keine großen Gewinne erwirtschaften und könne deshalb auch keine umfangreichen Rücklagen bilden. Außerdem zahle man sachgerechte Gehälter. Deshalb machten sich fehlende Einnahmen aus der Corona-Zeit derzeit ebenso deutlich bemerkbar wie die rasant gestiegenen Spritpreise.
Der Hammer ASB sei davon stärker betroffen als andere Regionalverbände, sagte Klaus. Das Angebot umfasse hier zum großen Teil Dienste, die viel mit dem Auto unterwegs sind. Der Fuhrpark bestehe aus 50 Fahrzeugen, darunter befänden sich allein 16 Transporter für den Behinderten- und Krankenfahrdienst. Grundsätzlich liefen alle Dienste weiter, alle Kunden würden weiterhin versorgt.