Ruhestand

Einfache Formel zeigt, wie viel Rente jeder erhält

Die Höhe der Rente spielt für viele Menschen eine wichtige Rolle. Wer sie wissen will, kann sie berechnen. Eine einfache Formel hilft.

Hamm – Wer sich zeitnah in den Ruhestand verabschiedet, hofft vielleicht nicht nur auf ein paar nette Worte und Geschenke seiner Kollegen, sondern möchte vor allem auch wissen, wie viel Rente er erhält. Doch auch wenn man bereits Rentner ist, sollte man wissen, wie die Höhe der Rente berechnet wird. Eine einfache Formel hilft dabei, die Rentenhöhe zu berechnen.

Höhe der Rente berechnen – es gibt eine Formel

„Ihre monatliche Rentenhöhe ist eine Multiplikation verschiedener Werte“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Genauer gesagt ist die monatliche Rentenhöhe das Produkt aus Entgeltpunkten, Zugangsfaktor, aktueller Rentenwert und Rentenartfaktor. Das klingt zunächst einmal kompliziert. Ist es aber überhaupt nicht.

Formel zur Berechnung der Rentenhöhe:

Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor

„Eine Hochrechnung Ihrer Rente können Sie Ihrer Renteninformation entnehmen. Diese senden wir Ihnen ab Ihrem 27. Geburtstag jährlich per Post zu. Nehmen Sie zur Ermittlung Ihrer Rentenhöhe die Angaben aus Ihrer jährlichen Renteninformation als Grundlage“, schreibt die Deutsche Rentenversicherung außerdem. Zunächst einmal sollte aber geklärt werden, was es mit diesen ganzen Begrifflichkeiten auf sich hat, die letztendlich bei der Berechnung der Rentenhöhe helfen.

Entgeltpunkte werden auch Rentenpunkte genannt – sie sind der wichtigste Wert

Die Entgeltpunkte, umgangssprachlich Rentenpunkte genannt, sind der wichtigste Wert. „Dabei wird Jahr für Jahr Ihr Verdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Auch hier ist es eigentlich ganz einfach: Entspricht der Verdienst exakt dem Durchschnittsverdienst in diesem Jahr, ist das 1 Entgeltpunkt wert.

„Zeiten, in denen Sie Ihre Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, werden so berücksichtigt, als hätten Sie in diesem Zeitraum einen ‚hypothetischen‘ Verdienst gehabt, der sich voll oder anteilig nach dem jeweiligen Durchschnittsverdienst richtet“, teilt die Deutsche Rentenversicherung mit. Außerdem ist es möglich, sich Rentenpunkte zu kaufen, um früher abschlagsfrei in Rente zu gehen.

Mit dem Zugangsfaktor werden Zu- und Abzüge berücksichtigt

Kommen wir nun zum sogenannten Zugangsfaktor, der ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Berechnung der Rentenhöhe spielt – mit ihm werden Zu- und Abzüge (auch Zu- und Abschläge genannt) berücksichtigt. „Zuzüge, wenn Sie beispielsweise nach Erreichen des Rentenalters zunächst auf Ihre Rente verzichten. Haben Sie keine Zu- oder Abzüge, beträgt dieser Wert 1,0“, stellt die Deutsche Rentenversicherung klar.

Der aktuelle Rentenwert wird immer wieder angepasst und dürfte 2024 erhöht werden

Der aktuelle Rentenwert kann sich, wie der Name schon sagt, verändern. Zum Verständnis: Das ist der Gegenwert, der einem Rentenpunkt entspricht. „Dieser wird immer wieder der wirtschaftlichen Situation angepasst“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Im Jahr 2023 beträgt er 37,60 Euro für Westdeutschland und 37,60 Euro für Ostdeutschland – zuletzt wurde der Rentenwert 2023 erhöht – und damit in allen Bundesländern angeglichen. Im Juli 2024 soll es die nächste Rentenerhöhung geben, die fällt dann aber neuen Schätzungen zufolge etwas niedriger aus.

Der Rentenartfaktor bleibt immer gleich

Der Rentenartfaktor ist der letzte Wert, der uns jetzt noch für die Formel zur Berechnung der Rente fehlt. Er ist eigentlich am einfachsten zu erklären. Das Gute ist nämlich: Er verändert sich nie. „Hier kommt es auf die Art Ihrer Rente an“, schreibt die Deutsche Rentenversicherung und liefert die entsprechenden Zahlen gleich mit:

  • Altersrenten, Renten wegen voller Erwerbsminderung und Erziehungsrenten haben den Wert 1,0
  • Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung haben den Wert 0,5
  • Vollwaisenrenten haben den Wert 0,2
  • Halbwaisenrenten haben den Wert 0,1
  • Bei Witwenrenten ist der Faktor 0,55 oder 0,6

Beispielrechnungen: Wie hoch fällt die monatliche Brutto-Rente aus?

Multipliziert man diese vier Werte – Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, aktueller Rentenwert und Rentenartfaktor – miteinander, erhält man also die monatliche Rentenhöhe. Dafür bietet die Deutsche Rentenversicherung online sogar einen Rechner an. Ein paar Beispielrechnungen helfen vielleicht dabei, das zu veranschaulichen:

EntgeltpunkteX ZugangsfaktorX Aktueller RentenwertX Rentenartfaktor= Monatliche Rentenhöhe (Brutto)
301,00 (Regelaltersgrenze)37,601,0 (Rente wegen Alters)1128,80 Euro
450,95 (18 Monate früher)37,601,0 (Rente wegen Alters)1600,63 Euro
500,95 (18 Monate früher)37,601,0 (Rente wegen Alters)1778,48 Euro
450,98 (6 Monate früher)37,600,5 (Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung)830,77 Euro
201,00 (Regelaltersgrenze)37,601,0 (Rente wegen Alters)752,00 Euro

Jeder einzelne Wert hat also maßgebliche Auswirkungen auf die monatliche Brutto-Rente, die man im Ruhestand erhält. Wer schon eher in Rente gehen will, muss daher Abzüge in Kauf nehmen. Es gibt jedoch Tricks, um diesem Renten-Problem entgegenzuwirken – damit auf der einen Seite der Formel am Ende auch ein möglichst hoher Betrag steht. Wie die Rentenhöhe berechnet wird, wissen wir jetzt schließlich.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Thomas Trutschel

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