Wirtschaftsweisen mit Prognose

Düstere Vorhersage der Wirtschaftsweisen zu Krankenkassen und Pflegekosten

Die Sozialbeiträge steigen 2025 stärker an als die Löhne und Gehälter, sagen die „Wirtschaftsweisen“ voraus. Auch 2026 bringen sie negative Nachrichten für Beschäftigte.

Berlin – Die „Wirtschaftsweisen“ rechnen in ihrem Frühjahrsgutachten vom Mittwoch, 21. Mai, mit einer Stagnation der Wirtschaft. 2026 könnte es ein leichtes Plus von 1,0 Prozent geben. Besonders Donald Trump und der von ihm provozierte Handelskonflikt trüben die Aussichten. Bei den Sozialbeiträgen rechnet der Sachverständigenrat für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2025 jedoch mit einem Wachstum.

Beiträge für Krankenkassen und Pflege nehmen stärker zu als Bruttolöhne und -gehälter

In Folge der Erhöhungen der Beiträge für die Krankenversicherung und Pflege dürften die Sozialbeiträge „stärker zunehmen als die Bruttolöhne und -gehälter“, heißt es im Gutachten. Die Sozialversicherungen belasten die Geldbeutel der Erwerbstätigen damit stärker als bisher.

Teurere Gesundheitsversorgung: Im Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen, das deren Vorsitzende Monika Schnitzer präsentiert, erwarten die Fachleute steigende Beiträge für Krankenversicherung und Pflege. (Montage)

Zu Jahresbeginn wurde der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung um 0,4 Prozentpunkte erhöht. Zusätzlich haben die meisten Krankenkassen ihre Beiträge angehoben – zum Teil sehr deutlich. Im Schnitt sollten die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung um 0,8 Prozentpunkte steigen.

Krankenkassen drängen schon länger auf Reformen – um noch höhere Beiträge zu verhindern

Gesetzliche Krankenkassen rechnen mit weiteren Erhöhungen ihrer Zusatzbeiträge. Im Jahr 2024 allein verzeichneten sie ein Defizit von 6,2 Milliarden Euro. Die Bundesregierung musste bereits einspringen – mit 800 Millionen Euro zum Auffüllen der Reserven des Gesundheitsfonds.

Spitzenreiter mit fast 19 Millionen Euro – so viel verdienen Chefs der DAX-Unternehmen

Deutschland erlebt wirtschaftlich turbulente Zeiten. Wie wirkt sich das auf die Chefs der DAX-Konzerne aus? Hier kommt die Übersicht mit den Top 30
Platz 30: Der Rückversicherer Hannover Rück verbuchte 2024 einen Rekordgewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Das Gehalt des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Jean-Jacques Henchoz kletterte um etwa ein Drittel auf 2,7 Mio. Euro
Platz 29: DHL und die Deutsche Post erlitten 2024 einen deutlichen Gewinneinbruch. Auch die Vergütung mitsamt Boni des Vorstandschefs ist merklich gesunken: die Vergütung von Tobias Meyer schrumpfte auf 2,9 Mio. Euro
Platz 28: Der größte deutsche Immobilien-Konzern Vonovia sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt, angesichts von vermeintlich ungerechtfertigter Mieterhöhungen. 2024 schloss die Vonovia SE das Geschäftsjahr positiv ab. Vorstandschef Rolf Buch erhält aktuell Bezüge in Höhe von ca. 3,9 Mio. Euro
Spitzenreiter mit fast 19 Millionen Euro – so viel verdienen Chefs der DAX-Unternehmen

„Es braucht jetzt eine Akuttherapie, denn sonst gehen zum nächsten Jahreswechsel die Krankenkassenbeiträge durch die Decke“, warnte die GKV-Vorsitzende Doris Pfeiffer in der Rheinischen Post. DAK-Chef Andreas Storm hatte auch vor einem „Beitragstsunami“ gewarnt, wenn sich die neue Regierung nur auf die Reformen aus dem Koalitionsvertrag beschränke.

Wirtschaftsweise prognostizieren weiter steigende Beiträge für Krankenversicherung

Auch die „Wirtschaftsweisen“ prognostizieren höhere Sozialabgaben im Jahr 2026. Im Gutachten gehen sie davon aus, „dass es auch im Jahr 2026 zu Erhöhungen der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der sozialen Pflegeversicherung kommt“. Konkrete Zahlen nennen sie jedoch nicht. Im Haushalt gebe es jedoch kaum Spielraum, das erhöhe den Druck, diese Probleme zu lösen, erklärte Martin Werding bei der Pressekonferenz zum Gutachten mit Blick auf den Sozialstaat.

Die Fachleute warnen zudem davor, das Schuldenpaket für normale Haushaltsausgaben statt Investitionen zu nutzen. Besonders im Fokus ist dabei die Mütterrente, die laut den „Wirtschaftsweisen“ 4,9 Milliarden Euro pro Jahr kosten soll.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/Marcus Brandt/dpa

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