Rente und Ruhestand

Heftige Kritik an Rentenerhöhung 2024: „Atemberaubende Realitätsverweigerung“

Die nächste Rentenerhöhung kommt im Juli 2024. Das ist beschlossene Sache. Dagegen regt sich aber heftige Kritik. Die Ampel gerät unter Beschuss.

Hamm – Geld polarisiert. Immer. Besonders dann, wenn die einen mehr bekommen und die anderen nicht. Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, sieht sich daher nun angesichts der unlängst verkündeten Rentenerhöhung im Juli 2024 dazu veranlasst, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Er will Rentner stärker in die (finanzielle) Pflicht nehmen.

Chef der Jungen Union kritisiert Ampel wegen Rentenerhöhung

Die Rentenerhöhung hat Winkel scharf kritisiert und eine Orientierung an der Inflation statt den Löhnen bei künftigen Anpassungen gefordert. „Die Politik muss wieder zurück zu einer fairen Verteilung der hohen Rentenlasten kommen. Dafür muss sich die Rente künftig an der Preis- statt an der Lohnentwicklung orientieren“, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). Eine Tabelle mit Beispielrechnungen, wie viel mehr Geld die Rentenerhöhung im Juli 2024 einbringen wird:

Rente bisherRente ab 1. Juli 2024
800,00 Euro836,56 Euro
900,00 Euro941,13 Euro
1.000,00 Euro1.045,70 Euro
1.150,00 Euro1.202,56 Euro
1.300,00 Euro1.359,41 Euro
1.500,00 Euro1.568,55 Euro
1.750,00 Euro1.829,98 Euro
2.000,00 Euro2.091,40 Euro
2.500,00 Euro2.614,25 Euro
3.000,00 Euro3.137,10 Euro

Die Renten folgen in Deutschland grundsätzlich den Löhnen

Um wie viel Prozent die Rente zum 1. Juli eines jeden Jahres genau steigen wird, hängt von fünf Faktoren ab. „Dabei gilt: Die gesetzliche Rente ist eine Lohnersatzleistung und folgt grundsätzlich den Löhnen“, erklärt das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Einfach gesagt: Wenn die Löhne steigen, steigen auch die Renten. Doch steigende Löhne alleine machen noch nicht die Rentenerhöhung: Die Renten werden auf der Grundlage der gesetzlichen Rentenanpassungsformel erhöht. Die Junge Union will dabei nun die Rentner noch mehr in die Verantwortung nehmen.

„Klar ist, dass auch die Rentner einen Beitrag leisten müssen. Die Ampel will die Rentner aus der finanziellen Verantwortung entlassen, indem Rentensteigerungen künftig nur noch von der jungen Generation finanziert werden sollen“, sagt JU-Chef Winkel. Er nimmt die Ampel unter Beschuss. Die Politik betreibe eine „atemberaubende Realitätsverweigerung“ bei der Finanzierung der Rente, warnte Winkel. Zuletzt war die Kritik am Rentenpaket II schon lauter geworden, Winkel springt nach der angekündigten Rentenerhöhung auf diesen Zug auf.

Das Bundessozialministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Renten in Deutschland zum 1. Juli um 4,57 Prozent steigen sollen. Den Angaben zufolge liegt die Rentenanpassung damit „im dritten Jahr in Folge oberhalb von vier Prozent“. Die Erhöhung erfolgt zum ersten Mal bundeseinheitlich, nachdem der Rentenwert im Osten im vergangenen Jahr bereits den West-Wert erreicht hat.

Die FDP plädierte außerdem angesichts der Rentenerhöhung für eine Diskussion über eine Flexibilisierung des Eintrittsalters über 67 Jahre hinaus. Darüber solle gesprochen werden, sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe). „Eine sichere Rente ist das Fundament unserer sozialen. (maho/dpa)

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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